Chinesische Spionage-Chips: Apple widerlegt Bloomberg-Bericht

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Bereits gestern haben wir auf einen aktuellen Bericht von Bloomberg Businessweek aufmerksam gemacht. So wollen die Kollegen herausgefunden haben, dass es sowohl auf Amazon- als auch Apple-Servern chinesische Spionagechips gab, dass beide Unternehmen bereits seit mehreren Jahren davon wissen und bei der Aufklärung mit den US-Behörden zusammengearbeitet haben. Bereits gestern gab es ein Statement von Apple und nun legt der Hersteller noch einmal nach und widerlegt den Bloomberg-Bericht.

What Businessweek got wrong about Apple

Es ist ungewöhnlich für Apple, dass der iPhone-Hersteller in epischer Breite auf eine Berichterstattung eingeht. In dem aktuellen Fall geht es jedoch um die Reputation des Unternehmens und so hat Apple auf der eigenen Webseite ein verhältnismäßig langes Statement veröffentlicht, um sich noch einmal den „angeblichen chinesischen Spionage-Chips“ zu widmen.

Bloomberg berichtete nach monatelanger Recherche-Arbeit, dass Apple unter anderem festgestellt habe, dass bei Servern des Zulieferers Supermicro ein unbekannter Chip auf den Mainboards gefunden wurde. Daraufhin habe Apple die Server sofort ausgetauscht.

Apple macht in seinem Statement ganz klar, dass die Behauptungen falsch seien. Im Laufe des letzten Jahres habe Bloomberg Apple mehrfach kontaktiert und das Unternehmen mit teils vagen und teil komplizierten Behauptungen konfrontiert. Man habe diese ernst genommen und Untersuchungen durchgeführt. Zu keinem Zeitpunkt habe man Anhaltspunkte für die Behauptungen vorgefunden. Unter anderem heißt es in der Stellungnahme

Wir können ganz eindeutig sagen: „Apple hat niemals bösartige Chips, „Hardware-Manipulationen“ oder Sicherheitslücken gefunden, die absichtlich in irgendeinen Server eingebaut wurden. Apple hatte nie Kontakt mit dem FBI oder irgendeiner anderen Behärde wegen eines solchen Vorfalls gehabt. Uns sind keine Ermittlungen des FBI bekannt.

Fein säuberlich geht Apple in seinem Statement auf verschiedene Behauptungen von Bloomberg ein und widerlegt diese. Zum Schluss betont Apple noch einmal, dass man seit dem Bericht von Bloomberg Business zahlreiche Presseanfragen erhalten habe, und dass man bei der Beantwortung keinerlei Geheimhaltungsverpflichtungen unterliege.

So oder so eine „krasse“ Geschichte. Auf der einen Seite steht das US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg mit seinen Behauptungen und auf der anderen Seite stehen Apple und Amazon. Nicht nur Apple hat den Bericht widerlegt und diesen als falsch betitelt, auch Amazon hat ein entsprechendes Statement abgegeben.

Wir können uns nicht vorstellen, dass Apple lügt. Beim besten Willen nicht. Apples PR-Abteilung schweigt lieber oder lässt vielleicht mal ein Detail weg, aber lügen wird das Unternehmen sicherlich nicht. Das höchste Gut – das Vertrauen der Kunden – steht auf dem Spiel und von daher wird sich Apple zwei oder dreimal überlegen, was für eine Äußerung man in so einem brisanten Fall abgibt. Zudem kann davon ausgegangen werden, dass neben Apples PR-Abteilung auch sämtliche hochrangige Manager, Apples Rechtsabteilung und weitere Beteiligte an dem Statement beteiligt waren. Sollte es zum Beispiel tatsächlich eine FBI-Ermittlung gegeben haben, müssten diese Personen es wissen. Gleiches gilt für Amazon. Auch Amazon wird sich nicht so weit aus dem Fenster lehnen und die Anschuldigungen vehement abstreiten, wenn man nicht das Gegenteil kennt.

Wir können uns gut vorstellen, dass wir in den kommenden Tagen / Wochen noch von diesem Sachverhalt hören werden.

Kategorie: Apple

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