„Double Irish“: Irland will Steuerschlupfloch schließen (Update)

| 16:12 Uhr | 0 Kommentare

Immer mal wieder sind wir in den letzten Jahren auf die Steuerpraktiken verschiedener Unternehmen eingegangen. Jedes Unternehmen will nach Möglichkeit so wenig Steuern wie möglich bezahlen und sich dabei legaler Steuertricks bedienen. Beim Endverbraucher ist es nicht anders, auch dieser möchte so wenig Steuern wie möglich ans Finanzamt überweisen.

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Irland will „Double Irish“ Steuerschlupfloch schließen

Viele Unternehmen greifen bei ihren Steuerpraktiken auf Irland und das sogenannte Modell „Double Irish With a Dutch Sandwich“ zurück. Auch Apple. Aufgrund der Besondersheiten des irischen Steuerrechts, werden Gewinne eines Unternehmens über verschiedene „Umwege“ verlagert, um verglichsweise niedrige Steuersätze zu zahlen.

Das „Double Irish Prinzip“ nutzt zwei irische Unternehmen. Nach irischem Steuerrecht werden Unternehmen in Irland nur dann besteuert wenn sie ihren Unternehmenssitz auch in Irland haben. Laut US-Recht sind Tochterunternehmen in dem Land steuerpflichtig, in dem sie gegründet wurden. Durch verschiedene Transaktionen zwischen den Unternehmen kann die Steuerschuld massiv gesenkt werden. Dei eigentliche Steuersatz in Irland beträgt 12,5 Prozent. Apple und viele weitere Unternehmen schaffen es jedoch, diesen auf 2 Prozent zu drücken. Die EU prüft gerade diese Vorgehensweise auf ihre Rechtmäßigkeit.

Irland will nun das Steuerschlupfloch schließen, so Reuters. Die Änderungen will man in Kürze bekannt geben. Es heißt, dass man Unternehmen, die bereits in Irland tätig sind, eine Übergangsfrist einräumen möchte, um ihre Steuerpraktiken anzupassen. Die Nachrichtenagentur gibt zu bedenken, dass mehr als 1.000 Unternehmen eine Niederlassung in Irland gegründet haben. Insgesamt stehem 160.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Dies entspricht einem Zehntel aller irischen Arbeitsplätze.

Übrigens: Der Zusatz „with a Dutch Sandwich“ bezieht sich auf die legale Umgehung der Zahlungspflicht für die Quellensteuer. Zwischen Irland und den Niederlanden besteht ein Abkommen, dass Lizenzgebühren von Steuern ausnimmt. Unternehmen schicken kurzerhand ihr Geld in die Niederlande und dann per Rücküberweiseung nach Irland. So entfällt die Quellensteuer.

Update 15.10.2014 18:44 Uhr: Mittlerweile hat die irische Regierung bestätigt, dass man das „Steuerschlupfloch“ schließen und eine Reform des Steuerrechts durchführen wird. Unternehmen, die bereits in Irland ansässig sind, wird eine Übergangsfrist bis 2020 eingeräumt, um die neuen Steuerrichtlinien umzusetzen. Wir sind gespannt wie Apple und viele weiteren Unternehmen reagieren. Über 1.000 Firmen haben eine Tochtergesellschaft in Irland.

Kategorie: Apple

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