Ärger um neue E-Mail App: Apple bemängelt fehlende Abo-Alternative – Entwickler wirft Apple Erpressung vor

| 14:42 Uhr | 4 Kommentare

Während Apples System für In-App-Käufe gerade bei der Europäischen Kommission die Wettbewerbskommissare auf Hochtouren bringt, macht der Entwickler der E-Mail App „Hey“ mit einer erbosten Beschwerde auf sich aufmerksam. So behauptet der neue Service, dass Apple die zugehörige App aus dem App Store schmeißen will, da der Anbieter kein In-App-Abonnement zur Verfügung stellt.

Fotocredit: Apple

Ärger um neue E-Mail App

Eine neue E-Mail App namens „Hey“ vom Basecamp-Team ist auf Probleme mit Apple gestoßen. Laut dem Entwickler soll eine fehlende In-App-Abo-Option schuld sein. Die App kostet 99 Dollar pro Jahr. Abonnements für den Dienst müssen auf der Hey-Webseite gekauft werden und werden nicht in der iOS App angeboten, da die Entwickler von Hey keine Gebühren in Höhe von 15 bis 30 Prozent zahlen wollen.

Nachdem Apple ein Bugfix-Update abgelehnt hatte, meldete sich der Kundendienst beim Hey-Team und machte darauf aufmerksam, dass die Nutzer in der Lage sein müssen, den Dienst in der iOS App zu kaufen und dass „Hey“ aus dem App Store entfernt werden könnte, falls die In-App-Käufe nicht implementiert werden. Daraufhin meldete sich David Heinemeier Hansson, CTO von Basecamp, auf Twitter erbost zu Wort:

„Keine Chance, dass wir das verdammte Lösegeld an Apple zahlen werden. Ich werde dieses Haus selbst niederbrennen, bevor ich es von solchen Gangstern zur Beute machen lasse. Dies ist zutiefst, pervers missbräuchlich und ungerecht.“

Verstoß gegen App Store Richtlinien

Während Apple The Verge mitgeteilt hat, dass Apps eine In-App-Abonnement-Option anbieten müssen, wenn diese eine Abo-Dienstleistung anbieten, macht das Unternehmen für eine Vielzahl von Apps Ausnahmen. Zu diesen Ausnahmen gehören unter anderem Musik-, Video- und Zeitschriften-Apps, aber E-Mail Apps gehören nicht zu den genehmigten Ausnahmen. Nur wenn diese primär für Geschäftsdienstleistungen gedacht sind, verzichtet Apple auf die Vorgabe. Dass die „Hey“ App in erster Linie überhaupt für den App Store genehmigt wurde, sei ein Fehler von Apple gewesen.

Kategorie: Apple

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4 Kommentare

  • Duke

    Naja…ist ja auch schon ganz schön dreist, für eine simple eMail-Handy-App 99$ pro Jahr zu erwarten.
    Das wäre mir die App sicher nicht einmal als Einmalkauf für Lifetime wert.

    Jetzt kommt dann bestimmt der Konter, daß es ja auch Updates usw. gibt, die finanziert werden müssen.
    Aber da stehe ich auf dem Standpunkt, daß ich auch für Software mindestens einmal 2 Jahre „Gewährleistung“ erwarte.
    Hier ist sogar die Argumentation für die Gewährleistung ganz einfach, wenn nach 23 Monaten noch ein Bug gefunden wird.
    Der war auf jeden Fall schon bei Kauf vorhanden.

    17. Jun 2020 | 15:59 Uhr | Kommentieren
  • Marco

    Man nutzt hier die Plattform von Apple (die Apple selbst auch finanzieren muss!) und kann hier deshalb nicht einfach schmarotzen. Klar, dass es in den Richtlinien so steht – das ist einfachste Betriebswirtschaft. Wenn das Unternehmen von der Plattform profitieren will, sollten sie sich einfach an die zuvor von ihnen akzeptierten Bedingungen halten. Jetzt zu meckern ist einfach zu spät.

    17. Jun 2020 | 18:16 Uhr | Kommentieren
  • Zu Hause

    Man könnte sie auch einfach 20 $ teurer anbieten als auf der eigenen Website….

    17. Jun 2020 | 20:06 Uhr | Kommentieren
    • Pechi

      Wird nicht gehen.. Stichwort Preisparität – ist aber nur eine qualifizierte Vermutung!

      18. Jun 2020 | 8:03 Uhr | Kommentieren

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