WSJ beschreibt die Beziehung zwischen Apple und Qualcomm – feindseliges Treffen zwischen CEOs

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Apple und Qualcomm befinden sich schon länger in einem erbitterten Rechtsstreit. Nun hat das Wall Street Journal (WSJ) die Beziehung zwischen den Herstellern unter die Lupe genommen und kommt zu dem Schluss, dass die vielen Rechtsstreitigkeiten zwischen den Unternehmen mittlerweile eher eine Prinzipsache geworden sind, anstatt eine einfache Meinungsverschiedenheit.

Apple und Qualcomm werden keine guten Freunde

„Verbittert“ trifft es ganz gut, wenn man sich die vielen Auseinandersetzungen zwischen Apple und Qualcomm betrachtet. Den Ursprung hat der Konflikt im Jahr 2017 als Apple beanstandet hatte, dass Qualcomm eine „Monopolstellung“ missbraucht, um überhöhte Lizenzgebühren für seine Modem-Chips zu erheben. Qualcomm hatte als Reaktion mit einer Reihe von Patent-Klagen versucht, Apple unter Druck zu setzen. Im Zuge der Rechtsstreitigkeiten sattelte der iPhone-Hersteller auf Intel als Modem-Lieferant um. Das könnte sich wiederum im 5G-Zeitalter als Problem herausstellen, da Intel seinem 5G-Fahrplan deutlich hinterherhinkt.

Deswegen signalisieren beide Unternehmen hin und wieder, dass man zu einer Zusammenarbeit bereit wäre, was jedoch regelmäßig an gekränkten Egos und „unzumutbaren“ Vertragsbedingungen scheitert. Nun beschreibt das WSJ ein Treffen zwischen Qualcomm CEO Steve Mollenkopf und Apple CEO Tim Cook, welches das Verhältnis zwischen den Unternehmen gut veranschaulicht.

Die beiden CEOs trafen sich im vergangenen Jahr in der Apple-Zentrale, um den zunehmend feindseligen Rechtsstreit zwischen ihren Unternehmen zu besprechen. Mollenkopf soll jedoch das Treffen vorzeitig verlassen und seinem General Counsel die „Arbeit“ überlassen haben. Ein Grund könnte Mollenkopfs Vermutung gewesen sein, die Apple als Verbündeter von Broadcom sieht. So plante Broadcom erfolglos eine feindliche Übernahme von Qualcomm, bei der Apple angeblich geholfen haben soll.

Teil des Problems in der Geschichte zwischen Cook und Mollenkopf ist auch, so der Bericht, dass sie „so wenig persönliche Verbindungen“ haben. Aus diesem Grund halten es die Quellen des WSJ für „nicht möglich“, dass Qualcomm und Apple einen neuen Deal abschließen. „Es ist persönlich. Ich sehe niemanden, der diese Distanz überbrücken könnte“, gab eine anonyme Apple-Führungskraft gegenüber dem WSJ zu verstehen.

„Unerhörte“ Vertragsbedingungen

Der Bericht liefert auch Hintergrundinformationen zu der ersten Partnerschaft zwischen Qualcomm und Apple für das iPhone im Jahr 2007, die von Steve Jobs ausgehandelt wurde. Zu dieser Zeit hatte Jobs eine freundschaftliche Beziehung zu dem damaligen Qualcomm CEO Paul Jacobs. Die beiden verhandelten, dass Apple Qualcomm 7,50 US-Dollar pro iPhone zahlt.

Nachdem Cook im Jahr 2011 seinen Posten als CEO angetreten hatte und das iPhone immer erfolgreicher wurde, soll Cook neue Bedingungen angestrebt haben, da das Vertragsmodell für Apple nicht mehr zumutbar war:

„Beide Unternehmen erzielten einen Umsatzzuwachs. Bis Ende 2012 – fünf Jahre nach der Markteinführung – hatte Apple mehr als 250 Millionen iPhones verkauft und mehr als 150 Milliarden US-Dollar Umsatz generiert. Qualcomm hatte im gleichen Zeitraum mehr als 23 Milliarden US-Dollar an Lizenzgebühren von allen Partnern und fast 42 Milliarden US-Dollar an Chip- und anderen Produktverkäufen eingenommen.

Mr. Cook, der Mr. Jobs 2011 als CEO ablöste, fand es unerhört, dass Apple Qualcomm mehr bezahlte, als alle anderen iPhone-Lizenznehmer zusammengenommen.“

Kategorie: Apple

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