Apple reagiert auf Facebook-Kritik: „Wahlfreiheit für Nutzer“

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Man merkt Facebook die Sorgen rund um Apples neue Anti-Tracking-Funktionen an. In den letzten Wochen hatte sich der Social-Media-Konzern mehrfach über Apples anstehende Privatsphäre-Funktion beschwert, was zuletzt in mehreren großen Zeitungsanzeigen mündete. Jetzt meldet sich Apple zu Wort und erklärt, dass die neuen Optionen zur Aktivitätsverfolgung den Nutzern etwas bieten, was es vorher nicht gab: eine grundlegende Wahlmöglichkeit.

Wahlfreiheit für Nutzer

Geschäftsmodelle, die sich auf personalisierte Werbung stützen, werden es mit Apples geplanter „App Tracking Transparency“ (ATT) nicht einfach haben. Die Funktion wird die Benutzer wissen lassen, wann Unternehmen sie über Apps und Webseiten hinweg verfolgen wollen und gibt ihnen die Möglichkeit, die Verfolgung einfach zu stoppen. Facebook hat schon mehrfach gewarnt, dass das Unternehmen aufgrund der Funktion einen Einbruch in den Werbeeinnahmen erwartet. Das war jedoch auf wenig Gehör gestoßen.

Deswegen hatte Facebook am Mittwoch eine Reihe ganzseitiger Anzeigen in großen US-Zeitungen geschaltet, in denen die von Apple geplante Einführung der Schutzmaßnahmen angeprangert wird. Der Social-Media-Riese positioniert sich als Verfechter kleiner Unternehmen, die angeblich unglückliche Opfer in einem Krieg zwischen Giganten sind, da sie aufgrund der Anti-Tracking-Funktionen Werbeeinnahmen verlieren würden.

Als Reaktion auf die Angriffsanzeige sagte Apple in einer Stellungnahme, dass die Funktion lediglich von Unternehmen wie Facebook verlangt, „Nutzern eine Wahl“ in Bezug auf das Tracking zu geben. Die Funktion gehöre einfach zu Apples Verpflichtung, die Privatsphäre und Daten seiner Nutzer zu schützen:

„Wir glauben, dass dies eine einfache Angelegenheit des Eintretens für unsere Nutzer ist. Nutzer sollten wissen, wann ihre Daten gesammelt und über andere Apps und Webseiten geteilt werden – und sie sollten die Wahl haben, dies zuzulassen oder nicht. Die App-Tracking-Transparenz in iOS 14 verlangt nicht, dass Facebook seinen Ansatz zum Tracking von Nutzern und zur Erstellung von gezielter Werbung ändert, sie verlangt lediglich, dass sie den Nutzern eine Wahl lassen.“

Facebook holt zum nächsten Schlag aus

Facebook kann sich mit dieser Stellungnahme nicht anfreunden und plant sogar bereits eine zweite Angriffswelle von Werbeanzeigen, die am Donnerstag aufschlagen soll. Dieses Mal behauptet Facebook, dass Apple mit seinem Geschäftskonzept das kostenlose Internet zerstören will. Wie BuzzFeed-Redakteur John Paczkowski erklärt, sei der Kern des Arguments, dass Webseiten und App-Hersteller gezwungen werden, ihre Inhalte in Rechnung zu stellen, wenn sie nicht mehr auf personalisierte Werbung setzen können.

Das Argument hatte übrigens Craig Federighi bereits im Zuge seiner Rede auf der „European Data Protection & Privacy Conference“ entkräftet. Hier sagte Apples Software-Chef, dass Internet-Werbung früher auch ohne aggressives Tracking funktionierte. Womöglich wäre eine Rückbesinnung die Lösung.

Kategorie: Apple

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