Corona-Tracing-App: Bundesregierung setzt auf neue Apple/Google APIs

| 18:49 Uhr | 0 Kommentare

Derzeit sind Corona-Tracing-Apps in aller Munde. Während Apple und Google gemeinsam an einer Schnittstelle arbeiten, die es ermöglichen soll, dass Kontaktpersonen über das Smartphone ermittelt werden können, planen EU-Länder einen eigenen Ansatz. Dieser wird jedoch von Datenschützern kritisiert, da hier zugehörige Daten extern gespeichert werden. Nun gibt es zumindest bei der Bundesregierung einen Kurswechsel.

Bundesregierung denkt bei App um

Weltweit arbeiten Regierungen und Gesundheitsbehörden zusammen, um Lösungen für die COVID-19-Pandemie zu finden. Ziel ist es, Menschen zu schützen und den Alltag allmählich zu normalisieren. Hierfür soll unter anderem die Kontaktmessung genutzt werden. Gesundheitsbehörden, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen arbeiten mit Hochdruck an Apps, mit denen Nutzer anonym und auf freiwilliger Basis Nachverfolgungsdaten teilen können. Apple und Google unterstützen die Bemühungen mit der Bereitstellung gemeinsamer Programmierschnittstellen (APIs), die es ermöglichen eine Kontaktmessung durchzuführen.

Bisher sah es so aus, dass die EU einen eigenen Ansatz nutzen wird. So gab die Europäische Kommission an, dass alle EU-Länder die gleiche App oder zumindest einen gemeinsamen Standard annehmen sollten, der als Pan-European Privacy Preserving Proximity Tracing (PEPP-PT) bekannt ist. Datenschützer kritisieren das System jedoch stark, da die erfassten Daten zentral gespeichert werden. Das heißt, die eigene ID, sowie Kontakt-IDs und weitere Daten werden extern auf einen Server gespeichert und verarbeitet. Die Apple/Google-Lösung ist hingegen ganz bewusst ein dezentralisierter Ansatz, bei dem die Daten nur auf dem Smartphone selbst gespeichert und verarbeitet werden, es sei denn, der Eigentümer wird positiv auf COVID-19 getestet und gibt die Erlaubnis, dass seine Kontaktcodes hochgeladen werden.

Bei der Bundesregierung hat nun ein Umdenken stattgefunden. So bestätigte der Chef des Bundeskanzleramts, Helge Braun, dass man nun auf dezentrale Möglichkeiten setzen wolle. Damit will man vor allem Vertrauen schaffen. Somit steht Apples und Googles Lösung hoch im Kurs. So erklären Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Kanzleramtschef Braun gegenüber „Welt am Sonntag“, dass die Bundesregierung „die in Kürze zur Verfügung stehenden Programmierschnittstellen von Apple und Google nutzt und gleichzeitig die epidemiologische Qualitätssicherung bestmöglich integriert.“

Kategorie: Apple

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