iPhone-Drosselung: EU-Verbraucherschützer fordern Entschädigung für Kunden

| 7:15 Uhr | 5 Kommentare

Letztes Jahr wurde Apple mit einer Vielzahl von Klagen aufgrund seiner iOS-Performance-Management-Funktion konfrontiert. Nachdem das Unternehmen in den USA mittlerweile die Lage dank eines Vergleichs im Griff hat, werden jetzt in Europa mehrere Verbraucherschutzorganisationen hellhörig, die Apple gerne auch zur Kasse bitten würden.

Apple soll jedem Betroffenen 60 Euro zahlen

Mit dem „heimlichen“ Energie-Management des iPhone hatte Apple Ende 2017 ganz schön für Wirbel gesorgt. Mit iOS 10.2.1 wurde die Leistung bei iPhones mit alten Akkus verringert, um ein Abschalten der Geräte zu verhindern, wenn die Akku-Leistung unter bestimmten Bedingungen nicht mehr ausreichend zur Verfügung gestellt werden kann. Das wurde laut einigen Nutzern jedoch nicht ausreichend kommuniziert, was insbesondere in den USA für eine Vielzahl von Klagen sorgte, die im Zuge einer Sammelklage beigelegt werden sollen.

Der zugehörige Richterspruch sieht in den USA eine Wiedergutmachung in Höhe von 25 Dollar für jedes betroffene iPhone vor. Auf Basis dieser Vorgabe wird Apple mindestens 310 Millionen Dollar (jedoch nicht mehr als 500 Millionen Dollar) zahlen müssen. Der Vergleich ruft nun in Europa die, in der Gruppe Euroconsumers zusammengeschlossenen, Verbraucherschutzorganisationen auf den Plan. Die Organisation gruppiert die folgenden Verbraucherschützer: Test Achats (Belgien), AltroConsumo (Italien), OCU (Spanien), Deco-Proteste (Portugal) und Proteste (Brasilien).

Die Gruppe fordert Apple auf, stolze 60 Euro für jedes betroffene Gerät als Schadensersatz zu zahlen. So habe Apple laut der Abmahnung nicht nur die Leistung der iPhones reduziert, sondern auch die Einsatzfähigkeit des Akkus künstlich herabgesetzt, was die Kunden zu einem Neukauf gezwungen hätte. Euroconsumers gibt Apple nun zwei Wochen Bedenkzeit, um auf die Forderung zu reagieren. Nach Ablauf der Zeit zieht die Gruppe in Betracht rechtliche Schritte einzuleiten.

Apple hat die Forderung zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht kommentiert. Dem allgemeinen Thema zur Drosselung widmete sich der Hersteller bereits Anfang Dezember 2018 in einem offenen Brief. Hier erklärte Apple, dass man niemals etwas unternehmen würde, um die Lebenszeit eines Produktes zu verkürzen oder das Benutzererlebnis zu verschlechtern. Die Reduzierung des Prozessortaktes diene lediglich dazu, ein unerwartetes Abschalten der betroffenen Geräte zu verhindern, wenn der Akku nicht mehr die benötigte Leistung liefern kann. Zusätzlich reagierte das Unternehmen mit der Möglichkeit, den iPhone-Akku kostengünstig austauschen zu lassen.

Kategorie: iPhone

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5 Kommentare

  • Peter

    So ein Quatsch!!!!!!!!! Was für ein Schaden soll einem denn passiert sein *lach* ???
    Wer hat mich zum Neukauf gezwungen?? Ich habe davon nichts im Live-Betrieb mitgekriegt. Mein iPhone lief wie immer. Sowas von lächerlich alles….

    07. Jul 2020 | 7:17 Uhr | Kommentieren
  • Chris

    Naja so ein Quatsch ist das nicht! Man muss immer im Hinterkopf behalten, dass es hier um fehlende Kommunikation geht und damit auch der Verdacht besteht, dass Apple künstlich einen Neukauf erzwingen wollte. Und es sollte jedem klar sein, das die Masse an Spezialisten die Apple hat genau wissen was sie so wann wie sagen! Nur darum geht es. Wäre das von vornherein offen Kommuniziert worden, dann hätte das keiner beanstandet. Somit finde ich das nur fair, den Endverbraucher dahingegen zu schützen und zu klagen und zumindest einen Teil des Akku Neukaufs zu erstatten. Ich musste auch 75 Euro zahlen, weil Apple mit der Aktion von 29 Euro wo ich einen Termin hatte gesagt hatte, ihr Akku ist noch gut und klar wir machen den aber dann dauert das 10-14 Tage. Alles klar. Merkt ihr was?

    07. Jul 2020 | 13:50 Uhr | Kommentieren
  • Gast1

    Chris , ich hatte seiner Zeit drei iPhones die für einen Batterietausch
    in Frage gekommen sind. Termine für alle gemacht , Akkus wurden bestellt ,
    Termin genutzt alles bestens . Dauer der ganzen Prozedur ca. 8 Tage.
    Danach waren alle etwa 80-110€ teurer im Verkauf.
    Warum jemand nicht das Handy mit altem Akku kauft und selbst den
    Akku für 29€ wechselt erschließt sich mir nicht .
    Soll mir Recht sein.😁😁

    07. Jul 2020 | 16:18 Uhr | Kommentieren
  • Gast

    Chris …. in D ist aber fehlende Kommunikation nicht Strafbar wie in Trumpland
    Da kannst du auch Kaffee am Drive In holen und dir über den Kopf gießen und hinterher
    die Firma verklagen weil es nicht auf dem Becher steht das der heiß ist.
    Jetzt mal zu der Drosselgeschichte , Apple wurde nicht verklagt weil sie es gemacht haben
    sondern weil sie den intelligenten Menschen nicht gesagt haben das sich das iPhone aus
    Sicherheitsgründen drosselt um sich nicht abzuschalten was eventuell einen Datenverlust
    erleiden könnte …..ah 💡, die Leuchten kennen zwar die Technik nicht wissen aber genau
    wie man klagen muss oder die Anwälte wissen es und sagen es den Leuchten.
    Von 350 Millionen $ , übrigens bekommt 40% davon das Anwaltsbüro.
    ( Mein Kommentar wurde gelöscht , jetzt meine moderierte Variante)

    07. Jul 2020 | 16:29 Uhr | Kommentieren
  • Chris

    Ich verstehe eure Argumente vollkommen! Ihr habt genauso recht.
    @Gast1: hier in Berlin kann man schon froh sein überhaupt einen passenden Termin zu ergattern. Der eine Apple Store ist total überrannt. Leider. Denn es ist echt ein schönes Geschäft.

    @Gast: Du hast absolut recht mit deiner Aussage und wir können auch echt froh sein, dass wir da keine Klagepolitik ala Trumpland haben. Das schützt uns nicht nur selber sondern auch unsere Firmen und Arbeitgeber. Jedoch empfinde ich es persönlich als totales Manko, dass wir da nicht mehr geschützt werden was die Offenheit und Kommunikation angeht. Mir geht es ja nicht um die Drossel, sondern das es halt nicht offen kommuniziert wurde. Wenn ich mir einen VW mit 250 PS kaufe, will ich auch nicht feststellen müssen das dieser nur 100 PS wenn der Tank halb voll ist. Es sei denn VW kommuniziert das offen und teilt seine Entscheidung mit wieso und was da der Vorteil wäre für mich. Wir haben Gesetze für Gesetze und noch mehr Gesetze aber da wieder nichts.

    Ich denke das Thema allgemein ist echt schwierig und jeder hat ja zum Glück auch andere Denkweisen und Meinungen. Sonst wäre es ja langweilig. 😜😂
    (VW habe ich übrigens ganz bewusst als Beispiel gewählt!)

    07. Jul 2020 | 23:48 Uhr | Kommentieren

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