Apples ehemaliger Chefanwalt spricht über einen zeitaufwendigen Google-Deal und über Samsungs tägliche Post

| 15:55 Uhr | 0 Kommentare

Der ehemalige Chef von Apples Rechtsabteilung, Bruce Sewell, gab CNBC ein Interview und erlaubte bei der Gelegenheit einen Blick hinter die Kulissen. So erklärte er unter anderem, was es heißt, einen Vertrag mit Google zu machen und wie sich die Gerichtsprozesse auf seinem Schreibtisch gestapelt hatten.

Der Suchmaschinen-Deal

Google ist offensichtlich nicht der einfachste Vertragspartner. So zogen sich die Verhandlungen für einen Suchmaschinen-Deal über Monate hinweg. Im Grunde besteht der Deal darin, dass Apple Google als Standard-Suchdienst im Safari-Browser aller Apple-Geräte nutzt. Google überweist im Gegenzug jedes Jahr mehrere Milliarden US-Dollar auf Apples Konto. Für den Abschluss des zugehörigen Vertrags saß Sewell vier Monate „fast jeden Tag“ mit Google-Chef Sundar Pichai und dem Chefanwalt des Konzerns zusammen.

Weder Apple noch Google haben offiziell bekannt gegeben, wie viel dieser Deal wert ist. Im vergangenen September schätzte Goldman Sachs, dass Google Apple 9 Milliarden US-Dollar zahlte, um ein weiteres Jahr lang die Standardsuchmaschine auf iOS zu bleiben.

Samsung vs. Apple

Apples Rechtsabteilung ist der Briefkopf von Samsung wahrscheinlich schon in die Netzhaut eingebrannt. So beschäftigte sich zum Höhepunkt der Samsung-Klagen nahezu die ganze Abteilung mit dem koreanischen Konzern. Es kam nicht selten vor, dass sich Apples Anwälte mit sieben Verfahren parallel beschäftigten. Dabei wurde der Großteil der Klagen von externen Unternehmen übernommen, da Klagen in diesen Ausmaßen nicht intern bewältigt werden können. Wie sich Sewell im Interview erinnert, arbeiteten in seiner Abteilung 900 Menschen, davon waren 600 Anwälte und Fachangestellte. Das Budget lag bei fast einer Milliarde US-Dollar.

Der iBook-Fehler

Sewells Erfolgsbilanz kann sich durchaus sehen lassen, doch musste er bei Apple auch eine große Niederlage einstecken. So sorgte eine Fehleinschätzung bei den Verträgen für den Buch-Dienst iBooks dafür, dass Apple zu einer Strafzahlung von 400 Millionen US-Dollar verklagt wurde, dazu kamen 50 Millionen US-Dollar Anwaltskosten.

Im Sommer 2013 kam die zuständige Richterin zu dem Schluss, dass Apple eine zentrale Rolle bei iBook-Preisabsprachen eingenommen hatte. Wie Sewell erklärte, habe er damals nichts von den Deals zwischen den Verlegern gewusst und daher auch nicht die Gefahr einer Kartellklage gesehen.

Kategorie: Apple

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