Bundesrat: Apple muss ab 1. Januar 2020 NFC-Schnittstelle öffnen

| 18:22 Uhr | 11 Kommentare

Auf dem iPhone dürfen Drittanbieter-Apps bekanntlich den NFC-Chip nicht nutzen. Das sorgt nicht nur bei der Apple-Pay-Konkurrenz für Unmut, sondern auch beim Finanzausschuss des Bundestages. Dieser hat nun erfolgreich einen Gesetzentwurf durchgesetzt, der besagt, dass Apple seine NFC-Schnittstelle öffnen muss (wir berichteten).

Öffnung der NFC-Schnittstelle

Während Apple Pay den NFC-Chip des iPhones nutzen kann, bleibt der Zugriff für Bezahl-Apps anderer Anbieter gesperrt. Wie Apple erklärt, ist die Einschränkung des Zugriffs notwendig, um die Sicherheit des eigenen Zahlungssystems zu gewährleisten. Dieser hohe Standard sei ein wichtiges Verkaufsargument von Apple Pay.

Bezahl-Apps von Drittanbietern auf dem iPhone können somit die NFC-Funktion nicht für die kontaktlose Zahlung im Laden nutzen. Aus diesem Grund sollte ein strittiger Gesetzentwurf Apple in Deutschland dazu zwingen, die NFC-Schnittstelle des iPhones nicht nur zur Abwicklung für Apple Pay zuzulassen, sondern auch für andere Zahlungsmethoden. Der vom Bundestag im November beschlossene Gesetzentwurf hat die Länderkammer nun gebilligt.

Das Gesetz dient eigentlich zur Umsetzung der europäischen Geldwäscherichtlinie – bei der Gelegenheit wurde jedoch auch ein Punkt hinzugefügt, der es Apple nicht mehr erlauben würde, den NFC-Chip abzuschotten. Die Bestimmungen sollen größtenteils Anfang 2020 in Kraft treten.

In der offiziellen Mitteilung des Bundesrates heißt es in Bezug auf Apple Pay:

„Ergänzung des Bundestages betrifft auch Apple Pay

Auf Betreiben des Bundestages verpflichtet das Gesetz darüber hinaus große Digitalunternehmen, Zahlungsdiensten den Zugang zur NFC-Schnittstelle zu ermöglichen. Davon betroffen ist auch das Geschäftsmodell Apple Pay.“

Kategorie: Apple

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11 Kommentare

  • Kooche

    Ich liebe Apple bezüglich seiner Sicherheit.
    Ich finde es nicht positiv, dass der Bundestag dieses Gesetz beschlossen hat.
    Meiner Meinung nach sollten die Banken einfach das System von Apple adoptieren aber nicht Apple für eine Öffnung zwingen.
    Was denkt ihr so?

    29. Nov 2019 | 18:40 Uhr | Kommentieren
    • Dengo

      Das sehe ich genauso.
      Vielleicht kann die Öffnung aber dann auch in den Einstellungen freigegeben werden oder nicht.
      Dann kann jeder selber entscheiden.

      29. Nov 2019 | 18:49 Uhr | Kommentieren
  • Shakal1710

    Armselig.
    Dank solcher behinderten Aktionen wird Deutschland immer hinterweltlich bleiben -.-

    29. Nov 2019 | 18:47 Uhr | Kommentieren
  • S1

    Funktioniert bei mir super! Warum das System öffnen? Gratis AmEx holen, auf dem iPhone einrichten und dann AmEx ne Einzugsermächtigung auf sein Girokonto geben. Fertig! Dann ist es doch egal, bei welcher Bank man Kunde ist. Ich selbst bin ING DiBa Kunde. Seit der Einführung von ApplePay bei der ING DiBa im September habe ich es über meine VISA Debitcard der ING kaum genutzt. Einmal AmEx, immer AmEx. Cool wäre, wenn ApplePay Girokarten erlaufen würde. Kreditkarten werden leider nicht immer akzeptiert. Girokarten sind unmittelbarer. Kreditkarten sind eher so ein Versprechen auf die Zukunft. „Irgendwann gibts dann die Kohle, lieber Händler. Bis dahin musst du in Vorleistung treten!“

    29. Nov 2019 | 18:48 Uhr | Kommentieren
  • TechnikDieBegeistert

    Ob die dieses Gesetz wirklich durchbekommen? Wenn Apple eine dominierende Marktposition inne hätte und damit durch die Abschottung der NFC ein Monopol erzeugen würde, könnte man es verstehen. Aber weder hat Apple eine solche Marktposition noch mangelt es bei der tatsächlich dominierenden Konkurrenz an Auswahl.

    29. Nov 2019 | 20:29 Uhr | Kommentieren
    • 4n0nym0us.us3r

      „Ob die dieses Gesetz wirklich durchbekommen?“

      Sofern ich das richtig verstanden habe, besagt die Meldung, DASS sie es durchbekommen haben. D.h. Apple wird ab irgendwann Anfang 2020 (sobald das Gesetzt in Kraft getreten ist) rechtlich in Deutschland dazu verpflichtet sein, NFC für andere Zahlungsdienstleister zu öffnen.

      Ob man das jetzt gut findet oder nicht, oder ob es gut ist, oder nicht, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Hat aber damit nichts mehr zu tun und ändert auch nichts an den Tatsachen.

      29. Nov 2019 | 23:16 Uhr | Kommentieren
  • Thomas Eusterwiemann

    1) Ich finde es gut, des es mit dieser Nachricht, heute zumindest eine „echte“ News auf dieser News-Seite gibt.

    2) Ich finde auch gut, das auf Apple Druck ausgeübt wird, sein System zu öffnen. Vielleicht kann man deswegen in Zukunft auch mit Paypal per Handy bezahlen und braucht nicht zwingend eine (oft teure) Kreditkarte oder muss die Bank wechseln, um mit Handy zahlen zu können.

    Wenn man sich vorstellt, das auf Windows nur 1 Browser von MS erlaubt wäre, weil alle anderen die Sicherheit potentiell gefährden…

    29. Nov 2019 | 21:50 Uhr | Kommentieren
    • Klausmaier

      Was ist denn an Paypal so gut, dass man es unbedingt auf dem Smartphone haben will?
      Die ist schon klar, dass paypal deine Daten verkauft?!
      Paypal steht so ziemlich im krassen Gegensatz zu allem, wofür apple steht.

      29. Nov 2019 | 23:08 Uhr | Kommentieren
    • Bananarama

      Apple wird natürlich nicht ab 1. Januar die NFC-Schnittstelle des iPhone öffnen. Schließlich bietet dieser, auf Druck der Bankenlobby, kurzfristig in Gesetz gepresste Passus, jede Menge Ausnahmen und Möglichkeiten. Und die wird Apple ausgiebig nutzen. Angefangen mit der Ausnahmereglung bei einer Gefahr schwerer technischer Unsicherheiten. Also werden zuerst die entsprechenden Stellen der Regierung mit technischen Fakten und Eingaben überhäuft, wohlwissend, dass deren Beatwortung aus Gründen dortiger Inkompetenz ewig Zeit braucht. Obendrein ist jede Antwort seitens des Gesetzgebers ein Grund für weitere Eingaben, die Apple nur zu gerne liefern wird. Im Geiste der guten Verständigung und vertrauensvollen Zusammenarbeit, versteht sich. Und sollte es wider Erwartung irgendwann zu einem gerichtfesten Urteil gegen Apple kommen, bleibt ja immer noch der Weg über die Umsetzung der ganzen Sache. Das Gesetz räumt ein ausdrückliches Recht auf eine „angemessene“ finanzielle Entschädigung ein, ohne zu präzisieren, was das eigentlich bedeutet. Was wiederum langwierige Verhandlungen mit sich anschließenden gerichtlichen Auseinandersetzungen nach sich ziehen wird. Und dann gibt es ja noch den Passus mit dem vertretbaren Aufwand für das entwickeln einer API. Also inwiefern kann ein Unternehmen gezwungen größere Unternehmensresourcen für Mitbewerber bereitzustellen. Ich denke Apple wird alles daran setzen,die Sache so langwierig und unerquicklich wie nur möglich zu machen. Andererseits könnte es auch sein, dass dieser Gesetzesteil vom europäischen Gerichtshof umgehend wieder kassiert wird. Vielleicht ahnten das die verantwortlichen Politiker und haben deswegen vorsorglich so viele Hintertüren eingefügt, in der Hoffnung, dass sich dieser feuchte Traum deutscher Banken irgendwie von selbst erledigt.
      Wird auf jeden Fall unterhalsam, wenn nächstes Jahr Apple gegen Team „Neuland“ spielt. :)))

      30. Nov 2019 | 3:29 Uhr | Kommentieren
  • See

    Entschuldige Thomas,

    Aber ich denke das ist in beiden Punkten am Thema vorbei!

    29. Nov 2019 | 22:13 Uhr | Kommentieren
  • Digitalisierungsexperte

    Hier wird so toll geschrieben, das Gesetz wird Apple dazu ZWINGEN die NFC Schnittstelle zu öffnen. Apple wird die Schnittstelle aus Sicherheitsgründen (und das ist meiner Meinung auch gut so) nicht öffnen.
    Die Konsequenz wird eine ganz andere sein. Apple wird Apple Pay für den deutschen Markt sperren. Dann wünsche ich unseren deutschen Banken viel Spass beim Etablieren ihrer Smartphone Bezahllösungen! Ich nutze Apple Pay! Eine Alternative kommt für mich nicht in Frage

    30. Nov 2019 | 10:40 Uhr | Kommentieren

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