2 Klagen gegen Apple: Error 53 und haptisches Feedback

| 8:05 Uhr | 3 Kommentare

Apple ist seit Donnerstag mit zwei neuen Klagen konfrontiert: Die Firma Immersion hat Apple wegen Patentverstößen beim haptischen Feedback angezeigt, darüber hinaus gibt es eine Sammelklage wegen des „Fehlers 53“, der dazu führt, dass die Reparatur des Fingerabdrucksensors durch Drittanbieter und nicht autorisierte Händler ein iPhone oder iPad unbrauchbar machen kann. Die Sammelklage wird von der Anwaltskanzlei Pfau Cochran Vertetis Amala geführt.

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Immersion entwickelt und lizenziert haptische Feedback-Technik. Neben Apple wurde auch noch AT&T angezeigt. Beide Unternehmen sollen, so die Klageschrift, Patente von Immersion verletzt haben.

Eine klare Bedrohung für Apple

Techniken wie 3D Touch, Force Touch und die Taptic Engine der Apple Watch seien dafür verantwortlich. Laut Immersion werden die Patente von mehreren Apple-Geräte verwendet, darunter iPhone 6, 6s, 6 Plus, 6s Plus, Apple Watch, Apple Watch Sport und Apple Watch Edition.

Laut Immersion-Chef Victor Viegas habe man über 20 Jahre an den Techniken gearbeitet. Er freue sich, zu sehen, dass diese Errungenschaften am Markt Anklang finden, aber er sieht gleichzeitig das Geschäft von Immersion davon bedroht, wenn die eigenen Entwicklungen einfach so kopiert werden.

Warum sich die Klage auch gegen den Telefonanbieter AT&T richtet, geht laut MacRumors aus der Klageschrift nicht klar hervor. AT&T verkaufe Apple-Produkte und trägt damit zur Patentverletzung bei, heißt es da lediglich.

Neben der Patentklage hat sich Immersion auch an die U.S. International Trade Commission gewandt. Die Behörde solle dafür sorgen, dass Apple die besagten Geräte nicht mehr in den USA verkaufen darf.

Apple wird Absicht unterstellt

Ebenfalls am Donnerstag erging die Sammelklage wegen des „Fehlers 53“ beim iPhone 6. Wenn Drittanbieter die Touch-ID-Hardware austauschen, kann der Abgleich auf Originalteile dazu führen, dass der Homebutton anschließend nicht mehr funktioniert.

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Darrell Cochran, Anwalt der Sammelklage, sieht Apple in der Schuld. Denn die reparierten Geräte würden erst eine ganze Weile reibungslos funktionieren. Erst später, nach einem Software-Update stellten sich bei manchen die Probleme ein. Deshalb unterstellt der Rechtsexperte Apple, die Geräte absichtlich zu sabotieren, damit sich keine Drittanbieter, die nicht autorisiert sind, in die Reparatur einmischen.

„Die Fehlermeldung 53 signalisiert, dass das Telefon tot ist. Apples Antwort war lediglich zu sagen: der Kunde hat keine Chance, der Fall ist nicht von der Garantie gedeckt“, so Cochran. Die Betroffenen könnten sich dann nur noch ein neues Gerät anschaffen – auf eigene Kosten selbverständlich.

Pfau Cochran Vertetis Amala fordert nun von Apple, den betroffenen Kunden unverzüglich neue iPhones zu geben. Darüber hinaus solle Apple fünf Millionen Dollar an Schadenersatz zahlen und über ein Softwareupdate die Fehlerursache ausräumen.

Laut MacRumors sollen einige Apple Stores dieser Forderung gefolgt sein. Apple habe die Stores angewiesen, die als defekt gemeldeten Teile kostenlos auszutauschen. Aber das ist nur ein Gerücht und es bezieht sich auch nur auf bestimmte Stores in den USA.

3 Kommentare

  • Instinct23

    Wie kriegt man eigentlich bitte sein Touch ID kaputt?
    Beim Knopf Mechanismus kann ich das verstehen, aber der Knopf selbst ist doch aus Saphirglas.
    Es ist zwar spröde, aber wie etwas so stark auf den Touch ID Button kommt ist mir unklar.

    13. Feb 2016 | 12:58 Uhr | Kommentieren
  • Gast1

    Instinct23…wie man ihn kaputt macht ist die eine Sache,
    wie man dann bei so einem sensiblen Bauteil zu
    irgend einem Bastelladen gehen kann der eine
    Chinakopie einbaut …???
    Seltenblöd… und deshalb sollte der Richter die Klage
    sofort unterbinden.

    13. Feb 2016 | 21:40 Uhr | Kommentieren
  • Eddi

    Also schön billig reparieren, Fehlermeldung kassieren und ein original Von Apple geschenkt bekommen… das nennen die also Gerechtigkeit?

    14. Feb 2016 | 14:39 Uhr | Kommentieren

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