„App Thinning“: iOS 9 Update benötigt nur 1,3GB freien Speicherplatz, Apps werden kleiner

| 21:56 Uhr | 0 Kommentare

App Thinning? Ehrlicherweise haben wir uns bis gestern nicht wirklich mit diesem Thema beschäftigt. Die Idee, die dahintersteckt ist jedoch überzeugend. Habt ihr ein iOS-Gerät und seid ständig mit dem verfügbarem Speicherplatz am oberen Limit? Insbesondere Besitzer eines Gerätes mit 8GB oder 16GB Kapazität dürften das Problem kennen. Fotos, Video, Musik auf dem Gerät gespeichert und man nähert sich schnell der Kapazitätsgrenze.

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Im vergangenen Jahr beim Upgrade von iOS 7 auf iOS 8 hatten zahlreiche Anwender damit zu kämpfen, dass auf ihrem Gerät nicht ausreichend freier Speicher für das Update zur Verfügung stand. iOS 8 benötigte satte 4,58GB freien Speicher. Bei iOS 9 sind es nur 1,3GB. Doch dies ist nicht der Gedanke hinter App Thinning. Bei App Thinning geht es um den Speicherplatzbedarf von Apps, der deutlich sinken wird. Dabei setzt Apple auf drei unterschiedliche Technologien: App Slicing, On-Demand-Resources und Bitcode.

App Slicing

Die Kollegen von ArsTechnica haben sich näher mit der Materie auseinandergesetzt und erklären, was hinter App Thinning und den dahinterstehenden Technologien steckt. Sprechen wir zunächst über App Slicing. Die im App Store verfügbaren Apps beinhalten Daten, um grundsätzlich auf allen iOS-Geräten laufen zu können. Egal ob 3,5 Zoll oder 5,5 Zoll Display, sämtliche Daten für alle iPhone-Generationen sind an Bord. Ob man sie braucht oder nicht. Warum sollen auf einem iPhone mit 3,5 Zoll Daten lagern, die nur vom 5,5 Zoll iPhone 6 Plus benötigt werden?

Habt ihr beispielsweise ein iPhone 5C, welches über eine 32-Bit CPU und einen Grafikchip, der die Metal-API nicht unter unterstützt? Die App, die ihr für das Gerät ladet, verfügt aber auch über 64-Bit Code, iPad und „3x“ iPhone 6 Plus Assets, Metal API Code und vieles mehr. Benötigt wird jedoch nur 32-Bit Code, „2x“ iPhone Assets und OpenGL Grafikcode.

Mit App Slicing können Entwickler festlegen, welche App-Pakete für welches Gerät benötigt werden. Sobald dies definiert ist, landen nur noch die benötigten Bestandteile einer App auf dem Gerät. Dies spart ordentlich Speicherplatz.

On-Demand-Resources

Mit On-Demand-Resources können Entwickler festlegen, welche Daten einer App tatsächlich für die Ausführung benötigt werden. Am Besten kann man dies vielleicht an einem Spiel erklären. Startet man ein Spiel benötigt man noch nicht Level 97. Vielmehr könnten zunächst nur die ersten 10 oder 20 Level geladen werden. Je weiter man in dem Spiel fortschreitet, desto mehr Level werden nachgeladen. Gleichzeitig werden gespielte Level wieder gelöscht.

Bitcode

Die dritte Neuerung stellt Bitcode dar. Entwickler haben die Möglichkeit, keine vorkompilierten Binaries mehr hochzuladen, sondern eine „Zwischendarstellung“ der App. Der App Store kompiliert die App automatisch vor dem Download. Dies ermöglicht es, Teile von App Slicing zu nutzen, auch wenn Entwickler die Programmpakete nicht explizit zugewiesen haben. So wird beispielsweise nur der 32-Bit oder 64-Bit Code heruntergeladen, je nachdem welcher benötigt wird.

Bis auf wenige Ausnahmen, wenn On-Demand-Resources zum Beispiel aufgrund fehlender Internetverbindung nicht nachgeladen werden können, bietet App Thinning nur Vorteile. Insbesondere Anwender mit iOS-Geräten, die über wenig Speicherplatz verfügen, werden sich über die Neuerungen freuen.

Kategorie: App Store

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