Apple Music: Verband unabhängiger Musikunternehmen schreibt offenen Brief an Apple

| 13:17 Uhr | 4 Kommentare

Etwas mehr als eine Woche ist es her, dass Apple mit Apple Music seinen Musik-Streaming-Dienst vorgestellst hat. Mit den großen Plattenfirmen ist sich Apple über die Konditionen einig geworden. Darüberhinaus gibt es jedoch zahlreiche unabhängige Künstler, die nicht einem der großen Plattenlabels angehören. Auch mit diesem möchte Apple entsprechende Kooperationen eingehen.

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Apple Musik: deutscher Musikverband kritisiert Konditionen

Bereits gestern haben sich Indie-Labels aus Großbritannien zur Thematik geäußert, am heutigen Tag schlägt der Verband unabhängiger Musikunternehmen in die gleiche Kerbe. Zu den Mitgliedern des VUT zählen rund 1.300 Labels, Verlage, Vertriebe, Produzenten / -innen sowie Künstler / -innen, die sich selbst vermarkten.

In einem offenen Brief an Apple kritisiert der Verband die Vertragsbedingungen, die Apple an unabhängige Labels geschickt hat. Kern der Kritik, ist die 3-monatige kostenlose Testmitgliedschaft, die alle Abonnenten erhalten. Innerhalb dieses Zeitraums werden keine Lizenzgebühren an Musikunternehmen und ihre Künstler gezahlt.

„Wir als VUT begrüßen neue Geschäftsmodelle und weitere Anbieter auf dem Streamingmarkt. Jedoch sind die von Apple angebotenen Vertragsbedingungen völlig unangemessen“, so Jörg Heidemann, Geschäftsführer des VUT. „Dies kann für unsere Mitglieder und deren Künstlerinnen und Künstler zu erheblichen Umsatzeinbußen bei den Lizenzeinnahmen führen, im Extremfall kann dies existenzgefährdend sein. Wir haben Apple bisher als fairen Partner der unabhängigen Musikbranche wahrgenommen, darum wäre es wünschenswert, dass der Konzern eine faire Lösung mit den unabhängigen Musikunternehmen findet.“

Weiter hießt es aus Sicht des VUT, dass Apple das finanzielle Risiko des globalen Starts von Apple Music auf die kleinen und mittleren unabhängigen Musikunternehmen und ihre Künstler abwälze. Man befürchtet, dass beim Übergang vom Musik-Kauf zum Streaming drei Monate lang Umsätze ausbleiben. Kunden setzen auf das Streaming-Angebot von Apple und kaufen während dieser Zeit keine Musik mehr. In dieser Phase gehen die Labels leer aus.

Zu erwähnen wäre in diesem Zusammenhang noch, dass Apple anschließend höhere Abgaben als marktüblich an die Labels zahlt. Dies ist der Ausgleich für die ausbleibenden Zahlungen während der Testphase.

Kategorie: Apple

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4 Kommentare

  • Daniel

    Ich kann ein stückweit die Labels verstehen. Klar das sie eventuell ein paar Umsatzeinbußen haben, aber so dramatisch wie die das darstellen , so denke ich, wird es nicht sein. Vor allem langfristig bindet Apple durch die kostenlose 3 monatige Testphase mehr Leute, was sich im Anschluss positiv auf die Umsätze auswirkt. Somit wäre der Verlust ausgeglichen. Mich stört dabei diese Maßlosigkeit, seitens der Label. Eine Forderung zu stellen ist ok, aber es sollte realistisch bleiben.

    18. Jun 2015 | 19:13 Uhr | Kommentieren
    • David

      vorallem ist sind die Aussagen total bescheuert, was ist den mit Spotify aktuell … da regt sich keiner auf ??

      19. Jun 2015 | 10:18 Uhr | Kommentieren
  • Nico

    Ich kann die Labels und Künstler da schon ziemlich gut verstehen, insbesondere die wirklich kleinen und relativ unbekannten. Es ist schließlich tatsächlich so, dass spotify nun einmal wesentlich weniger kleine Künstler im Repertoire hat, dementsprechend erhalten diese auch garnichts von den Spotify. Und da die meisten Streaming-Anbieter so ziemlich das gleiche Amgebot haben, Apple hingegen als vorheriger „reiner“ Musik-Shop auch diese kleineren Künstler im Angebot hat, kann ich die Bedenken der Existenzgefährdumg schon verstehen, schließlich ist ein solch großer Partner meist eine der wenigen Bezugsquellen. Und wenn diese Quelle nun für volle drei Monate ausfällt, kann ich die Bedenken sejr wohl verstehen.

    Selbstverständlich sind das alles hier Vermutungen, dennoch würde ich mir auch nicht darüber freuen, wenn für 3 Monate, sagen wir 40% meines Umsatzes wegfallen.. (Ich weiß nicht, inwiefern diese Zahl der Realität entspricht, könnte mir eine ähnliche jedoch gut vorstellen!)

    19. Jun 2015 | 11:17 Uhr | Kommentieren
  • Nico

    Entschuldigung für die vielen Rechtschreibfehler, ist mir beim kurzen Überfliegen garnicht aufgefallen!

    19. Jun 2015 | 11:19 Uhr | Kommentieren

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