Apple Datenschutzfunktionen kostet Werbeunternehmen „hunderte Millionen Dollar“

| 22:22 Uhr | 0 Kommentare

Wie The Guardian berichtet, haben Apples neue Anti-Tracking-Funktionen, die mit iOS 11 und macOS High Sierra eingeführt wurden, größere Auswirkungen als zunächst angenommen wurde. So vermelden Internet-Werbefirmen derzeit, dass die Implementierung der neuen Technik die Werbeindustrie schwer treffen wird.

Kein Tracking, kein Umsatz

Mit dem letzten großen Updates für iOS und macOS hat Apple eine neue Funktion in Safari integriert. „Intelligent Tracking Prevention (ITP)“ verhindert unter bestimmten Umständen ein seitenübergreifendes Tracking. Mit dieser Maßnahme will man sicherstellen, dass keine personalisierte Werbung bei dem Besuch verschiedener Webseiten ausgeliefert werden kann.

Auch wenn es bei der ITP nicht darum geht Werbung zu blocken, hat die intelligente Blockierung von Drittanbieter-Cookies große Auswirkungen auf die Werbeindustrie. So gab einer der größten Internet-Werbefirmen Criteo bekannt, dass aufgrund der Tracking-Prevention-Techniken, der diesjährige Umsatz um 22 Prozent sinken wird. Andere Werbefirmen bestätigen diese Prognose. So erklärte Dennis Buchheim von Interactive Advertising Bureau:

„Wir gehen davon aus, dass eine Reihe von Unternehmen ähnliche negative Auswirkungen von Apples Safari-Tracking-Änderungen haben werden. Außerdem gehen wir davon aus, dass Apple ITP behalten und im Laufe der Zeit weiterentwickeln wird“

Werbeunternehmen wenden sich an Apple

Kurz nach dem Start der beiden neuen OS-Versionen, forderten Werbefirmen Apple auf, das Cross-Site-Tracking wieder freizugeben und argumentierten, dass Apple „das Wirtschaftsmodell für das Internet sabotieren“ würde. Nach dem Start der neuen Funktion trat ebenfalls die „Data and Marketing Association“ und die „Network Advertising Initiative“ an Apple heran. Hier hieß es, dass die Industrie „zutiefst besorgt“ sei, da Apples Vorgehen „schlecht für die Verbraucherwahl“ sei. So argumentierten die Werbe-Vereinigungen:

„Das Blockieren von Cookies auf diese Weise wird einen Keil zwischen Marken und ihre Kunden treiben und es wird Werbung generischer und weniger zeitnah und nützlich machen“

Als Reaktion verteidigte Apple im September die Blockierung des Cross-Site-Tracking und erklärte, dass die Kunden „ein Recht auf Privatsphäre“ haben.

Die Fronten scheinen somit verhärtet zu sein. Nun geht man davon aus, das Werbeunternehmen daran arbeiten, Apples ITP zu umgehen. Criteo spricht in diesem Zusammenhang von einer „alternativen und nachhaltigen Lösung“.

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