EU: Neuer Gesetzesentwurf will Tech-Unternehmen zum Datenaustausch zwingen und vorinstallierte Apps verbieten

| 20:15 Uhr | 7 Kommentare

Die Europäische Union plant weitreichende gesetzliche Maßnahmen, um große Technologieunternehmen zu zwingen, Daten mit Konkurrenten auszutauschen und ihre eigenen Apps und Dienste nicht zu bevorzugen, so ein neuer Bericht der Financial Times.

Der Digital Services Act

Als Teil ihres neuen Gesetzes über digitale Dienste (Digital Services Act) plant die EU, Unternehmen wie Apple, Amazon und Google zu zwingen, Kundendaten an kleinere Konkurrenten auszuhändigen. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Technologieunternehmen „die auf der Plattform gesammelten Daten … nicht für [ihre] eigenen kommerziellen Aktivitäten nutzen … es sei denn, sie [machen] sie gewerblichen Nutzern zugänglich, die in den gleichen kommerziellen Aktivitäten tätig sind“. Somit würden „Gatekeeper“-Plattformen, die ihre eigenen Online-Marktplätze betreiben, wie Apples App Store, einen Großteil der von ihnen gesammelten Daten nicht verwenden dürfen, da sie ihre Daten nicht teilen.

Am umstrittensten ist wohl, dass es großen Technologieunternehmen verboten werden könnte, ihre eigenen Apps und Dienste zu bevorzugen. In der jetzigen Form bedeutet dies, dass es den Unternehmen nicht erlaubt sein wird, eigene Apps auf ihren Geräten vorzuinstallieren. Es besteht auch die Ambition, Nutzern die Deinstallation vorinstallierter Apps zu erlauben.

Eine Umsetzung dieses Plans wäre ein schwerer Schlag für Apple und Google und würde zu grundlegenden Veränderungen in der Art und Weise führen, wie Betriebssysteme ausgeliefert werden. Es ist jedoch unklar, wie der Vertrieb z.B. eines iPhones ohne vorinstallierte Apps von Apple funktionieren würde, wenn vermutlich nicht einmal der App Store selbst vorinstalliert werden könnte, da es sich dann um eine „bevorzugte“ App handeln würde. Das Herunterladen von Apps oder die Nutzung von Diensten jeglicher Art auf iOS und Android müsste komplett überarbeitet werden, um dem Nutzer Wahlmöglichkeiten und Optionen von Drittanbietern auf jeder Ebene zu ermöglichen, ohne dabei die eigenen Apps und Dienste des Geräteherstellers zu bevorzugen.

Wir erinnern uns an dieser Stelle, als Microsoft die Nutzer seines Betriebssystems über die Alternativen zum hauseigenen Internet Explorer informieren musste und eine Download-Wahl zur Verfügung stellte. So wollte es die EU-Kommission vor rund 10 Jahren, und so hatte es das Unternehmen auch umsetzen müssen.

Das Gesetz enthält über 30 Paragraphen mit spezifischen Verboten und Verpflichtungen für große Technologieunternehmen. Die Vorgaben zielen darauf ab, die Macht und den Einfluss der Unternehmen einzuschränken. Es wird erwartet, dass das Gesetz bis Ende dieses Jahres vollständig veröffentlicht wird. Brüssel hofft Berichten zufolge, globale Standards für die digitale Wirtschaft einzuführen, den Wettbewerb zu verbessern und lang anhaltende Kartellverfahren zu verhindern.

Kategorie: Apple

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7 Kommentare

  • Gast

    Genau das ist der Hauptgrund warum die Engländer ( werden bald noch
    ein paar mehr Staaten werden) aus der EU austreten wollen.
    Wegen dem UNSÄGLICHEN SCHWACHSINN aus Brüssel.
    Könnte man auch den neuen EU -Kapitalismus nennen , wir sagen wer
    hier reich wird.

    01. Okt 2020 | 20:42 Uhr | Kommentieren
    • Peter

      vollkommen richtig!

      02. Okt 2020 | 11:49 Uhr | Kommentieren
  • Alex

    Ich will dann aber auch das wenn ich mir ein VW kaufe die Möglichkeit haben ein Opel Motor einzubauen… kann ja wohl nicht angehen das ich den vom Hersteller nehmen muss!!!! Stellt euch das mal vor 😳
    Auch ganz wichtig ist das VW dann alle meine Daten wie Kaufpreis bonitätsprüfung bei Finanzierung Name etc. am alle anderen Hersteller weitergeben muss, nicht das sich die hierzulande Kleineren Autohersteller benachteiligt fühlen!

    Haben die den Schlag nicht mehr gehört?

    Mal im Ernst, selbst wenn würden sich wahrscheinlich 95% aller Apple Nutzer nicht verhalten ändern und weiter alles beim alten belassen 🤷🏻‍♂️

    01. Okt 2020 | 21:20 Uhr | Kommentieren
  • Mario

    Cool. Dann bekomme ich ein Smartphone mit Betriebssystem, aber ohne Apps – also auch ohne AppStore, in dem ich mir dann Apps runterladen kann, von Entwicklern, die nicht Diskriminiert werden.
    Ich bekomme also einen teuren Briefbeschwerer, der die Farbe wechseln kann. Juhu.
    EU, ihr seid echt spitze!!

    02. Okt 2020 | 7:34 Uhr | Kommentieren
  • Gast

    Alex….
    „ selbst wenn würden sich wahrscheinlich 95% aller Apple Nutzer nicht verhalten ändern„
    eben das ist genau der Punkt den die EU Politiker nicht in die Birne bekommen.
    Sie könnten auch Tomatensauce und Käse auf der Pizza per Gesetz erzwingen ,
    aber einentlich machen das eh 99% drauf aber Hauptsache irgend was gemacht
    der Beamte braucht Beschäftigung.

    02. Okt 2020 | 7:40 Uhr | Kommentieren
  • Peter

    Alles jammern hilft hier nichts. Jetzt sind die Firmen gefragt, gegen die EU vorzugehen und zu klagen, damit dieser Unsinn nicht möglich wird. Ich will auch nicht das meine Daten an andere Firmen weitergegeben werden. Wer schützt den Kunden eigentlich!?

    02. Okt 2020 | 11:49 Uhr | Kommentieren
  • T/r

    Apple sollte den. Schritt tun den App Store intern zu öffnen Apps aus dem ganzen Apple Ökosystem

    02. Okt 2020 | 17:37 Uhr | Kommentieren

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