Test: MacBook Pro mit Retina Display (Ende 2013)

| 19:20 Uhr | 5 Kommentare

Ende Oktober hat Apple erwartungsgemäß das neue MacBook Pro mit Retina Display (Ende 2013) vorgestellt. Im Vergleich zum Vorgängermodell, 2012 erschien erstmals ein MacBook Pro mit Retina Display, hat Apple punktuell nachgebessert. Bei nahezu gleichbleibender Optik hat der Hersteller in erster Linie im Gehäuseinneren das Gerät aufgewertet.

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Apple setzt ab sofort auf Intel Core Prozessoren der vierten Generation, kurzum Intel Haswell, neue Grafikchips, schnelleren SSD-Flash-Speicher, schnelleres WiFi, eine längere Akkulaufzeit und auf Thunderbolt 2.

Fünf Standardmodelle bietet Apple an. Diese unterscheiden sich im verbauten Prozessor, Arbeitsspeicher und bei der Grafikeinheit. Bei den 13“ Modellen können sich Anwender zwischen einem 2,4GHz Dual-Core Intel Core i5 mit 4GB Ram, 128GB SSD und Intel Iris, sowie einem 13“ rMBP mit 2,4GHz Dual-Core Intel Core i5 mit 8GB Ram, 256GB SSD und Intel Iris Grafikkarte und einem 13“ Retina MacBook Pro mit 2,6GHz Dual-Core Intel Core i5 mit 8GB Ram, 512GB SSD und Intel Iris Graphics entschieden.

Beim 15“ MacBook Pro mit Retina Display wählt ihr zwischen einem Modell mit 2,0GHz Quad-Core Intel Core i7 mit 8GB Ram, 256GB SSD und Intel Iris Pro Graphics sowie einem 15“ rMBP mit 2,3GHz Quad-Core Intel Core i7, 16GB Ram, 512GB SSD, Intel Iris Pro Graphics und Nvidia GeForce GT 750M. Je nach Modell könnt ihr die Standard-Modelle mit einem stärkeren Prozessor, mit bis zu 16GB Ran und mit bis zu 1TB SSD-Speicher ausstatten. Für jeden Geschmack sollte etwas dabei sein.

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In unserem Test kommt das leistungsstärkere 15“ MacBook Pro mit Retina Display (Ende 2013) zum Einsatz.

Design / Verarbeitung
Zum Design und zur Verarbeitung muss man nicht zu viele Worte verlieren. Apple macht genau da weiter, wo es im vergangenen Jahr aufgehört hat. Das Aluminium Unibody Gehäuse ist hochwertig verarbeitet, es knarzt nichts und das Gerät mach auf jedem Schreibtisch einen edlen Eindruck. Beim 13“ Modell konnte Apple das Gehäuse sogar 0,1cm dünner gestalten als bei der Vorgängerversion. Wenn wir ehrlich sind, merkt bzw. sieht man dies im direkten Vergleich nicht wirklich. Es ist jedoch „gut zu wissen“. Das 15“ Modell ist unverändert groß geblieben. (Das eingebundene Fotos zeigt den Vergleich zwischen einem Retina MacBook Pro 2013 und einem non-Retina MacBook Pro 2011)

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Das 13“ MacBook Pro mit Retina Display misst 1,8cm x 31,4cm x 21,9cm und wiegt dabei gerade mal 1,57kg. Das 15“ Retina MacBook Pro 2013 misst 1,8cm x 35,89cm x 24,71cm und wiegt dabei nur 2,02kg.

Display
Beim 15“ Retina MacBook Pro setzt Apple genau wie im Vorjahr auf 2880 x 1800 Pixel, damit erreicht Apple eine Pixeldichte von 220ppi. Das Display ist gut ausgeleuchtet und auch bei einer Draufsicht aus spitzem Winkel bietet das Gerät dank IPS Technologie noch eine sehr gute Anzeige.

Das Display macht wirklich Freude. Unterstützen die angezeigten Inhalte die Retina Auflösung, so wird alles gestochen scharf dargestellt. Apples eigene Software ist seit längerem Retina-fähig und auch im Internet setzen immer mehr Webseiten auf eine höhere Auflösung.

Nichtsdestotrotz gibt es noch immer Inhalte und Applikationen, die das Retina Display noch nicht unterstützen. Es wird noch eine Weile dauern, bis der Großteil der Apps angepasst ist. Erst kürzlich wurden z.B. WISO steuer:mac 2014 Retina-Grafiken spendiert.

Die Farben werden gut und „naturgetreu“ dargestellt, der Vergleich zum MacBook Pro ohne Retina Display ist gewaltig und mit dem Umstieg vom iPhone 3GS auf das iPhone 4 oder vom iPad 2 auf das iPad 3 zu vergleichen. Auch damals hatte Apple die entsprechenden Geräte mit einem Retina Display nachgerüstet. Der Anblick ist überzeugend und bis dato ist uns kein besseres Display bei einem Computer über den Weg gelaufen.

Zu beachten gilt, dass das Retina Display „glossy“ und somit spiegelnd ist. Bei normalen Lichtverhältnissen stellt dies kein Problem dar, so dass das Display sehr gut abgelesen werden kann. Bei direkter Sonneneinstrahlung spiegelt das Display, auch wenn Apple die Blendeffekte bereits minimieren konnte. Wenn man einmal ein Retina Display beim MBP gesehen hat, will man nicht mehr zurück.

Leistung

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Bei den neuen MacBook Pro 2013 verbaut Apple Intel Haswell Prozessoren. Intel hat bei der Entwicklung dieser Prozessoren das Hauptaugenmerk auf die Akkuleistung und nicht auf die reine Prozessorleistung gelegt. Je nach Modell ist die CPU-Leistung um bis zu 10 Prozent gestiegen. Das ist bei einem Generationswechsel nicht besonders viel, gibt der Angelegenheit jedoch einen kleinen Leistungsschub. Per Geekbench 3 konnte wir folgende Werte erreichen: 3143 (Single-Core) und 11995 Punkte (Multi-Core).

Akku
Gleichzeitig konnte Apple die Akkuleistung der Geräte verbessern. Bis zu 9 Stunden drahtloses Surfen und bis zu 9 Stunden Wiedergabe von iTunes Filmen listet Apple beim 13“ Modell (Verbesserung um 2 Stunden). Beim größeren 15“ Modell sind es bis zu 8 Stunden (Verbesserung um 1 Stunde). Trotz größerem Akku (71,8Wattstunden beim 13“ Modell vs. 95 Wattstunden beim 15“ rMBP) liegt die Akkulaufzeit, die Apple für das 15“ Modell angibt, unter dem Wert des 13“ Modells. Der größere Akku kann den Verbrauch durch das größere Display beim 15“ Modell mit seinen 2880 x 1800 Pixeln (220ppi) sowie der Duad-Core CPU nicht auffangen.

Wir haben für unseren MacBook Pro 2013 Test einen iTunes Film in die Dauerschleife geschickt, nach 08 Stunden 17 Minuten war der Akku leer. Ein ordentlicher Wert, mit dem Apple sein selbst gestecktes Ziel erreichen kann.

PCIe basierter SSD-Flashspeicher
Auch wenn Apple beim Vorjahresmodell ausschließlich auf SSD-Speicher gesetzt hat, möchten wir diesen Punkt hier getrennt in einem Unterpunkt behandeln. Richtig, Apple setzte auch schon im letzten Jahr auf SSD-Speicher, dieser wurde jedoch nur mit SATA angebunden. Mit der jüngsten Retina MacBook Pro Generation setzt Apple auf eine PCIe basierte Anbindung, dies führt zu einem enormen Geschwindigkeitszuwachs.

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Erste Tests haben gezeigt, dass das Geräte eine Lesegeschwindigkeit von bis zu 1,187GB/s und eine Schreibgeschwindigkeit von bis zu 1,142GB/s bietet. Wir selbst haben ebenso einen SSD-Test durchgeführt und sind auf 727,8MB/S Lesegeschwindigkeit und 713,0MB/S Schreibgeschwindigkeit gekommen. Dies stellt im Vergleich zum Vorjahr einen enormen Sprung dar. Hat man einmal auf ein System mit SSD gesetzt, will man nie wieder eine normale HDD verwenden.

Sonstiges
Was gibt es sonst noch zu erwähnen? Apple setzt beim MacBook Pro nun auch auf 802.11ac WiFi. Die erhöhte Geschwindigkeit und die bessere Reichweite wirkt sich natürlich nur aus, wenn die Gegenstelle und somit euer Router ebenfalls 802.11ac WiFi unterstützt. Die aktuelle Time Capsule und die AirPort Extreme Basisstationen unterstützen ebenso 802.11ac WiFi. Hier findet ihr unseren separaten Test zur Time Capsule 2013.

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Das MacBook Pro 2013 ist der erste Mac, den Apple mit Thunderbolt 2 ausstattet. Zwar wird der Mac Pro 2013 auch mit Thunderbolt 2 ausgerüstet, dieser erscheint allerdings erst im Laufe des Dezembers. Neben den zwei Thunderbolt 2 Anschlüssen erhaltet ihr zwei USB 3.0 Anschlüsse, zwei Mikrofone zur Geräuschunterdrücke bei Audioaufnahmen und FaceTime- sowie Skype-Anrufen. Ein HDMI-Anschluss, MagSafe 2, Bluetooth 4.0 und ein SDHC Kartensteckplatz sind ebenso nach wie vor an Bord.

Fazit
Viel Licht, wenig Schatten, so lässt sich unser Urteil zum MacBook Pro mit Retina Display (Ende 2013) zusammen fassen. Apple hat bei der CPU, bei der Grafikeinheit, beim SSD-Speicher, bei der WiFi-Verbindung sowie der Akkulaufzeit deutlich nachgebessert. Optisch gibt es bis auf die 0,1cm bei der Dicke des 13“ Modells keine Unterschiede.

Anwender müssen sich vor dem Kauf genau überlegen, für welche Konfiguration sie sich entscheiden möchten. Ein Aufrüsten ist nicht wirklich möglich. Überlegt euch genau, wieviel Arbeitsspeicher und wieviel SSD-Speicher ihr benötigt. Diese Entscheidung ist in unseren Augen deutlich wichtiger als die GHz-Zahl.

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Lediglich beim High-End 15“ Modell bietet Apple mit der Nvidia GT 750M eine native Grafikkarte an. Alle anderen Modelle sind mit einer Intel Iris bzw. Intel Iris Pro Grafikkarte ausgerüstet. Diese stellt im Vergleich zur Intel HD 4000 eine deutliche Steigerung dar und deckt sicherlich zahlreiche Einsatzgebiete ab, wir hätten uns jedoch gewünscht, dass Apple beim 13“ Modell und bei beiden 15“ Modellen die Möglichkeit zur nativen Grafikkarte gegeben hätte.

Wir werden immer mal wieder gefragt, für wen sich ein Umstieg von Modell A auf Modell B lohnt. Wenn ihr das Geld übrig habt und einen neuen Computer kaufen möchtet, greift zu. Der Unterschied zu den älteren MacBook Pro (ohne Retina Display) wird zudem immer größer, hat man einmal mit einem Retina Display gearbeitet, möchte man dieses nicht missen. Anwender, die bereits über das Vorgänger-Modell des Retina MacBook Pro 2013 verfügen, sollten sich zweimal überlegen, ob sie zugreifen oder nicht. Die größten Neuerungen beim aktuellen Modell liegen aus unserer Sicht eindeutig in der SSD-Geschwindigkeit sowie in der Akkuleistung.

Interessanterweise hat Apple ein MacBook Pro ohne Retina Display im Programm behalten. Es handelt sich um das 13“ non-Retina MacBook Pro mit 2,5GHz Dual-Core Intel Core i5, 4GB Ram, 500GB Festplatte und Intel HD Graphics. Ein paar Käufer für dieses Modell wird es sicherlich noch geben, sonst hatte Apple dieses Modell längst auslaufen lassen. Aber seien wir doch mal ehrlich. Außer einem DVD-Laufwerk, das der ein oder andere Anwender noch intern verbaut haben möchte, bietet das MacBook Pro ohne Retina Display nur Nachteile (ältere CPU, nur eine normale Festplatte, kürzere Akkulaufzeit, schlechtere Grafikeinheit und mehr). Wenn es schon ein neues MacBook Pro 2013 werden soll, dann doch ein Modell mit Retina Display.

Preis & Verfügbarkeit
Ihr könnt das neue Retina MacBook Pro 2013 unter anderem im Apple Online Store kaufen. Die drei 13″ Standardmodelle bietet Apple je nach Ausstattung zum Preis von 1299 Euro, 1499 Euro und 1799 Euro an. Die Lieferzeit beträgt derzeit „Versandfertig: 3 – 5 Geschäftstage“. Für die 15″ Standard Retina MacBook Pro ruft Apple 1999 Euro bzw. 2599 Euro auf. Die beiden zuletzt genannten Modell sind sofort lieferbar.

Hier findet ihr das MacBook Pro mit Retina Display im Apple Online Store

5 Kommentare

  • Philipp

    Zu dem Thema Festplattengeschwindigkeit.

    Mbit/s und MB/s (wie in eurem Screenshot) sind zwei unterschiedliche Dinge 😉
    Ihr habt 713 MB pro Sekunde an schreibenden Daten geschafft. 1187 Mbit/s wären nur knapp 143MB/s

    01. Dez 2013 | 19:31 Uhr | Kommentieren
  • Lennard

    Hi, eure Eindrücke decken sich größtenteils mit meinen. Habe mir vor zwei Wochen das 15″ Retina gegönnt. Ist der absolute Wahnsinn und möchte es nicht mehr missen. Habe das 15″ Retina MacBook Pro mit 2,0Ghz bestellt. Reicht mir völlig.

    Gruß

    01. Dez 2013 | 19:39 Uhr | Kommentieren
  • ray

    Das ist viel Geld für ein „Notebook“. Ich besitze momentan noch ein Macbook Pro late 2010 mit 1500 Ladungen und in einem nicht mehr so guten Zustand. Dennoch überlege ich noch etwas Geld zu investieren für einen neuen Akku sowie 8gb Arbeitsspeicher. Ich hatte vorher einen Dell und bin direkt von Windows auf Mac umgestiegen und bereue es nicht. Gut bei 350 Euro kann man nicht viel falsch machen 😀 Mittlerweile mag ich sogar meinen Gaming Pc gegen ein iMac eintauschen. Finde leider nur keinen. Preis ist halt immer eine sehr happige Sache… .

    01. Dez 2013 | 21:26 Uhr | Kommentieren
  • Fe

    Einzig richtige Entscheidung sich für PCIe zu entscheiden. Die SSDs entwickeln sich einfach viel schneller, als dass der SATA Standart da hinterher kommen würde. Schade, dass die SSDs durch den SATA III Standart auf etwa 550MB/s limitiert sind auch wenn IMHO die IOPS viel entscheidender sind.

    Man vergleiche mal die IOPS von SSDs und HDDs:
    HDDs: 100-1000 IOPS
    SSDs: 50.000- >100.000IOPS

    Und deswegen sind SSDs so viel schneller!

    02. Dez 2013 | 16:17 Uhr | Kommentieren
  • Matenza

    Ich hab ein mid2010 13″ mbp. In 2011 hab ich die cd laufwerk rausgeschmissen und ein ssd neben den hdd eingebaut. Jetzt hab ich das beste von Beide Welten. System a Programme laufen von ssd, Music, Filme und Photos auf dem Hdd. Das beste upgrade das mann sich vorstellen kann. Empfehle jeder.

    08. Dez 2014 | 6:31 Uhr | Kommentieren

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