Studie: 100.000 Kinder und Jugendliche abhängig von WhatsApp und Co.

| 22:26 Uhr | 3 Kommentare

Vielleicht habt ihr von der aktuellen Studie der DAK-Gesundheit und des Deutschen Zentrums für Suchtfragen am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) in den letzten Tagen schon in den Medien gehört. Ansonsten bringen wir euch kurz auf Ballhöhe. Rund 100.000 Kinder und Jugendliche sind abhängig von Social Media.

So süchtig machen WhatsApp, Instagram und Co.

Laut der Studie (PDF-Download) verbringen Jungen und Mädchen zwischen zwölf und 17 Jahren durchschnittlich rund zweieinhalb Stunden täglich mit sozialen Medien. Spitzenreiter in der Nutzung ist WhatsApp, gefolgt von Instagram und Snapchat.

Mädchen sind danach länger in sozialen Medien unterwegs als Jungen – im Schnitt knapp über drei Stunden pro Tag, Jungs dagegen „nur“ 2,5 Stunden. Je älter die Befragten werden, desto mehr Zeit verbringen sie in den sozialen Netzwerken. Mädchen zwischen 16 und 17 Jahren sind fast 3,5 Stunden pro Tag mit WhatsApp und Co. beschäftigt, gleichaltrige Jungen 2,75 Stunden.

Andreas Storm, Vorstandschef der DAK-Gesundheit warnt

„Viele Kinder und Jugendliche chatten, posten und liken von früh bis in die Nacht. Einige rutschen in die Abhängigkeit. Darauf müssen wir reagieren, damit Betroffene und ihre Familien Hilfe bekommen. Das Liken darf nicht zum Leiden werden.“

Besonders alarmierend sei der Zusammenhang zwischen Social-Media-Sucht und Depressionen, denn wer von sozialen Medien abhängig ist, hat ein höheres Risiko, an einer Depression zu erkranken als Nicht-Süchtige. Es kann auch sein, dass sich depressive Kinder und Jugendliche häufiger in die virtuelle Welt zurückziehen und deshalb ein Suchtverhalten entwickeln. In jedem Fall verstärken sich die beiden Faktoren, sodass eine ernste gesundheitliche Gefahr droht.

Social Media macht nicht „sozial“. So gab ein Drittel der Befragten an, dass sie Social Media Dienste nutzen, um nicht an unangenehme Dinge denken z müssen. Bei den Mädchen sind es sogar 40 Prozent. Knapp 25 Prozent der Befragten bekommt wegen der Nutzung sozialer Medien zu wenig Schlaf. Und: Jeder Fünfte streitet mit den Eltern über den das Thema Social Media, bei den 12- bis 13-Jährigen sogar jeder Dritte. 13 Prozent sind unglücklich, wenn sie keine sozialen Medien nutzen können. Acht Prozent der Befragten sind mit allen Freunden ausschließlich über soziale Medien in Kontakt.

Die DAK-Gesundheit schaltet gemeinsam mit den Suchtexperten des UKE in Kürze eine kostenlose Hotline und einen Experten-Chat für Betroffene und Angehörige. Viele Erziehungsberatungsstellen kennen sich ebenfalls mit dem Thema gut aus. Mehr Informationen findet ihr auf der Webseite DAK-Internetsucht und unter www.computersuchthilfe.info

Wenn man tagsüber durch die Stadt geht und sieht, wieviele Menschen mit einem Smartphone „hantieren“, dann sollte man meinen, dass nicht nur viele Kinder und Jugendliche süchtig nach ihrem Smartphone sind, sondern auch viele Erwachsene.

3 Kommentare

  • Snow

    Tja, wen überrascht es?!

    Deswegen kein Facebook, Twitter usw – wir telefonieren miteinander 🙂

    06. Mrz 2018 | 2:36 Uhr | Kommentieren
    • Instinct23

      Jemandem zu schreiben ist halt angenehmer, da man antworten kann wann man will und man niemanden behindert. Daher kommt man in der heutigen Gesellschaft einfach nicht darum hinaus.

      06. Mrz 2018 | 10:59 Uhr | Kommentieren
  • Instinct23

    Alles ist nur in einem bestimmten Maße gut.
    Dafür braucht man eine bestimmte Disziplin, diese wiederum wird dem Kind durch eine gute Erziehung beigebracht.
    Man sollte ein ausgewogenes und gesundes Leben führen.
    Bei Whatsapp bin ich noch mitgegangen, weil es mir praktisch erschien, z.B. um sich mit Freunden in Gruppen auszutauschen.
    Bei Facebook habe ich noch etwas Kontakt mit Verwandten, wobei ich ca. 2 mal in der Woche mich reinklicke.
    Bei Snapchat, Instagram und Co. verstehe ich den Sinn dahinter nicht.

    06. Mrz 2018 | 10:56 Uhr | Kommentieren

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