Die Irrelevanz von Microsoft

| 17:52 Uhr | 7 Kommentare

Zugegebenermaßen ist die Überschrift „The irrelevance of Microsoft“, die Benedict Evans für seinen Beitrag gewählt hat, ein wenig provokan aufgestellt, letztendlich gibt sie jedoch den Strudel wieder, in dem sich Microsoft seit einigen Jahren befindet.

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Microsofts Quartalsergebnisse waren die letzten Male durchaus solide bis gut. Doch manchmal bedarf es einer mehrjährigen Statistik, um Trends zu erkennen. Ein paar davon hat unser US-Kollege direkt parat. Der durchschnittliche Computerverkaufspreis (inkl. Macs) ist in den letzten Jahren deutlich gesunken. Dieser hatte rund um Windows 95 seinen Hochpunkt. Sinkende Verkaufspreise sowie die aufstrebende PC-Industrie sorgten für stark steigende PC-Verkäufe.

Insbesondere die letzten Jahren haben den Markt jedoch deutlich durcheinander gewürfelt. Betrachtet man die sogenannten smart connected devices, zu denen neben den Computern auch die immer beliebter werdenden Tablets und Smartphones gehören, so erlebte Microsoft eine rasante Talfahrt. Von über 90 Prozent Marktanteil ging es auf unter 25 Prozent.

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Mit Windows 95 erlebte Microsoft einen Höhenflug. Das Internet kam so langsam in Schwung und irgendwie hat es das Redmonder Unternehmen verpasst auf diesen Zug aufzuspringen. Anfangs benötigen Anwender PCs, um das Internet nutzen zu können. Microsoft sah keinen ausreichenden Bedarf, sich auf „neue“ Geräte zu fokussieren. Trends wurden verpasst. Die PC-Verkäufe werden nicht von heute auf morgen auf Null fallen, jedoch vermutlich weiter sinken.

Apple hatte vor einigen Jahren den richtigen Riecher und brachte mit dem iPhone und iPad zwei Geräte auf den Markt, die zwei Produktkategorien neu definierten und vom Verbraucher sehr gut angenommen wurden/werden. Dies ist jedoch kein Schutz davor, ein ähnliches Schicksal zu erleiden. Der Wettbewerb sowohl auf dem Smartphone- als auch Tablet-Segment ist deutlich härter geworden. Apple ist, wie anderen Hersteller auch, gefordert, den Blick nach vorne zu richten und mit neuen frischen Ideen den Konsumenten zu begeistern.

Bei diesem Prozess, zumindest was Smartphones und Tablets betrifft, scheint Microsoft ein paar Jahre zurück zu liegen. Windows Phone ist in unseren Augen ein gutes Betriebssystem, die Kooperation mit Nokia führt jedoch noch nicht zum gewünschten Erfolg. Surface ist eine ähnliche Story. Deutlich zu spät und noch nicht vom Kunden angenommen.

(Ein Klick auf die eingebundenen Bilder vergrößert diese.)

7 Kommentare

  • Somaro

    Also ich glaube viel mehr kann man Statistiken nicht manipulieren um eine Meinung zu untermauern. So ist zwar der Preis von Computern gesunken, der Preis von Windows und office aber sogar noch gestiegen.
    .
    Und klar, dass MS statistisch einen Absturz erlebt, wenn Tablets und Smartphones plötzlich bei den PC-verkäufen mitgerechnet werden. Bei den PCs und office selbst hat MS nämlich verkaufsrekorde mit Seven und 2010 gebrochen.
    .
    Ja, MS hat ein paar Bereiche abgeben muessen, das Kerngeschäft läuft aber besser denn je, insbesondere da es immer noch keine Konkurrenz gibt. Die letzte Minibastion hat ihre Business-Kompetenzen immer weiter beschnitten und konzentriert sich lieber auf den Consumer Markt wo sie Marktführer sind.
    Eigentlich schade. Konkurrenz belebt auch im geschäftlichen Bereich einfach das Geschäft.

    26. Jul 2013 | 21:38 Uhr | Kommentieren
  • TabletMan

    Und über MS Office geht nichts. Die Mac Version ist Top.

    26. Jul 2013 | 21:46 Uhr | Kommentieren
    • Steve

      Also Top ist die sicher nicht. Habe jahrelang auf MS 2000, XP, Vista und 7 jeweils mit einem aktuellen Office gearbeitet. Vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren habe ich freiberuflich komplett auf Mac gewechselt. Eigentlich reibungslos. Aber das Officepaket… Naja, aber was soll’s…

      26. Jul 2013 | 22:37 Uhr | Kommentieren
  • chérel

    In Firmen ist MS immer noch top. Nix mit Irrelevanz.

    Irrelevant ist höchstens Apple.

    26. Jul 2013 | 22:20 Uhr | Kommentieren
    • TabletMan

      Nur Office. Wir haben erst vor kurzen z.b in einer größeren Stadt in der Pfalz SÄMTLICH Server auf OSX umgestellt, einige Linux Kisten gibt es noch.
      Deutschland größte Verlag ist auch vor Jahren von Win auf Mac umgestiegen.
      Bei uns stellen gerade sämtliche Sparkassen um, mir ist dies bekannt da ich ein Angebot eingereicht habe.

      27. Jul 2013 | 9:21 Uhr | Kommentieren
  • lala

    Na da liegst du aber daneben. Ich habe eine Firma und ausser Office ist MS irrelevant. Bei vielen anderen Unternehmen sehe ich ähnliche Tendenzen. Bei mobilen Geräten ist iOS eh auch im Geschäftsbereich dominierend. Da kannst du mit Windows Phone nix reissen.
    Und jetzt mal erlich ,Top war MS auch im Geschäftsbereich nie sondern es gab keine echte alternative.

    27. Jul 2013 | 4:16 Uhr | Kommentieren
  • MarioWario

    Die haben sich zum Teil den Markt selbst kaputt gemacht. Beispiel: Netbooks mit RAM-Beschränkungen und Größenlimits für Festplatten, zudem noch eine Spezial-Windows-Version die maximal drei Programme gleichzeitig ausführen kann – so baut man keine Kundenbeziehung auf (eher ab). Allein dieser Fehler hat dem Markt immens geschadet. Netbooks könnten mit einer guten APU, SSD und großer RAM-Bestückung die kleinen Macbook Modelle weitgehend verdrängt haben. Das Segment wurde weder von Apple noch von Microsoft verstanden (11″ MBair ist meiner Meinung durch die Breite kein Ersatz für ein Netbook). Als Positiv-Beispiel: Xbox (irgendwie machen die ja noch Profit, neben den Linux-Lizenzen).

    27. Jul 2013 | 12:03 Uhr | Kommentieren

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