„Anmelden mit Apple“: Googles Produktmanager lobt das Feature, ist aber genervt von Apples Marketing

| 16:15 Uhr | 0 Kommentare

Apple führt mit iOS 13 eine neue Möglichkeit ein, sich einfach und schnell in Apps und auf Webseiten anzumelden. Statt ein Konto aus sozialen Medien zu verwenden oder Formulare auszufüllen, können Kunden ihre Apple-ID zur Authentifizierung verwenden. Hierbei schützt „Anmelden mit Apple“ die Privatsphäre der Nutzer. Nun meldet sich Googles „Product Management Director“, Mark Risher, zu Wort und lobt Apples neues Projekt. Dabei ärgert er sich jedoch auch über die Darstellung von anderen Diensten.

Selbstdarstellung und Selbstkritik

Apple sammelt keine Daten und stellt den Apps und Webseiten, die „Anmelden mit Apple“ nutzen, nur wenige Daten zur Verfügung. In einem Interview mit The Verge teilte Mark Risher, der ein ähnliches Anmelde-Tool von Google überwacht, seine Gedanken über das neue Feature von Apple mit. So ist er der Meinung, dass Apple mit dem eigenen Service einen wichtigen Schritt geht, da Kunden in Folge verstärkt auf individuelle Passwörter setzen werden.

„Ich glaube wirklich, dass diese Technologie besser für das Internet sein wird und die Menschen viel, viel sicherer macht. Selbst wenn sie beim Einloggen auf Webseiten auf die Schaltfläche unserer Mitbewerber klicken, ist das immer noch viel besser, als einen maßgeschneiderten Benutzernamen und ein Passwort oder, allgemeiner gesagt, einen wiederverwendeten Benutzernamen und ein Passwort einzugeben.“

Dass Apple im gleichen Zug die Konkurrenz schlecht aussehen lässt, missfällt Risher jedoch sehr. So erweckte der iPhone-Hersteller bei der Vorstellung des neuen Features den Eindruck, dass sich nur Apple um die Daten der Kunden sorgt, wohingegen alle anderen verwerflich agieren würden.

„Aber es gab einen Haufen Anspielungen, die um die Veröffentlichung gewickelt waren, die darauf hindeuteten, dass nur einer von ihnen rein ist und der Rest von ihnen ist irgendwie korrupt und offensichtlich gefällt mir das nicht.“

Während sich Google angesprochen fühlt und über die Selbstdarstellung ärgert, übt man auch Selbstkritik, da man die Nutzer nicht genügend über den eigenen Anmelde-Prozess aufgeklärt habe. In dem Zusammenhang stimmt Risher zu, dass Google zwar die Authentifizierung kurzzeitig speichert, diese Daten würden jedoch für keinerlei andere Zwecke genutzt.

„Ich nehme die Schuld auf mich, dass wir nicht wirklich artikuliert haben, was passiert, wenn man auf die Schaltfläche „Anmelden mit Google“ drückt. Viele Leute verstehen es nicht und einige Konkurrenten haben es in die falsche Richtung getrieben.

Wir protokollieren nur die Momente der Authentifizierung. Es wird nicht für irgendeine Art von Re-Targeting verwendet. Es wird nicht für irgendeine Art von Werbung verwendet.“

Bei der Gelegenheit gibt Risher zu bedenken, dass ein Anbieter den Ruf der ganzen Branche gefährdet. Gemeint ist hier wohl Facebook, ohne dass der Name genannt wird. So sorgen vergangene Datenschutz-Skandale für ein steigendes Misstrauen bei den Nutzern, was die ganze Branche gefährdet.

„Wir haben einen Konkurrenten, der Telefonnummern als Sicherheitsherausforderung gesammelt hat, sie aber angeblich auch dazu benutzt hat, ein Diagramm für das Re-Targeting von Werbung zu erstellen. Das ist schlecht für das gesamte Ökosystem, weil es die Menschen dazu bringt, uns nicht zu vertrauen.“

Kategorie: Apple

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