Interview: Tim Cook spricht über Datenschutz, Gleichberechtigung und warum Apple mit Google zusammenarbeitet

| 20:33 Uhr | 0 Kommentare

Tim Cook ist ein gefragter Gesprächspartner und so gab er vor kurzem auch HBOs News-Portal Axios ein Interview. Für das Gespräch hatte Apples CEO sogar in sein Hauptquartier im Apple Park geladen. Hier sprach er unter anderem über Datenschutz-Gesetze, Gleichberechtigung und warum Apple mit Google Geschäfte macht.

Frühaufsteher Cook und die Privatsphäre

Zum Start des Interviews gab Tim Cook erst einmal einen Einblick in seine tägliche Routine. Für Apples CEO beginnt der Tag schon früh. So klingelt bei Cook bereits kurz vor 4 Uhr der Wecker. Die erste Arbeit muss er nicht lange suchen, geradezu im Minutentakt erhält er Mails von Apple-Nutzern. Diesen widmet er sich zunächst für etwa eine Stunde, bevor es dann zum Ausgleich in das Fitnesscenter geht.

Natürlich darf in einem Interview mit Tim Cook das wichtige Thema der Privatsphäre nicht fehlen. So erinnert Cook regelmäßig daran, dass der Datenschutz den höchsten Stellenwert bei Apple hat. Dabei verfolgt Apple diesen Kurs nicht erst seit dem iPhone. Wie Cook erklärte, hatte Steve Jobs schon immer den Wert des Kunden und damit auch die Privatsphäre an erster Stelle gestellt.

„Es ist nicht so, dass es zu dem passt, was wir tun, es ist so, dass dies ein zentraler Wert von uns ist.“

Geschäfte mit Google

Andere Firmen, wie beispielsweise Google, verfolgen hier bekanntlich ein anderes Konzept. Somit stellt sich die Frage, warum Apple mit Google ein Milliarden-Dollar-Geschäft eingeht. So zahlt der Suchmaschinenriese eine immense Summe dafür, das iOS Google als Standardsuchmaschine anbietet. Cook verteidigte dieses Vorgehen, indem er iOS-Funktionen wie privates Surfen und intelligente Tracking-Prävention erwähnte und Google als die beste Suchmaschine bezeichnete:

„Erstens, ich denke, ihre Suchmaschine ist die beste. Aber zweitens, schau dir an, was wir mit den Kontrollen gemacht haben. Wir haben privates Webbrowsing, wir haben intelligente Tracking-Prävention. Wir haben Wege gefunden, um unseren Nutzern im Laufe des Tages zu helfen. Es ist keine perfekte Sache, aber es hilft sehr viel.“

Regulierung unvermeidlich

Auf die Möglichkeit eines staatlichen Eingreifens für die Wahrung des Datenschutzes, erklärte Cook, dass er kein großer Fan von einer Regulierung sei. Dennoch mahnte er an, dass es die Notwendigkeit geben könnte, wenn ein System nicht mehr funktioniert. Damit spielt Cook auf die Tatsache an, dass der Handel von digitalen Daten zwischen großen Akteuren der Technologiebranche gefährlich ist und zunehmend datenschutzfeindlicher wird. Hier müsste der Staat einschreiten, um diese Situation zu entschärfen und die Anwender zu schützen.

 „Wenn der freie Markt nicht funktioniert und hier hat er nicht funktioniert, dann ist es unvermeidlich, dass eine gewisse Regulierung erfolgt.“

Gleichberechtigung im Silicon Valley

Wie der Apple CEO erklärte, versucht nicht nur sein Unternehmen eine Geschlechtervielfalt im Silicon Valley aufzubauen. Derzeit sind hier deutlich mehr Männer als Frauen beschäftigt, was an den verpassten Chancen in der Vergangenheit liegt. Dies will Apple ändern und Cook ist überzeugt, dass ein Großteil der Branche so denkt:

„Ich denke, das Valley war immer offen und akzeptierte viele verschiedene Menschen aus verschiedenen Lebensbereichen, aber ich stimme 100 Prozent aus geschlechtsspezifischer Sicht zu, dass das Valley es verpasst hat und die Technik im Allgemeinen es verpasst hat. […] Ich bin an dieser Stelle zuversichtlich, dass es im Laufe der Zeit eine deutliche Verbesserung geben wird.“

Kategorie: Apple

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