Italienische Wettbewerbshüter gehen gegen Freemium-Geschäftspraktiken vor

| 18:33 Uhr | 0 Kommentare

Die italienische Wettbewerbsbehörde untersucht nach einem Bericht des Wall Street Journal zurzeit die Freemium-Angebote diverser Online-Shops, dazu zählen auch der App Store Apples und Googles Play Store. Die Behörde vermutet betrügerische Absichten hinter den als kostenlos ausgeschriebenen Freemium-Apps.

freemium beispiel app store

Es wird der Eindruck erweckt, die Angebote wären komplett kostenfrei, was bei Freemium-Apps bekanntlich nicht der Fall ist. Der Vorwurf gegen die beteiligten Unternehmen lautet insofern: Sie halten den Nutzern die nötigen Preisinformationen bewusst vor und verstoßen insofern gegen die Wettbewerbsregeln.

Im Kern geht es darum, dass ein interessierter Kunde vor dem Download einer solchen App erstens nicht wissen kann und soll, welche Kosten auf ihn durch die Nutzung wirklich zukommen können – und dass zweitens die später entstehenden Zahlungen automatisch über Kreditkartenkonten abgebucht werden, sodass die Betroffenen erst im Nachhinein von den finanziellen Konsequenzen ihrer App-Nutzung erfahren.

Das Einschreiten der italienischen Wettbewerbshüter folgt auf eine Initiative der Europäischen Union, die sich für eine Reform des Freemium App Modells stark macht und in Verbindung mit der italienischen Behörde steht.

2011 war Apple schon einmal in den Fokus geraten, damals musste das US-Unternehmen 900.000 Euro an Strafe für unlauteren Wettbewerb in Zusammenhang zu Garantieleistungen zahlen. Obwohl Apple seine Standards daraufhin angepasst hatte, durfte der Konzern im darauf folgenden Jahr erneut eine geringere Strafgebühr entrichten, da die Änderungen den gesetzlichen Vorgaben noch nicht genügt hatten. Im aktuellen Fall könnten bis zu 5 Millionen Euro für jedes der beschuldigten Unternehmen fällig werden.

Die App-Wirtschaft ist inzwischen zu einer echten Größe angewachsen und verspricht ein weiter boomendes Geschäft in den nächsten Jahren. Mit einer Million Beschäftigten allein in Europa soll sich ihr Umsatz bis 2018 auf 62 Milliarden Euro verdreifachen, so aktuelle Prognosen. Insofern ist es naheliegend, dass in diesem Bereich hart um die Spielregeln gekämpft wird. (via)

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