Gericht: Rausschmiss der Fortnite-App durch Apple ist legitim

| 13:38 Uhr | 1 Kommentar

Apple und Epic Games befinden sich bekanntlich in einer hitzigen Auseinandersetzung. Beide Unternehmen haben bereits im Vorfeld der ersten gerichtlichen Anhörung klargestellt, dass keiner von seiner Meinung abweichen wird. So will Epic Games nach dem App-Store-Rauswurf wieder zurück in den Store, dabei will Apple seine Richtlinien aufrechterhalten. Nun gibt es eine erste Gerichtsentscheidung im Eilverfahren, die man als Teilerfolg für beide Unternehmen werten kann.

Fortnite muss draußen bleiben – Unreal Engine erwünscht

In dem Eilverfahren entschied die zuständige Richterin Yvonne Gonzalez Rogers zunächst, dass der Fortnite-Bann seitens Apple legitim war und somit Bestand hat. Gleichzeitig untersagt die Richterin jedoch, dass Apple gegen die Unreal Engine vorgeht.

Nachdem Epic Games unerlaubt sein eigenes Zahlungssystem in Fortnite auf iOS eingeführt hatte, entfernte Apple nicht nur die App aus dem App Store, sondern kündigte auch die Sperrung aller Entwicklerkonten des Unternehmens an. Der Verlust aller Entwickler-Privilegien im Apple-Kosmos würden jedoch auch das Support-Ende der von Epic entwickelten Unreal Engine auf iOS und macOS bedeuten, was Auswirkungen auf andere Spieleentwickler haben könnte.

Die Unreal Engine wird in zahlreichen Spielen verwendet und ist somit für viele Entwickler eine essenzielle Technologie, auch auf mobilen Plattformen. Epic Games hatte bereits eine Vielzahl von Unterstützern aus der Entwickler-Community für sich gewinnen können, darunter Microsoft, die sich für den Verbleib der Unreal Engine aussprechen. Ein Ende des Supports der Unreal Engine würde die gesamte Spieleindustrie beschädigen, erklärt Rogers. Somit darf Apple (zumindest vorerst) nicht den Zugang zu Entwicklungswerkzeugen für die Unreal Engine blockieren.

Richterin Rogers weist darauf hin, dass Epic International, getrennt von Epic Games, für die Entwicklung der Unreal Engine verantwortlich ist. Sie erklärt, dass Epic International „separate Lizenzvereinbarungen für Entwicklerprogramme mit Apple hat und diese Vereinbarungen nicht verletzt wurden“. Apple hatte argumentiert, dass das Unternehmen routinemäßig Vereinbarungen für alle verknüpften Entwickler-Accounts kündigt, was nun aufgrund der einstweiligen Verfügung in diesem Fall nicht möglich sein wird.

Gleichzeitig ist Rogers äußerst skeptisch, dass Epic Games nicht genau wusste, was sie taten, als man beschloss, die Regeln des App Stores zu brechen und gleich danach eine öffentliche Kampagne gegen Apple zu starten. Die Richterin wird Apple deshalb nicht daran hindern, den Entwickler-Account von Epic Games zu kündigen.

Auch wenn die Entscheidung wie ein erster Kompromiss für beide Unternehmen anmutet, so mahnt Rogers, dass die Schlacht nicht mit einer einstweiligen Verfügung gewonnen oder verloren wird. Es stände vielmehr ein langer juristischer Kampf bevor, bei dem es für keines der beiden Unternehmen einen „Slam Dunk“ geben wird. Wir haben immer noch kein konkretes Datum für den Hauptprozess, aber angesichts der Meinungsverschiedenheiten zwischen den beiden Unternehmen könnte dies nicht vor 2021 geschehen.

(via MacRumors)

1 Kommentare

  • Gast

    Etwas positives hat das Urteil , Epic Games bleibt raus dem App Store und das
    kostet viel Geld . Passt schon mal.
    Was ich schade finde und hier geht mir das Gericht zu weit in der Annahme
    Apple will Rache , ich Denke es geht hier eher um das Recht des Eigentümers
    und Vertragsparners. Hier hätte man nach meiner Meinung auch gegen die
    Unreal Engine und den Entwickleraccount stimmen müssen.
    Das wiederum , ja hätte Dritte geschädigt und genau datum geht es. Die
    hätten dann ebenfalls den Verursacher nämlich Epic Games verklagen
    können , denn die haben das verursacht.
    Andere könnten nun in gleicher weise handeln wenn man so günstig
    aus der Sache herauskommt wie Epic

    25. Aug 2020 | 14:48 Uhr | Kommentieren

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