Facebook attackiert Apple mit Zeitungsanzeigen

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Facebook ist alles andere als ein Fan von Apple. Das zeigt das Unternehmen bei jeder Gelegenheit. Und so verwundert es nicht, dass wir es heute gleich mit zwei Seitenhieben gegen Apple von dem Social-Media-Konzern zu tun haben. Zunächst äußerte sich Facebook zu den aktuellen Entwürfen für eine neue Gesetzgebung, die unter anderem Apples App Store ins Visier nimmt. So gibt ein Facebook-Sprecher gegenüber Reuters an, dass das Unternehmen „hofft“, dass die neue Gesetzgebung „Grenzen für Apple setzen wird“. Weiter geht es mit einer Reihe von ganzseitigen Zeitungsanzeigen, in der sich Facebook über Apples neueste Privatsphäre-Maßnahmen beschwert.

Facebook hofft auf Grenzen für Apple

Die Europäische Kommission hat am Dienstag zwei Gesetzesentwürfe vorgestellt, die Tech-Unternehmen in der EU neue Vorschriften auferlegen und bei Nichteinhaltung saftige Bußgelder erheben würden.

Einer dieser Gesetzesentwürfe, der „Digital Markets Act“, könnte große Veränderungen für Apples App Store bedeuten. Durch europaweit einheitliche Regeln soll es für kleine Unternehmen einfacher werden, im Wettbewerb mit den Großen zu bestehen. Hierbei sollen Gatekeeper-Plattformen unter anderem künftig die Bevorzugung eigener Produkte und Dienste unterlassen.

Der zweite Teil ist der Digital Services Act, der Unternehmen wie Google/YouTube, Twitter, Facebook und andere Social-Media-Dienste am meisten betreffen würde. So sollen die Internet-Plattformen mehr Verantwortung für die Inhalte übernehmen, die auf ihren Seiten veröffentlicht werden. Der Schwerpunkt des Gesetzes liegt auf der Bekämpfung „illegaler und schädlicher Inhalte, indem die Plattformen aufgefordert werden, diese schnell zu entfernen“.

Als Facebook nach den vorgeschlagenen Änderungen in der EU gefragt wurde, nutzte das Unternehmen die Gelegenheit, um sich über Apple zu beschweren und sagte, dass Apple seine Macht dazu nutzt, „Entwicklern und Verbrauchern zu schaden“. So wäre das geplante Gesetz gut, um Apple Grenzen zu setzen. Facebooks Stellungnahme:

„Wir hoffen, dass die DMA auch Apple Grenzen setzen wird. Apple kontrolliert ein ganzes Ökosystem, vom Gerät über den App Store bis hin zu Apps, und nutzt diese Macht, um Entwicklern und Verbrauchern sowie großen Plattformen wie Facebook zu schaden.“

Facebook beschwert sich über Apples Anti-Tracking-Funktionen

Facebooks Kommentare kommen einen Tag, nachdem Apple neue App-Privatsphäre-Labels im App Store eingeführt hat, die Nutzern bewusster machen sollen, welche Daten jede App sammelt und was mit diesen Daten gemacht wird. Facebooks App-Privatsphäre-Label ist ziemlich umfangreich, um es mal so zu sagen (für die ganze Liste auf das Bild klicken):

In diesem Zusammenhang lohnt sich ein Blick auf Apples weitere Bemühungen eine bessere Transparenz für die Datennutzung zu gewährleisten. Die geplante Funktion „App Tracking Transparency“ (ATT) wird Nutzer von Apple-Hardware wissen lassen, wann Unternehmen sie über Apps und Webseiten hinweg verfolgen wollen und gibt ihnen die Möglichkeit, die Verfolgung einfach zu stoppen. Das gefällt Facebook absolut nicht und so gibt das Unternehmen seine Meinung im Zuge einer Reihe von ganzseitigen Zeitungsanzeigen kund. So schreibt Bloomberg:

„Facebook Inc. griff Apple Inc. am Mittwoch in einer Reihe ganzseitiger Zeitungsanzeigen an und behauptete, die erwarteten Änderungen der mobilen Software des iPhone-Herstellers in Bezug auf das Sammeln von Daten und gezielte Werbung seien schlecht für kleine Unternehmen.

Die Anzeigen, die in der „New York Times“, dem „Wall Street Journal“ und der „Washington Post“ erscheinen sollen, tragen die Überschrift „Wir setzen uns für kleine Unternehmen überall gegen Apple ein“. Sie beziehen sich auf bevorstehende Änderungen an Apples Betriebssystem iOS 14, die die Möglichkeiten von Unternehmen wie Facebook einschränken werden, Daten über mobile Nutzer zu sammeln und sie mit Werbung zu überhäufen.“

Facebook war bereits zuvor der Meinung, dass Werbe-Firmen bzw. personalisierte Werbung „unter Beschuss“ von Apple stehen würden. So sagte ein Sprecher des Unternehmens, dass „genau die Werkzeuge, auf die Unternehmer […] im Moment angewiesen sind, bedroht sind.“

Kategorie: Apple

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