Kartell-Anhörung: Tim Cook verteidigt die Strategie von Apple

| 13:33 Uhr | 4 Kommentare

Apple-CEO Tim Cook wird im Rahmen einer kartellrechtlichen Untersuchung vor dem US-Repräsentantenhaus aussagen. Auch wenn die Anhörung noch bevorsteht, gab Cook bereits einen Ausblick, auf seine geplanten Ausführungen. Hierbei erklärt er, dass Apple keine wettbewerbswidrigen Praktiken anwendet. Im Gegenteil, vielmehr würde Apple bei der Entwicklung des Software-Geschäfts helfen.

Tim Cook verteidigt Apples Strategie

Apple, Google, Facebook und Amazon stehen nun schon länger unter einem wachsamen Auge der Wettbewerbsbehörden. Im Mittelpunkt steht die Marktmacht der vier Tech-Giganten und ob diese auf ihren Online-Plattformen potenziell wettbewerbswidrig handeln. Im Zuge einer Untersuchung des US-Repräsentantenhauses sollen nun die Führungskräfte der Unternehmen vor dem Kongress aussagen.

Noch vor der Anhörung, die für heute angesetzt ist, erhalten wir einen Einblick in Apples Eröffnungserklärung. Cook wird ausführen, dass Apple auf keinem Markt, auf dem das Unternehmen geschäftlich tätig ist, „einen dominierenden Marktanteil“ hat, und dass die Verbraucher viele andere Wahlmöglichkeiten haben, wenn es um Smartphones geht. „So sehr wir auch glauben, dass das iPhone die beste Nutzererfahrung bietet, so wissen wir doch, dass es bei weitem nicht die einzige Wahl ist, die den Verbrauchern zur Verfügung steht“, heißt es in Cooks Aussage.

Cook wird „bei den Fakten keine Zugeständnisse machen“ und plant, Behauptungen, Apple sei wettbewerbswidrig, anzufechten. Er führt weiter aus:

„Ich bin heute hier, weil die Prüfung vernünftig und angemessen ist. Wir gehen an diesen Prozess mit Respekt und Bescheidenheit heran. Aber bei den Fakten machen wir keine Zugeständnisse.

Nachdem wir mit 500 Apps begonnen haben, beherbergt der App Store heute mehr als 1,7 Millionen – nur 60 davon sind Apple-Software. Wenn Apple ein Torwächter ist, dann haben wir das Tor ganz klar weiter geöffnet. Wir wollen jede App, die wir bekommen können, in den Store bringen und nicht von dort fernhalten.“

Was die Provisionen für den App Store angeht, so wird Cook argumentieren, dass Apples 15 bis 30-prozentige Provision mit Alternativen vergleichbar ist. Dabei biete Apple eine bessere Option als das, was Softwareentwicklern vor der Einführung des App Store im Jahr 2008 zur Verfügung stand. Bezüglich der App Store Richtlinien erklärt Cook:

„Die Richtlinien für den App Store gewährleisten eine qualitativ hochwertige, zuverlässige und sichere Benutzererfahrung. Sie sind transparent und gelten für Entwickler jeder Größe und in allen Kategorien gleichermaßen. Sie sind nicht in Stein gemeißelt. Vielmehr haben sie sich mit dem Wandel der Welt verändert, und wir arbeiten mit den Entwicklern zusammen, um sie fair anzuwenden.“

Cook plant vor dem Ausschuss auszuführen, dass Apple seit der Einführung des App Store keine Provisionen erhöht oder Gebühren hinzugefügt hat, sondern vielmehr die Gebühren für Abonnements gesenkt und für bestimmte App-Kategorien Ausnahmeregelungen eingeführt hat. So gibt Apples CEO an:

„Die Provisionen von Apple sind vergleichbar oder niedriger als die Provisionen, die von der Mehrheit unserer Konkurrenten erhoben werden. Und sie sind erheblich niedriger als die 50 bis 70 Prozent, die Software-Entwickler für ihre Arbeit erhielten, bevor wir den App Store eingeführt hatten.“

Kategorie: Apple

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4 Kommentare

  • Gast

    Kennt noch wer die Ricola Werbung ….“ wer hat es Erfunden ?“.
    Das gleiche gilt für Apple und die daraus entstehenden Nutzungsrechte.
    Wenn man Apple kippt und sie zwingen sollte es günstiger zu machen
    weil unseren Politiker nix besonderes einfällt außer dummes Zeug
    dann kann man sich auch gleich dem Patentrecht annehmen.
    Da gibt es Patenttrolle und ähnliches die müsten dann eigentlich
    noch vor Apple liquidiert werden weil deren Geschäftsgebaren
    eher an Raubrittertum erinnert.
    Lasst mal bei Apple , Google und Co alles wie es ist das läuft besser
    als die USA , Europa und Asien zusammen. Ich denke da an Zölle und
    anderen Mist.

    29. Jul 2020 | 14:37 Uhr | Kommentieren
    • Peter

      Vollkommen richtig!!! Gut

      29. Jul 2020 | 16:46 Uhr | Kommentieren
    • Chris

      Vollkommener Mist den du da schreibst! Ich sage nur Gforce Now, Stadia und Co.! Diese Apps werden künstlich unterdrückt, da Apple denkt, dass sie im direkter Konkurrenz zu Arcade stehen. Und das ist nur eine Kategorie Apps. Da gibt es noch 1000 andere Beispiele.

      30. Jul 2020 | 9:35 Uhr | Kommentieren
      • Philip

        Zu dieser Aussage würde ich gerne die Quelle sehen.
        Ich denke eher, dass Arcade und Stadia das eigene Ökosystem bewerben sollen und deshalb nicht auf der jeweils anderen Plattform laufen. Android und iOS werden doch gerne an der Menge und Qualität der Apps verglichen. Also wollen beide mit einem eigenen Service herausragen.

        30. Jul 2020 | 22:34 Uhr | Kommentieren

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