Gründe, warum Apple in China produzieren lässt

| 13:05 Uhr | 4 Kommentare

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Designed in California. Assembled in China. Bekanntermaßen entwickelt und designed Apple in Kalifornien, der Großteil der Apple Gerätschaften wird allerdings in China zusammengebaut. Wenn ihr glaubt, dass es nur um die Kosten geht, dann solltet ihr euch eines besseren belehren lassen. Die New York Times geht in einem aktuellen Bericht intensiv darauf ein, warum sich Apple, sowie zahlreiche andere Unternehmen, für China als Produktionsstandort entschieden haben. Zudem kommt eine kleine Anekdote ans Tageslicht, die sich 2007 kurz vor dem Verkaufsstart des iPhone Classic abgespielt hat.

Laut dem Bericht der New York Times geht es Apple nicht nur um die niedrigeren Produktionskosten im asiatischen Raum. Die Flexibilität spielt eine entscheidende Rolle. Natürlich haben die Autoren ein kleines Beispiel parat. Wenige Wochen vor der Einführung des iPhone Classic im Jahr 2007 hat Apple Mitbegründer Steve Jobs ein paar hochrangige Apple Mitarbeiter zu einer Besprechung geladen. Im Rahmen des Meetings zog er ein iPhone Prototyp aus der Hosentasche und zeigte die zahlreichen Kratzer auf dem Display. Wenige Momente später zog er einen Schlüsselbund aus der Tasche.

Jobs wollte demonstrieren, dass etliche Kunden genau so mit ihrem iPhone umgehen werden. Das iPhone war ursprünglich mit einem Kunststoff Display geplant. Jobs machte deutlich, dass er so ein Produkt nicht verkaufen wolle. Die einzige Lösung schien ein widerstandsfähiges Glas. Jobs wollte ein perfektes Glasdisplay und das Ganze innerhalb von nur sechs Wochen.

Der Weg führte nur über den chinesischen Markt. Ein Foxconn Vorarbeiter ermunterte 8.000 Mitarbeiter und diese erhielten eine Kurzeinweisung. Innerhalb von nur 96 Stunden lief die Produktion an und die Foxconn Anlage konnte 10.000 iPhones pro Tag herstellen. Ein Unternehmen in den USA hätte dies nie in der Kürze der Zeit geschafft.

Kategorie: Apple

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4 Kommentare

  • Alex

    „Ein Foxconn Vorarbeiter ermunterte 8.000 Mitarbeiter und diese erhielten eine Kurzeinweisung“

    In diese Zusammenhang von Ermunterung zu sprechen ist wohl zweideutig. Ich möchte schon gern wissen, wie solche „Ermunterungen“ in China wohl ausgesehen haben. Aussicht auf besser Bezahlung, mehr Urlaub oder weniger Arbeitsstunden pro Woche werden es wohl kaum gewesen sein….

    Bitte versteht dieses NICHT als Angriff auf Apple, es ist ja bekannt, dass viele Unternehmen in China und Ländern mit ähnlichen Arbeitsbedingungen produzieren lassen. Nur sollten einem die Produktionsbedingungen schon bewusst sein, wenn man ein Produkt dieser Herstellter nutzt.

    23. Jan 2012 | 13:39 Uhr | Kommentieren
  • Rainer

    „Viele Unternehmen“ trifft hier ziemlich gut zu, wahrscheinlich 99% aller Handyhersteller. Ausser Apple ist mir aber kein anerer bekannt, der zumindest seinen Ethikbericht der Öffentlichkeit zugänglich macht – oder wissen wir, wie die Lage bei HTC & Co. ist? Von daher schon mal nicht schlecht und ich denke auch, dass sich Apple zumindest ernsthaft bemüht, seine Lohnfertiger korrekt zu behandeln.

    23. Jan 2012 | 20:10 Uhr | Kommentieren
  • Johannes

    Es ist Grundsätzlich nicht in Ordnung, solche Argumente, wie hier genannt wurden, zu feiern.

    Also das:

    „Ein Foxconn Vorarbeiter ermunterte 8.000 Mitarbeiter und diese erhielten eine Kurzeinweisung“

    ist schon ein Schlag ins Gesicht der Familien die hinter jeden einzelnen Foxconn Mitarbeiter stehen.
    In China wird sicher ermuntert, aber ich glaube nicht das die Ermunterung eine Anhebung der Prämie oder ein Sonderurlaub ist. Ich gehe eher davon aus, das simple Erpressung der Weg war. Der Chinese selbst steht dann da und hat dann die Wahl zwischen Arbeiten ohne Bezahlung oder Arbeiten mit schlechter Bezahlung und 100 ten unbezahlten Überstunden. Verhungern will er nicht, also ist Option B leider die einzige Möglichkeit.

    Nein, leider katapultiert sich Apple auf die gleiche Stufe wie KIK oder NKD oder Tacho usw….

    Obwohl der Kunde viel Geld für die Produkte bezahlt. Die sehr gut in der Qualität sind und die eines haben eine sehr ausgereifte Software.

    Würde Apple den Weg beschreiten, in den USA zu produzieren, würde Apple echte Grösse beweisen. Aber diesen Schneid haben die nicht. Ganz sicher nicht. Schade eigentlich.

    23. Jan 2012 | 20:52 Uhr | Kommentieren
  • Schicksal

    Man darf nicht vergessen, dass es in den asiatischen Ländern andere Sitten und Mentalitäten gibt. In einer Firma arbeiten ist einer Familie anzugehören. Da sind die Motivationen ganz andere als in den westlichen Ländern. Ich möchte das nicht verteidigen, aber es ist immer die Frage, wie die Angestellten es sehen.
    Und wenn ich keine Zeit habe und mich ein Freund oder Familie um einen Gefallen bittet, dann nehme ich mir die Zeit.
    Solange man nicht weiß, wie es die Mitarbeiter dort sehen, darf man …glaube ich… sich kein Urteil erlauben.
    Mag sein, dass es sch… für die Arbeitnehmer ist, kann aber auch sein, dass sie voller Stolz sowas auf die Beine stellen.
    Ich weiß es jedenfalls nicht…

    24. Jan 2012 | 7:21 Uhr | Kommentieren

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