Siri-Erfinder ist enttäuscht: „Siri hat sich kaum weiterentwickelt“

| 21:22 Uhr | 8 Kommentare

Bereits seit 2011 ist Siri im Einsatz. War Apple damals ein Vorreiter, so hinkt man heute der Konkurrenz hinterher. Dies meint zumindest einer der Erfinder von Siri. In einem Interview mit The Information kritisiert Norman Winarsky den langsamen Fortschritt und erklärt, warum Apple den Anschluss verloren hat.

Siri ist überfordert

Siri-Mitgründer Norman Winarsky ist von dem Werdegang seines ehemaligen Projekts enttäuscht. Als Apple Siri im Jahr 2010 vom Startup „SRI International“ übernommen hatte und 2011 erstmals im iPhone 4S einsetzte, war der Sprachassistent eine Revolution im Smartphone-Sektor. Sieben Jahre nach dem Launch, macht es den Eindruck, dass sich die KI nicht weiterentwickelt hat. So bemängelt Winarsky, dass Spracheingaben nicht immer erkannt werden, Siri bei komplexen Befehlen oft überfordert ist oder manchmal den Nutzer einfach falsch versteht.

Wie sich Winarsky erinnert, war Siri in den ersten Versionen nur für wenige Aufgaben konzipiert. Diese konnte das System jedoch besonders akkurat erledigen. Ursprünglich bezog sich der Assistent nur auf Reise- und Entertainment-Informationen. Mit der Zeit wollte man Siri Schritt für Schritt erweitern. Die nächste Funktion sollte jedoch erst eingeführt werden, wenn die aktuelle zufriedenstellend beherrscht wird. Als Apple das Unternehmen übernahm, konnte sich das Team die Perfektion zeitlich nicht mehr leisten. Siri sollte Apples Kunden in allen Lebensbereichen weiterhelfen, wovon das System überfordert war. Dies wurde besonders deutlich als Google und Amazon ihre digitalen Assistenten auf den Markt brachten.

Probleme in der Teamleitung

Neben den technischen Problemen soll es auch bei der Teamleitung nicht immer glatt gelaufen sein. Führungswechsel, Konflikte und ein starkes Konkurrenzdenken, soll dafür gesorgt haben, dass die Vision von Siri nicht wie gewünscht umgesetzt wurde. Apple konnte jedoch durch weitere Übernahmen, wie beispielsweise die KI-Experten „Topsy“ und das Deep Learning Startup „VocalIQ„, das Projekt wieder in geordnete Bahnen lenken. Dabei hat Apple auch für die Zukunft investiert. So wurden alleine im letzten Jahr 13 Unternehmen übernommen, die an Entwicklungen im Bereich der künstlichen Intelligenz arbeiten.

Die Privatsphäre der Nutzer

Einige Probleme von Siri sind auch in einem Nachteil von Apple gegenüber der Konkurrenz begründet, der für die Nutzer letztendlich jedoch ein Vorteil ist. Experten sind der Meinung, dass Apples Fokus auf die Privatsphäre hinderlich für die KI-Arbeit ist. Die Sprachassistenten der Mitbewerber dürfen einfach mehr über die Nutzer wissen und teilen dies offenherzig mit der Cloud. Die Wahrung der Privatsphäre der Nutzer ist nicht immer leicht mit der Funktionsweise von KIs zu vereinbaren. Apple ist bestrebt eine goldene Mitte zu finden, was jedoch die Entwicklung verlangsamt und auch Einschnitte in der Funktionsweise erfordert.

Kategorie: Apple

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8 Kommentare

  • Luigi

    Jupp, Siri ist schon eine ziemliche Enttäuschung. Benutzt das irgendwer denn groß? Seit Release hat sich echt kaum etwas getan. 2011 war das erstmal eindrucksvoll, heute leider nicht mehr. Und das liegt nicht nur daran, dass wir uns an Sprachassistenten gewöhnt haben.

    15. Mrz 2018 | 0:54 Uhr | Kommentieren
    • resomax

      benutze Siri täglich mehrfach. Und nur weil Amazon alles auf eine Karte gesetzt hat (von Google Datengier will ich gar nicht anfangen), sollte man S. nicht gleich abschreiben. Sie ist inzwischen auf fast allen Apple-Geräten in sehr vielen Ländern (das soll mal einer nachmachen!!!) und entwickelt sich auf jeden Fall weiter. Vllt. etwas langsam (manchmal zu langsam), aber das wird schon. Und Apple hat es inzwischen begriffen, wie wichtig sie werden könnte, so ist meine Wahrnehmung.

      15. Mrz 2018 | 5:51 Uhr | Kommentieren
    • Zen

      Eine Enttäuschung sind die anderen, die den Datenschutz mit Füßen treten. Apple hat mit Siri alles genau richtig gemacht und es ist völlig ausreichend WIE Siri funktioniert.

      15. Mrz 2018 | 12:05 Uhr | Kommentieren
  • Daniel

    Ich kenne wenige die Smartphones mit Sprachassistenten bedienen. Kein Plan ob das exemplarisch für die Mehrheit steht, aber es lässt eine Vermutung zu. Siri kann viel. Jedenfalls mehr als 2011. Das einzige wo Sprachassistenten mehr genutzt werden sind die Smarthome Geräte. Da Apple dort so gut wie gar nicht vertreten ist, lässt sich schwer ein Vergleich anstellen. Bin mir aber sicher das in naher Zukunft Apple bei der Konkurrenz anschließen wird. Um auf den Bericht zurück zu kommen…. m.M.n. daher alles halb so wild. 😉

    15. Mrz 2018 | 3:27 Uhr | Kommentieren
    • resomax

      sehe ich genauso.

      15. Mrz 2018 | 5:46 Uhr | Kommentieren
  • Robert

    Ich nutze Siri oft im Auto mit Carplay – funktioniert leider nicht ansatzweise gut, oft Erkennungsprobleme speziell bei Straßennamen. Das kann sogar mein On-Board Navi tw. besser. Hier kann man aber mehr machen und trotzdem sicher bleiben.

    Amazon kommt mir nicht ins Haus, ich will meine Privatsphäre und kein NSA Mikrophon haben.
    Leider sind die Mac´s und IOS Devices wohl auch Sicherheitslücken selbst – lt. Ed. Snowden soll es möglich sein, das Mikrophon von IOS und Macs sowie die Kamera vom IMAC einschalten zu lassen OHNE das der User es merkt.

    Ich würde immer gerne einen aktiven Hardware Schalter haben der Mikro und Cam aktiviert oder physikalisch trennt. Also ein bewußtes Ein / Aus haben direkt am Mac. Und auch beim Telefon wäre es gut, wenn man sich drauf verlassen könnte das die Mikro´s und Cams sicher aus sind. War letztens bei einem Kunden von mir nur bei einer Besprechung (also ohne Sicherheitsbereiche etc.) und alle mussten ihre Smartphones vor dem Raum in Kästchen einsperren. Naja, ein einfacher Schalter wäre schon gut.

    Wie auch immer, Amazon hat in seinem AGB klar drinnen das die alles speichern was sie hören UND es auch weitergeben an „Partner“. Wer sich eine alexa nach Haus stellt darf sich dann nicht wundern …….

    15. Mrz 2018 | 6:53 Uhr | Kommentieren
    • Jack68

      Robert, wo steht das bitte „klar drinnen“? Ich habe in den Alexa-Nutzungsbedingungen nichts dergleichen gefunden: http://amzn.to/2IuJrru

      15. Mrz 2018 | 15:53 Uhr | Kommentieren
    • NKTHEK

      Ich nutze Siri auch täglich um mein SmartHome zu steuern aber hauptsächlich nutze ich es im Auto via  Car Play. Egal wie ich es nutze es funktioniert zu 98% einwandfrei. Was ich jedoch bei andere (Family & Freunde) beobachtet habe ist ä, dass diejenigen die Siri nicht oft nutzen die meisten „Störungen“ haben. Aber das sollte auch klar sein, Siri ist ne KI die stetig dazulernt einen zu verstehen. Das geht natürlich nicht wenn man sie nicht oft nutzt. Ich bin sonst mit Siri zufrieden doch n paar Funktionen würde ich mir speziell bei der Bedingung  Interner Geräte wünschen z.B. per Siri am iPhone/iPad den  TV anschalten oder pausieren, den Mac an und aus schalten wäre auch geil. Wobei ich das auchgabz nützlich Kinder Home App fände gehört ja irgendwo doch zum vernetzten Haus dazu

      15. Mrz 2018 | 16:10 Uhr | Kommentieren

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