Daten als Geschenk?

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Was wäre die Werbebranche ohne all unsere Daten? Früher, noch vor fünfzehn oder zwanzig Jahren, gab es sie schon, die Unternehmen, die Adress- und Kundendaten sammelten und verkauften.

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Was die Branche von damals zu heute unterscheidet, ist das schiere Ausmaß dieser Daten, der Umfang der Datenbanken. Längst werden nicht mehr nur Namen und Adressen registriert, sondern auch Vorlieben, Interessen und Kaufgewohnheiten, die Anzahl und Namen der Freunde und Verwandten, Aufenthaltsorte, Arbeitgeber und Kontodaten. Schließlich ist es für die Nutzer jener Datenbanken nicht unerheblich zu wissen, ob ein Kunde sich ein bestimmtes Produkt überhaupt leisten kann oder nicht.

Dabei können die Datensammler auf eine Vielzahl von Quellen zurückgreifen. Neben den traditionellen Quellen hat sich längst das Internet als Hauptlieferant etabliert. Und dieses Internet ist durch die exzessive Verbreitung der Smartphones mittlerweile überall mit von der Partie, wo Menschen wirtschaftlich oder gesellschaftlich handeln.

Einen wirksamen rechtlichen Schutz im Sinne des sogenannten „Rechts auf informationelle Selbstbestimmung“ gibt es nicht, da die Wirtschaft bei wichtigen politischen Entscheidungen über Datenschutzgesetze bislang immer das letzte Wort hatte.

Deshalb ist es auch kein Wunder, wenn nahezu im Wochentakt von neuen Datenschutzskandalen berichtet wird. Ein gutes Beispiel ist WhatsApp. In diesem Beitrag wird dargelegt, wie eine Studie enthüllt, wie leicht es ist für jedermann, an bestimmte Nutzerdaten heranzukommen – und wie wenig Interesse die Nutzer aufbringen, ihre Daten für sich zu behalten.

Diese Haltung mag bequem erscheinen. Andererseits ist sie aber auch konsequent – konsequent in der Hinsicht, dass, wenn es schon keinen effektiven Datenschutz gibt und man am gesellschaftlichen Leben wie alle anderen teilnehmen möchte, man sich auf die undurchsichtigen Datenpolitiken der Unternehmen – wie eben derjenigen von WhatsApp – einfach einlassen muss. Den Unterschied macht eben nur, wer weiß, welche Daten bei welcher Aktion erfasst werden könnten.

Der gläserne Bürger von morgen fordert vielleicht sogar eine Gegenleistung für jedes Mal, bei dem seine Daten den Verwerter wechseln. Die Datenwirtschaft könnte sich erkenntlich zeigen für die umfassenden Informationen, die er ihr freiwillig zur Verfügung stellte.

Kategorie: Apple

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