Bezirksstaatsanwalt greift an: Terroristen würden iPhone wählen

| 7:54 Uhr | 7 Kommentare

Eine bessere Werbung kann man sich kaum vorstellen: Der Bezirksstaatsanwalt von Manhattan, Cyrus Vance Jr., hat im Radiointerview das iPhone als „die beste Wahl für Terroristen“ bezeichnet. Und wieso? Weil ab iOS 8 bestimmte Speicherinhalte standardmäßig verschlüsselt werden. Bingo!

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Wir gönnen uns ein Zitat:

„Was Apple hier geschaffen hat, ist dunkel. Die Strafverfolgung ist nicht einmal auf richterlichen Erlass in der Lage, die Inhalte aus dem Gerät auszulesen. Daraus wird sicherlich das von Terroristen am meisten genutzte Kommunikationsmittel.“

Wenn es nicht so ernst wäre, könnte es zum Lachen reizen: Denn mit seinen Worten startete der Anwalt auch einen neuen Generalangriff auf Apples kundenfreundliche Strategie gegen die US-Überwachungsmanie. Bisher habe, so Cyrus Vance, das Softwareupgrade kaum die Aufmerksamkeit gefunden, die ihm aus Sicht der Strafverfolgung (und Terroristenjagd) gebührt.

Druck auf die Politik ausüben; auch Google sei böse

Damit liegt für ihn der Schluss auf der Hand: Die Behörden müssen Druck auf die Politik ausüben, damit Apple die Änderung wieder rückgängig mache. Eine solch Terroristen-freundliche Software dürfe es nicht geben, so Vance.

Sein Aufruf zielt nicht nur gegen Cupertino. Auch Google verfolge mit Android ähnliche Wege, die auf das gleiche Resultat für die Strafverfolger hinausliefen. Und die Marktanteile dieser beiden Technikriesen sei so groß, dass sie schließlich die Mehrheit aller Smartphones auf der ganzen Welt kontrollieren. Und Vance legt noch nach: Apple und Google spielten mit der Sicherheit der US-Bürger…

Neue Maßstäbe mit iOS 8

Schon mit der Einführung von iOS 8 im vergangenen September hatte das Betriebssystem die Kritik staatlicher Stellen hervorgerufen, unter anderem von dem Generalstaatsanwalt Eric Holder und dem New Yorker Polizeikommissar Bill Bratton. Wirkliche Konsequenzen scheinen deren Stimmen nicht ausgelöst zu haben.

Apple legte mit iOS 8 die Kontrolle über den Zugriff zum Gerät in die Hand der Kunden. Das heißt, der Konzern hat nicht mehr wie bei vorherigen Versionen einen uneingeschränkten Zugang zu den Daten, die verschlüsselt abgelegt sind – so sagt Apple zumindest. Damit kann er sie auf Verlangen der Behörden auch nicht mehr offen ausliefern. Das ist ein Problem, und man könnte sogar sagen: die Schnüffler haben es in ihren langjährigen Bemühungen um einen gläsernen (digitalen) Bürger selbst provoziert.

Nun fordern die Befürworter der Überwachung, dass die Unternehmen verpflichtet werden müssen, Hintertüren in ihre sicheren Systeme einzubauen, die es dem Staat ermöglichen, sich bei Bedarf einen Überblick über die Speicherinhalte zu verschaffen. (via)

Kategorie: iPhone

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7 Kommentare

  • Sagrido

    So ein Penner. Wehe, Apple lässt sich dazu hinreißen…

    21. Apr 2015 | 9:51 Uhr | Kommentieren
    • somaro

      Genauso wie in Europa wird in den USA an Gesetzen zu Hintertüren gearbeitet. Apple wird da nichts mehr tun können, wenn der gemeine Bürger – wie auch Du – die Gesetze dann zulassen.

      21. Apr 2015 | 10:00 Uhr | Kommentieren
  • Elv

    … und mündige Bürger, denen der Generalverdacht gegen jeden zu weit geht!

    21. Apr 2015 | 11:03 Uhr | Kommentieren
  • McMartin

    Ich wäre ja dafür, dass alle Kommunikationsmittel jedwede Kommunikation mitschreiben und mitloggen müssen und beim Versand bzw. Gesprächsende automatisch eine Kopie davon zusammen mit den Geodaten an die Staatssicherheit oder vergleichbare Einrichtung gesendet wird. Dann hätte die Unsicherheit ein Ende und jeder wüsste, dass der Staat alles mitbekommt.

    Gleichzeitig müsste der Besitz jedweder Verschlüsselungstechnologie für Privatpersonen bei Höchststrafe verboten werden.

    Andererseits darf man als Satiriker heutzutage kaum noch mit Ironie arbeiten, ich hab das Gefühl, die Behörden holen sich da ihre „besten“ Ideen ab. Also nehme ich alles zurück und behaupte das Gegenteil.

    Und nur noch mal zum Verständnis: die eingangs gemachten Aussagen sind ironisch-satirisch gemeint!

    21. Apr 2015 | 13:14 Uhr | Kommentieren
  • Joe

    Es bestätigt meine Wahl!

    21. Apr 2015 | 13:58 Uhr | Kommentieren
  • NKTHEK

    Das schöne ist, selbst Gesetze könnten Apple nicht daran hindern die Geräte so zu verschlüsseln das die Behörden damit nicht viel anfangen können. Man kann einer fast eine Billionen Dollar Firma wie Apple nicht mehr viel vorschreiben, da hängt viel zu viel Geld drinnen. Mit solch einen Gesetz würde man die meisten Silicon Valley verkraulen, die können Ihre Arbeit auch in Kanada steuergünstig fortsetzen.

    21. Apr 2015 | 15:31 Uhr | Kommentieren
  • Robert

    Ich glaube kein Wort!

    Die NSA hat sicherlich ein Hintertür´l zu den Iphones und zur ICloud – aber man sagt es nicht und eine „normale“ Strafevollzugsbehörde wird da auch keine Daten bekommen. Gute ablenkung, aber Snowden Leaks sagen schon ganz was anderes zu dem Thema. Angeblich ist der Hack schon lange da. Also was soll der Bullshit.

    21. Apr 2015 | 15:52 Uhr | Kommentieren

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