Apple beschuldigt Epic des „vorsätzlichen, dreisten und rechtswidrigen Verhaltens“ – Klage auf Schadensersatz

| 11:15 Uhr | 3 Kommentare

Apple und Epic Games befinden sich im Rechtsstreit. Der Hersteller aus Cupertino hat Fortnite aufgrund von Verstößen gegen die Richtlinien aus dem App Store geschmissen. Epic hat Klage eingereicht und bittet das Gericht per einstweiliger Verfügung, dass Apple dazu verpflichtet wird, Fortnite wieder im App Store zuzulassen. Am 28. September findet eine Anhörung in dieser Angelegenheit statt, auf die sich beide Unternehmen aktuell vorbereiten. Parallel dazu hat Apple nun eine Gegenklage gegen Epic eingereicht.

Apple vs. Epic

Apple holt zum Gegenschlag gegen Epic aus. In einer Klage, die Apple nun gegen Epic eingereicht hat, heißt es, dass es bei Epics Klage ausschließlich ums liebe Geld geht. Apple schreibt

Obwohl sich Epic als moderner Robin Hood darstellt, handelt es sich in Wirklichkeit um ein Milliarden-Dollar-Unternehmen, das einfach nichts für den enormen Wert bezahlen möchte, den es aus dem „App Store“ zieht. Die Forderungen von Epic nach Sonderbehandlung und die Forderung nach „Vergeltungsmaßnahmen“ lassen sich nicht mit der offensichtlichen Vertragsverletzung und den eigenen Geschäftspraktiken vereinbaren, da sie Milliarden einnehmen, indem sie Provisionen von Spieleentwicklern erheben und Verbrauchern bis zu 99,99 US-Dollar für die sogenannten „V-Bucks“ in Rechnung stellen.

Epic nutzte jahrelang alles, was der „App Store“ zu bieten hatte. Es nutzte die von Apple bereitgestellten Tools, Technologien, Software, Marketingmöglichkeiten und Kundenreichweite, um Apple-Kunden auf der ganzen Welt Spiele wie Infinity Blade und Fortnite anbieten zu können. Es genoss die enormen Ressourcen, die Apple in seinen „App Store“ steckt, um ständig Innovationen zu entwickeln und neue Möglichkeiten für Entwickler und Erfahrungen für Kunden zu schaffen sowie jede App zu überprüfen und zu genehmigen, um den „App Store“ für Kunden und Entwickler gleichermaßen sicher zu halten.

Weiter heißt es seitens Apple, dass Epic mehr als 400 Apple-Schnittstellen und -Frameworks sowie fünf Versionen des Apple SDK nutzt. Epic-Apps wurden mehr als 200 Mal geprüft und über 140 App-Updates wurden an Apple-Kunden ausgeliefert. Laut Apple wurde jedes Mal Werbung geschaltet, wenn Epic eine neue Saison für Fortnite veröffentlichte, die „kostenlose Werbung und Tweets“ für mehr als 500 Millionen Endbenutzern bot.

Interessant ist auch die Aussage Apples, dass Epic ein Hoffix-Update genutzt hat, um Apple zu täuschen und die „illegale“ Direktzahlungsoption zu implementieren. Apple sagt, dass das „vorsätzliche, dreiste und rechtswidrige Verhalten“ von Epic nicht ohne Konsequenzen bleiben darf, indem es das Gericht um Schadensersatz und eine Anordnung bittet, die Epic daran hindert, seine unfairen Geschäftspraktiken voranzutreiben.

Zudem hat Apple Punkt für Punkt alle Anschuldigungen von Epic in den jüngsten Dokumenten beantwortet.

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Kategorie: Apple

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3 Kommentare

  • Gast

    Na da hat Apple ja gute Chancen zu gewinnen ,da das Urteil faktisch
    schon fest steht durch die Richterin. Hat ja bereits festgestellt das Epic
    widerrechtlich gehandelt hat.
    Das kann jetzt sehr teuer werden für Epic.
    Kunden weg und hohe Strafe , so eine seltenblöde Aktion.
    Mich wundert es das der CEO noch in seinem Stuhl sitzt.

    09. Sep 2020 | 14:02 Uhr | Kommentieren
  • Ben1980EN

    Ich habe bisher die Berichterstattung auf einer Gaming-Seite verfolgt. Und habe schon selbst darüber nachgedacht, was 30% rechtfertigt. Und amüsanterweise hatte ich sehr ähnliche Gedanken wie die oben angeführten Argumente.

    Wir hatten einen Haushalt mit Android, Microsoft und Co., Antivirenschutz, Firewalls alles musste gepflegt werden wie wild. Hier geklicke da geklicke, Berichterstattung über gekaperte Handys usw. Seid 5 Jahren haben wir ohne Fanboys fast alles auf Apple umgestellt. Ich mag doof sein, aber ich vertraue darauf, das Apple „versucht“ mich mit den Apps im Appstore zumindest nicht ins offene Messer laufen zu lassen. Und wenn man ein bissl Menschenverstand an den Tag legt. Klappt das mit den dortigen Mitteln weitgehenst. Ich bin viel entspannter, weil ich mich wohl dabei fühle und auf die trügerische Sicherheit des geschlossenen Systems glaube.

    Ich glaube Epic will einfach nur noch mehr Geld machen.

    10. Sep 2020 | 16:22 Uhr | Kommentieren
  • dini

    Meiner Meinung nach sollte Apple lieber auf 25 % senken unter Voraussetzung dass es keine Endkunden Abzocke mehr gibt. Ich bin kein Fan von zig In-App Käufen, von virtueller Kaufwährung wo viele Menschen mit wenig Geld viel verzocken. Will man seine Kunden schützen muss auch Apple mehr tun. Beispiel Fifa Reihe, es war bis 2007 eine tolle spielbare Fußball App aber durch die verschachteln von Fenster und den In-App Käufen ist die App unspielbar seitdem. Lieber eigene Entwicklerteams aufbauen und Apple Arcade weiter ausbauen, glaube das wird auch der Weg sein. Fakt ist, wenn ein Konzern wie Epic Milliardengewinne einstreicht ist das nicht zu verstehen.
    Finde es muss aber im Verhältnis zueinander stehen, finde bei kleineren Entwicklern, welche eine top app ohne in-app käufen oder mit transparenten sowie fairen Bedingungen anbieten sollten nicht abgestraft sein, je mehr Umsatz desto teurer wäre fair, auch um kleinere mehr zu fördern.

    10. Sep 2020 | 18:45 Uhr | Kommentieren

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