Das FBI verlangt von Verdächtigen Face ID zu nutzen, um sein iPhone zu entsperren

| 14:38 Uhr | 5 Kommentare

Als Apple im vergangenen Jahr Face ID mit dem iPhone X einführte, stellte sich eine interessante rechtliche Frage: Kann eine Person gezwungen werden, ihr iPhone zu entsperren, indem sie es sich ansieht? Die Frage gibt es im weitesten Sinne schon länger. Schon zu Touch ID-Zeiten gab es Diskussionen, was die gezwungene Entsperrung eines Smartphones angeht. Wie Forbes berichtet, ist es nun zu dem ersten Face ID-Fall gekommen. So hat das FBI kürzlich einem Verdächtigen angeordnet, sein iPhone X per Face ID freizuschalten.

Durchsuchungsbefehl und der Einsatz von Face ID

Im August durchsuchte das FBI das Haus von Grant Michalski. Vorangegangene Ermittlungen erweckten den Verdacht, dass Michalski Kinderpornografie versendet und empfangen hatte.

Der Durchsuchungsbefehl gestattete es den Ermittlern, Michalskis Computer nach Beweisen zu durchsuchen. Während der Razzia wurde auch ein iPhone X sichergestellt. Mit dem Durchsuchungsbefehl in der Hand, verlangte ein Bundesermittler von Michalski, dass er sein Gesicht vor das Smartphone hält, was er ordnungsgemäß tat. Dieses Ereignis markiert den ersten bekannten Fall, in dem eine Strafverfolgungsbehörde Face ID einsetzt, um das iPhone eines Verdächtigen zu entsperren.

Wie sich herausstellte, hat die Verwendung der Gesichtserkennung dem FBI in Michalskis Fall nicht wirklich geholfen. Nur einige Daten konnten in der kurzen Zeit auf dem iPhone untersucht werden. Die Ermittler hatten das iPhone nicht lange genug entsperrt halten können, damit forensische Werkzeuge das Gerät gründlich untersuchen konnten. Andere Geräte, die Michalski benutzte, enthielten jedoch verbotene Inhalte.

Der Unterschied zwischen einem Passcode und Touch ID / Face ID

In der Vergangenheit wurden Verdächtigte bereits des Öfteren angewiesen ihr iPhone mit Touch ID zu entsperren. Dabei ist die Verwendung des Fingerabdrucks oder des Gesichts vor Gericht keine eindeutig geklärte Angelegenheit.

Der Fünfte Verfassungszusatz, der die Menschen davor schützt, sich selbst belasten zu müssen, besagt, dass Passwörter „testimoniale“ Beweise sind. Mit anderen Worten, man kann sich weigern, ein Passcode preiszugeben, weil dies bedeuten würde, eine Frage zu beantworten, die auf dem Inhalt der eigenen Gedanken basiert und kein physisches Beweisstück darstellt. Bereits 2013 – im Jahr der Ankündigung des Touch ID-Sensors – warnten Sicherheitsexperten davor, dass Fingerabdrücke nicht unter diese Regel fallen würden. Bislang hat sich diese Theorie gehalten. Ein Richter aus Virginia ließ die Polizei 2014 einen Fingerabdruck verwenden, um ein Smartphone freizuschalten.

Kategorie: iPhone

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5 Kommentare

  • S1

    fünfmal schnell die On/Off-Taste drücken und den Panic-Mode aktivieren. Danach kann mich von mir aus jeder zwingen, meinen Daumen aufs SE zu legen! 😀

    01. Okt 2018 | 14:48 Uhr | Kommentieren
  • T/r

    Schlauberger du bekommt das Smartphone nicht in der Hand um irgendwelche Tasten zu drücken!

    01. Okt 2018 | 16:08 Uhr | Kommentieren
  • Gast

    Kannte ich beides noch nicht , Danke!

    01. Okt 2018 | 16:31 Uhr | Kommentieren
  • MrUNIMOG

    Bzw. beim X die Seiten- und Lautstärketaste gedrückt halten, das geht im Zweifel einfacher und unauffälliger.

    02. Okt 2018 | 20:17 Uhr | Kommentieren
    • Krusty

      Verhindert das das Entsperren via Face ID? Laut Einstellungen wird mit dieser Tastenkombination der Notruf gewählt.

      03. Okt 2018 | 15:25 Uhr | Kommentieren

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