Wie war das damals? Tim Cook, Phil Schiller und Co. erinnern sich an die wilden Zeiten von Apple

| 22:45 Uhr | 0 Kommentare

Das Wired Magazin hat einen sehr lesenswerten Artikel veröffentlicht, der sich der Zeit widmet, als bei Apple noch nicht alles so durchorganisiert war, wie es heute der Fall ist. So erinnern sich Tim Cook, Phil Schiller und viele weitere Mitarbeiter, wie man bei Apple in den 90ern gearbeitet hatte.

Ein Labyrinth mit einer eigenwilligen Namensgebung

Mit einer großen Sammlung an Zitaten aus Interviews erinnert Autor Steven Levy an die wilden Zeiten von Apple. Hierbei kommen durchweg Apples bestehende und ehemalige Führungskräfte zu Wort. So erinnert sich beispielsweise Greg Joswiak, Apples Vizepräsident für Produkt-Marketing, an die skurrilen Bezeichnungen mancher Konferenzräume im Infinite Loop Komplex.

„Die Stammmitarbeiter erhielten die Möglichkeit, ihre eigenen Konferenzräume zu benennen. Es ist ein sehr seltsames Set von Namen. Wir hatten Zimmer wie «Hier» und «Da». Mir ist heute noch immer nicht klar, wo nochmal «Hier» war und wo «Da».“

Doch nicht nur die Namensgebung sorgte für Verwirrung. Scott Forstall, der 1997 bis 2012 bei Apple für die Software-Abteilung verantwortlich war, erklärt, dass die Infinite Loop Gebäude einem Labyrinth gleichkamen. Sich hier zurechtzufinden stellte insbesondere Gäste vor einer großen Herausforderung.

„Diese Gebäude waren Labyrinthe. Jedes Mal, wenn ich jemanden auf den Campus brachte, verirrte er sich. Es gibt nur ein einziges Mal, an das ich mich erinnere, dass sich jemand nicht verlaufen hatte und das war, als wir an einem Screenreader für Menschen mit Sehbehinderung gearbeitet hatten. Ich hatte jemanden mitgebracht, der auf einen Blindenhund angewiesen war.

Er bat darum, die Toilette zu benutzen. Jedes zweite Mal, wenn jemand nach der Toilette fragte, wartete ich, weil sie sich beim Versuch, den Weg zurückzufinden, verirrten. Links, rechts, links, links, rechts, rechts, rechts. Fünf Minuten später brachte ihn sein Hund gleich wieder in den Raum. Dieser Blindenhund war der einzige, der sich gleich auf Anhieb bei uns auskannte.“

Demonstranten am ersten Arbeitstag

Tim Cook hat sich an seinem ersten Arbeitstag bei Apple zwar gut zurechtfinden können, hatte jedoch ganz andere Probleme. So musste er eine Streikpostenlinie vor dem Gebäude überwinden. Die Demonstranten waren mit Steve Jobs Entscheidung, den Newton (Apples erstes Tablet mit Stylus) zu töten, absolut nicht einverstanden.

„An meinem ersten Arbeitstag musste ich eine Streikpostenlinie überqueren, um ins Gebäude zu gelangen – sie waren mit Schildern und Schreien unterwegs und ich fragte mich: «Was habe ich getan?« Ich erfuhr, dass es daran lag, dass Steve beschloss, den Newton zu töten. Ich sagte ihm, dass draußen Demonstranten sind und er erwiderte nur: «Oh ja, mach dir keine Sorgen.»“

Im weiteren Interviews erfahren wir, dass man bei Apple regelmäßiger Leser der Magazine Macworld und der MacWEEK war. Eine etwas andere Tradition wurde von Jon Rubinstein eingeführt. Rubinstein war damals für das Mac- und iPod-Team verantwortlich. Jeden Freitag lud er Phil Schiller und weitere Mitarbeiter zu gemeinsame Scotch-Shots ein. Das gesellige Trinken dauerte dann gerne bis spät in die Nacht.

Kategorie: Apple

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