EU will Apple TV+, Netflix und Co. 30 Prozent europäische Produktionen vorschreiben

| 16:41 Uhr | 3 Kommentare

Die Vielfalt an TV-Streaming-Diensten ist groß, doch ist das Programm auch vielfältig genug? Zumindest auf die Produktionsländer bezogen, sieht die EU Verbesserungsbedarf. Eine Mindestquote für europäische Inhalte soll sich diesem Problem annehmen. Diese sieht vor, dass mindestens 30 Prozent des angebotenen Programms aus EU-Produktionen besteht. Während Netflix und Amazon Prime Video wahrscheinlich keine großen Probleme haben werden, diese Quote zu erfüllen, muss bei Apple TV+ und Disney+ jedoch noch deutlich nachgebessert werden.

EU-Quote für Streaming-Anbieter

Im Zuge eines Gesetzesentwurfs sollen europäische Produktionen mehr Unterstützung erfahren. Hierbei soll das angestrebte Gesetz sicherstellen, dass Europäer Zugang zu mehr Inhalten haben, die in ihrem jeweiligen Heimatland produziert werden. Bemängelt wird, dass große Streaming-Firmen dazu neigen, nur in den USA produzierte Inhalte anzubieten.

Abschnitt 65 der Online Safety and Media Regulation Bill besagt, dass „audiovisuelle Mediendienste auf Abruf im Interesse der Bereitstellung kulturell vielfältiger europäischer Inhalte für ein möglichst breites Publikum die Hervorhebung europäischer Werke in ihrem Dienst gewährleisten sollen“.

Die für den Gesetzesentwurf verantwortliche Ministerin Catherine Martin erwähnte ausdrücklich Apple TV+, da der Streaming-Dienst nicht über die erforderliche Anzahl lokal produzierter Inhalte verfügt. Wie AppleInsider anmerkt, wird das Gesetz, falls es verabschiedet wird, dazu führen, dass Plattformen, die die Mindestquote nicht erfüllen, in Europa verboten werden. Die Anbieter würden jedoch eine gewisse Vorlaufzeit erhalten, damit die Voraussetzungen erfüllt werden können.

Da Apple TV+ nicht die größte Bibliothek an Produktionen vorweist, sollte die Erfüllung der Quote machbar sein. Interessant wird die Sache beim Streaming-Service Disney+, der bei einem recht großen Katalog überwiegend US-Produktionen anbietet. Netflix und Amazon Prime Video produzieren eine ausgewogenere Bibliothek von Inhalten in Europa und würden sich daher einfacher schlagen, die erforderliche Quote zu erfüllen. Im Gesetzesentwurf wird übrigens klargestellt, dass Streaming-Anbieter auch nach dem Brexit Inhalte, die in Großbritannien erstellt wurden, als Teil der 30 Prozent-Anforderung einbeziehen können.

3 Kommentare

  • Peter

    Das hat doch nix mehr mit Demokratie zu tun! Das sind gefährliche Methoden!!! Wer stoppt die EU eigentlich in der Ausübung dieser Taten? Die machen ja was sie wollen!

    Ach und zur Info: uns interessieren EU Produktionen nicht! Wir gucken nur amerikanische ^^

    10. Dez 2020 | 18:47 Uhr | Kommentieren
  • Gast

    Ja das muss man leider sagen , es kommt schon viel Blödsinn aus Brüssel.
    Es gibt ja ein paar gute europäische Produktionen aber 30% gegen die
    massive Kraft der US-Filmindustrie …..da wird man sich dann noch mehr
    Mist ansehen müssen wie jetzt schon. Hat die EU sich mal ÖR – TV
    aus dem filmarmen Deutschland angesehen da wird es schwierig 3%
    Qualität zu finden , 30% ist dann eher ein Scherzartikel und die
    verbraten jedes Jahr 8 Milliarden Euro für den Müll.
    Thomas Gottschalk und Dieter Bohlen für Europa ….😂😂

    10. Dez 2020 | 20:44 Uhr | Kommentieren
  • Tom

    Eine ähnliche Diskussion gabs vor 30 Jahren als es um den Anteilndeutschsprachiger Musik im Radio ging. Riesen Aufregung und zuletzt hat‘s das Publikum durchs Hörverhalten geregelt.

    10. Dez 2020 | 22:46 Uhr | Kommentieren

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