Facebook bezahlt Anwender für die Nutzung von Datensammel-App

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Apple forderte Facebook im August 2018 auf, seine Onavo VPN-App aus dem App Store zu entfernen, da der Social-Media-Riese die App zur Verfolgung von Benutzeraktivitäten über mehrere Apps hinweg verwendete, was gegen die App Store Richtlinien verstößt. Wie sich nun herausstellte, hatte Facebook anschließend einen Weg gefunden, um die Regeln von Apple zu umgehen und Nutzer dazu zu bringen, weiter ihre persönlichen Daten mit Facebook zu teilen.

Facebook kauft Privatsphäre für 20 US-Dollar pro Monat

TechCrunch berichtet über ein Facebook-Programm, das sich „Projekt Atlas“ nennt. Das Projekt hat sich als Ziel gesetzt Nutzerdaten zu sammeln. Im Gegenzug erhalten Anwender im Alter von 13 bis 35 Jahren 20 US-Dollar pro Monat. Ein ähnliches Prinzip verfolgte schon die von Apple verbotene Onavo VPN-App von Facebook. Um das System nach dem Rauswurf aus dem App Store weiter nutzen zu können, hatte sich Facebook jedoch einen Workaround einfallen lassen.

Um das Angebot zu verbergen, nutzte Facebook Beta-Testdienste wie Applause, BetaBound und uTest, um Teilnehmer für die Installation von der Facebook Research App zu gewinnen. Facebook verlangt hierfür die Installation eines speziellen Unternehmenszertifikats. Somit umgeht der Konzern nicht nur den App Store, sondern erhält auch einen umfassenden Zugriff auf Nutzerdaten wie private Nachrichten in Social Media Apps, Chats von Instant Messaging Apps (einschließlich Fotos und Videos), E-Mails, Webbrowser-Aktivitäten und aktuelle Standortinformationen. Es ist jedoch nicht bekannt, ob Facebook auf diese Daten tatsächlich zugreift, aber die Möglichkeit besteht, wie der Sicherheitsforscher Will Strafach erklärt:

„Die ziemlich technisch anmutende Aufforderung «Installier unser Root-Zertifikat» ist entsetzlich. Dadurch erhält Facebook kontinuierlichen Zugriff auf die sensibelsten Daten […] es gibt keine gute Art und Weise, zu erklären, wie viel Macht dabei an Facebook übergeben wird.“

Zumindest die Nutzungsbedingungen für die Facebook Research App legen nahe, dass Facebook Informationen über die Häufigkeit der Nutzung von Apps sammelt. Facebook gibt auch an, dass Daten über Aktivitäten und Inhalte innerhalb der Apps erfasst werden. Das beinhaltet auch Informationen über den Verlauf des Internet-Browsers. Es gibt sogar eine Zeile, die besagt, dass Facebook Daten sammelt, selbst wenn eine App eine Verschlüsselung verwendet.

Facebook bestätigte zunächst das Programm gegenüber TechCrunch und erklärte, dass die Research App „im Einklang mit dem Enterprise Certificate Programm von Apple steht“. Ganz so im Einklang war die Arbeitsweise dann womöglich doch nicht, denn kurz darauf gab das Unternehmen bekannt, dass die Research App für iOS eingestellt wird. Auf Android soll das Programm jedoch weitergeführt werden.

Kategorie: App Store

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