Datenschutz in iOS 14: Facebook-Finanzchef befürchtet Einbruch der Werbeeinnahmen

| 8:33 Uhr | 4 Kommentare

Facebook hat schon des Öfteren anklingen lassen, dass das Unternehmen mit den geplanten Datenschutzkontrollen von iOS 14 nicht einverstanden ist, da hierdurch personalisierte Werbung stark eingeschränkt werden kann. Nun meldet sich auch Facebook-Finanzchef David Fischer und kritisiert Apples Datenschutzbemühungen.

Geplante Anti-Tracking-Funktionen sorgen für Unmut bei Facebook

Geschäftsmodelle, die sich auf personalisierte Werbung stützen, werden es mit iOS 14 nicht einfach haben. Gemeint sind hier die geplanten Maßnahmen von Apple, die verhindern sollen, dass Nutzer digital verfolgt werden können. Das weiß auch Facebook-CFO David Fischer, der sich laut CNBC negativ über Apples Änderungen geäußert hat.

Apple-Geräte bieten einen „Identifier for Advertisers“ (IDFA), den Facebook und seine Werbepartner für Werbe-Targetingzwecke verwenden. In iOS 14 soll der IDFA ein Opt-in-Feature werden, wodurch mehr Transparenz für Nutzer geschaffen wird, die es vorziehen, nicht in Apps und auf Webseiten verfolgt zu werden. Insbesondere soll so Cross-App- bzw. Cross-Site-Tracking verhindert werden, was zur Bereitstellung zielgerichteter Anzeigen verwendet wird.

Das gefällt Facebook natürlich absolut nicht, da so sein Audience Network Programm nicht mehr auf voller Kraft fährt. Das Unternehmen hat sogar schon seine Partner informiert, dass sich die Werbeeinnahmen halbieren könnten.

Facebook „unter Beschuss“ und schießt zurück

Erst einmal können Facebook und andere Werbetreibende aufatmen, wenn auch nur kurz. So möchte Apple den Entwicklern die Zeit geben, um die erforderlichen Änderungen in ihrem System vorzunehmen. Daher wird die Anforderung zur Verwendung der Nachverfolgungsberechtigung erst Anfang nächsten Jahres in Kraft treten. Facebook nutzt die Zeit und erklärt erneut, dass Werbe-Firmen bzw. personalisierte Werbung „unter Beschuss“ von Apple stehen. So sagte Fischer auf der Advertising Week, dass „genau die Werkzeuge, auf die Unternehmer […] im Moment angewiesen sind, bedroht sind.“ „Meiner Meinung nach werden die von Apple vorgeschlagenen Änderungen, wirklich weitreichende Änderungen, den Entwicklern und Unternehmen am meisten schaden“, fügte Fischer hinzu.

Die Facebook-Führungskraft erklärte auch, dass das Unternehmen plant, sein Geschäftsmodell zu „verteidigen“, das es als wertvoll und anders als das von Apple ansieht. Fischer bezeichnete das Geschäft von Apple als „ein Unternehmen, das Luxus-Hardware oder Abonnementdienste verkauft, hauptsächlich an Verbraucher wie uns, die das Glück haben, in einigen der reichsten Länder der Welt über ein großes frei verfügbares Einkommen zu verfügen“.

Apple erklärte hingegen bereits, dass „Technologie das Grundrecht der Benutzer auf Privatsphäre schützen sollte. Dies bedeutet, dass Anwendern Tools zur Verfügung gestellt werden sollten, um zu verstehen, welche Apps und Webseiten ihre Daten für Werbe- oder Werbemessungszwecke mit anderen Unternehmen teilen, sowie Tools zum Widerruf der Genehmigung für dieses Tracking.“

Kategorie: Apple

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4 Kommentare

  • Blade Runner

    Wir können jetzt mal alle den Hut für Facebook kreisen lassen. Die nagen bald alle am Hungertuch.

    08. Okt 2020 | 10:55 Uhr | Kommentieren
  • Peter

    „…welche Apps und Webseiten ihre Daten für Werbe- oder Werbemessungszwecke mit anderen Unternehmen teilen, sowie Tools zum Widerruf der Genehmigung für dieses Tracking.“ – genau SO sieht es aus liebes Facebook und alle anderen – und nicht anders!

    08. Okt 2020 | 12:53 Uhr | Kommentieren
  • Ben1980EN

    Ich hoffe sehr das Apple, in keinster Weise dabei einknickt. Mir geht dieses ausspioniert werden und „manipuliert“ werden derartig auf den Geist. Und dieses Geschäftsmodell muss in seine Schranken gewiesen werden. Wenn die Verbraucher demnächst wieder mehr Selbstbestimmung haben. Kann ich das nur begrüßen.

    08. Okt 2020 | 13:54 Uhr | Kommentieren
  • Gast

    Ich will meine Daten nicht freigeben.
    Ich bin bereit für gute Medien zu zahlen.
    Das Apple mich jetzt schützen will finde ich gut
    kommt aber leider etwas spät. Google , Facebook
    und Co. haben schon volle Arbeit geleistet.
    Jetzt kommt Herr Zuckerberg und beschwert sich
    auch noch und will Apple den schwarzen Peter
    zuschieben , eine bodenlose Frechheit.

    08. Okt 2020 | 15:13 Uhr | Kommentieren

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