Zweite Sammelklage wegen Wi-Fi-Assist eingereicht

| 17:01 Uhr | 2 Kommentare

Gegen Apple richtet sich eine weitere Sammelklage wegen des Datenverbrauchs durch WiFi-Assist. Das Feature war mit iOS 9 eingeführt worden. Millionen von Kunden sollen dadurch finanziell geschädigt worden sein.

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Die Klage ging an einem Bezirksgericht in Kalifornien. Inhaltlich unterscheidet es sich kaum von der Klage im letzten Monat. Apple wird darin beschuldigt, die Funktionsweise von Wi-Fi-Assist nicht von vornherein offen gelegt zu haben und damit den eigenen Kunden zusätzliche Kosten durch erhöhten Datenverbrauch eingebracht zu haben. Die Höhe des geforderten Schadenersatzes wird auf fünf Millionen Dollar angesetzt.

Vorwurf: Apple hat bewusst getäuscht

Vorgeworfen wird Apple ein Verstoß gegen das kalifornische Wettbewerbsgesetz und die gesetzlichen Bestimmungen für das Werbewesen. Apple hätte die iOS-9-Nutzer bewusst getäuscht, so argumentieren die Anwälte in ihrer Klageschrift (via Appleinsider).

Wi-Fi Assist wechselt automatisch ins Funknetz, wenn die Wi-Fi-Verbindung als nicht ausreichend eingestuft wird. Das kann unter anderem bei der Nutzung von freien Hotspots geschehen, wenn sich das iPhone automatisch mit ihnen verbindet. Die öffentlichen Hotspots sind häufig überlastet, haben eine geringe Bandbreite und dann wechselt Wi-Fi-Assist auf die teure Datenverbindung der Mobilfunkanbieter, die dann Kosten bei den Nutzern geltend machen. Der Nutzer selbst bekommt unter Umständen nichts davon mit, bis er die Rechnung seines Providers erhält.

Wi-Fi-Assist lässt sich deaktivieren; Apple hat reagiert

Laut Apple soll Wi-Fi-Assist den Kunden ein Surfen im Netz ohne Unterbrechungen garantieren. Das Feature lässt sich auch deaktivieren, so ist es nicht. Aber es ist nach dem Upgrade auf iOS 9 automatisch aktiviert. Der Nutzer wird darauf nicht explizit hingewiesen. Das bemängeln auch die Anwälte der Kläger.

Nach viel Kritik hat Apple inzwischen reagiert: Auf der Website des Anbieters wird die Funktionsweise des Features nun erklärt. Aus Sicht der Kläger hat der Konzern aber zu spät reagiert. Damit seien Kosten entstanden, die Apple zu verantworten hat – für Millionen von Kunden, wie es in der Klageschrift heißt.

Kategorie: iPhone

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2 Kommentare

  • Marco

    Die Klage finde ich richtig. Die Funktion muss deaktiviert ausgeliefert werden. Arrogant.

    15. Nov 2015 | 21:42 Uhr | Kommentieren
  • DANEK

    Stimme ich dir absolut zu Marco!

    So eine Funktion kann den Kunden viel Geld kosten und der wird bei dem Update nicht darauf hingewiesen. Nur wenn er sich auf eigeninitiative erkundigt und detaillierte News des Updates ließt.
    Wenn man iMesseges aktiviert, wird man doch auch hin gewiesen, das die ausgehende Aktivierungs-SMS Geld beim Provider kostet, wieso wird man den nicht bei Wifi-Assist vor dem Nutzen der Funktion gewarnt? Die Notizen oder Spotlight wird beim neustart von iOS9 ausführlich erklärt. Könnte ja beim Öffnen der Einstellungen auch hingewiesen.

    16. Nov 2015 | 10:15 Uhr | Kommentieren

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