EU schafft 2017 Mobilfunk-Roaming-Gebühren ab

| 20:44 Uhr | 5 Kommentare

Mitte des Jahres kündigte es sich bereits an, nun ist es amtlich. Das Europäische Parlament hat die Abschaffung der Mobilfunk-Roaming-Gebühren besiegelt. Nachdem die Roaming-Gebühren in den letzten Jahren bereits sukzessive gemindert wurden, werden sie ab 2017 komplett entfallen.

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Roaming-Gebühren entfallen ab 2017

Am heutigen Tag hat das Europäische Parlament die Abschaffung der Mobilfunk-Roaming Gebühren innerhalb der EU gereglt. Stichtag ist der 15. Juni 2017. Zudem kommen erstmals EU-weite Vorschriften zur Gewährleistung des Zugangs zu einem offenen Internet, auch als „Netzneutralität“ bekannt, zur Anwendung. So sieht es die im Telekom-Paket enthaltene Neuregelung vor, welche das Parlament am Dienstag endgültig angenommen hat.

In der Pressemiteilung heißt es unter anderem

„Auf die Abschaffung der Roaming-Zuschläge haben seit langem alle gewartet: Bürger, Start-ups, KMUs und alle möglichen Organisationen. Dank dieser Vereinbarung wird Europa zudem die einzige Region weltweit, die offenes Internet und Netzneutralität rechtlich garantiert. Der Grundsatz der Netzneutralität gilt unmittelbar in den 28 Mitgliedstaaten. So wird auch sichergestellt, dass wir kein Internet der zwei Geschwindigkeiten bekommen“, sagte  die Berichterstatterin Pilar del Castillo (EVP, ES).

Weiter heißt es

Das neue Gesetz verpflichtet die Anbieter von Internetzugangsdiensten, den gesamten Verkehr bei der Erbringung solcher Dienstleistungen gleich zu behandeln, ohne Diskriminierung, Beschränkung oder Störung, sowie unabhängig von Sender und Empfänger, den abgerufenen oder verbreiteten Inhalten, den genutzten oder bereitgestellten Anwendungen oder Diensten oder den verwendeten Endgeräten – außer zum Beispiel bei gerichtlichen Anordnungen, zur Vorbeugung gegen Cyberangriffe oder um Netzüberlastungen zu vermeiden. Falls derlei „angemessene Verkehrsmanagementmaßnahmen“ erforderlich werden, sollten sie „transparent, nichtdiskriminierend und verhältnismäßig“ sein und nicht länger dauern als unbedingt nötig.

Bereits zuvor und ab dem 30. April 2016 gelten neue Obergrenzen. Ab diesem Tag dürfen

die folgenden Beträge nicht überschreiten:

  • €0.05 je Minute für Anrufe
  • €0.02 je SMS, oder
  • €0.05 je Megabyte Datenvolumen bei mobiler Internetnutzung

Die Obergrenze für eingehende Anrufe wird später in diesem Jahr festgelegt und soll dann voraussichtlich weit unter jener für abgehende Anrufe liegen.

Kategorie: iPhone

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5 Kommentare

  • Krusty

    Was sind „Übergrenten“?

    27. Okt 2015 | 21:12 Uhr | Kommentieren
  • Eddi

    Das heißt wir können uns aus dem EU Ausland günstigere Tarife holen und hier ganz normal nutzen? Oder gibt es Einschränkungen zB dass eine Karte nur maximal x Monate am Stück im Ausland benutzt werden darf?

    28. Okt 2015 | 1:07 Uhr | Kommentieren
    • eternity

      theoretisch wird das wohl schon gehen, nur bekommt man kaum einen Vertrag wenn man keinen Wohnsitz im jeweiligen Land hat.
      So war zumindest meine Erfahrung bis jetzt und das wird sich wohl auch nicht ändern.

      28. Okt 2015 | 11:40 Uhr | Kommentieren
    • Sebastian

      Es soll eine Begrenzung geben, was die Nutzung am Stück angeht, um genau diese Schlupflöcher für günstige Tarife zu verhindern…

      28. Okt 2015 | 13:11 Uhr | Kommentieren
  • Somaro

    Und damit die armen Telekommunikationsunternehmen nicht alle pleite gehen, wurde dieser Kompromiss bei den Roaminggebühren mit dem Abschaffen der Netzneutralität erkauft.
    .
    Also freut euch, dafür dass ihr ab 2017 – vielleicht – vier, fünf Euro in eurem Urlaub sparen könnt, dürft ihr laut beispielhafter Aussage der Telekom schon ab 2016 30%, 40%, 50% Aufschläge oder noch mehr für euren jetzigen Internet-Lebensstil bezahlen. Und auf die geschönte Pressemitteilung zu verweisen, hilft auch nicht.
    .
    Wir haben es versucht, aber „Abschaffung der Roaming-Gebühren beschlossen!“ bringt beim einfachen Volk eben Wählerstimmen und klingt einfacher als „Wir haben die Gleichbehandlung im Internet gesichert“.
    .
    🙁

    28. Okt 2015 | 5:13 Uhr | Kommentieren

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