Einige Apple-Mitarbeiter wollen nicht zurück an den Arbeitsplatz und im Home-Office bleiben

| 8:33 Uhr | 7 Kommentare

Nachdem Tim Cook eine Mitteilung an Apple-Mitarbeiter verschickt hat, in der es heißt, dass sie ab Herbst teilweise wieder ins Büro zurückkehren müssen, zeigt sich nun, dass diese Nachricht nicht überall gut angekommen ist. So wehrt sich derzeit eine größere Gruppe von Apple-Mitarbeitern gegen diese Planung und beschwert sich in einem internen Brief.

Fotocredit: Apple

Neue Präsenzregelung bei Apple

Apple-CEO Tim Cook erklärte Anfang der Woche, dass die meisten Mitarbeiter montags, dienstags und donnerstags wieder ins Büro kommen werden, mit der Option, mittwochs und freitags von zu Hause aus zu arbeiten. Teams, die vor Ort arbeiten müssen, werden vier bis fünf Tage pro Woche zurückkehren.

Mitarbeiter haben auch die Möglichkeit, bis zu zwei Wochen im Jahr im Home-Office zu arbeiten, „um näher bei der Familie und geliebten Menschen zu sein, einen Tapetenwechsel zu erleben, unerwartete Reisen zu bewältigen oder aus einem ganz anderen Grund“, heißt es in dem Schreiben an die Apple-Mitarbeiter. Vorgesetzte müssen Anträge auf Fernarbeit genehmigen.

Home-Office bevorzugt

Mit dieser neuen Regelungen können sich jedoch einige der Apple-Angestellten nicht anfreunden. In einem ausführlichen Brief, der an Tim Cook und die weitere Unternehmensführung geschickt wurde, erklären die Mitarbeiter, dass sie einen flexibleren Ansatz wollen, bei dem diejenigen, die aus der Ferne arbeiten wollen, dies auch tun können. In dem Brief heißt es unter anderem:

„Ohne die Möglichkeiten, die Flexibilität mit sich bringt, haben viele von uns das Gefühl, dass wir uns entweder für unsere Familien, unser Wohlbefinden und die Möglichkeit, unsere beste Arbeit zu leisten, entscheiden müssen, oder dafür, ein Teil von Apple zu sein. Das ist eine Entscheidung, die keiner von uns auf die leichte Schulter nimmt, und eine Entscheidung, die viele lieber nicht treffen würden.“

Zu den von den Mitarbeitern hervorgehobenen Vorteilen der flexibleren Arbeit gehören Vielfalt und Inklusion bei der Bindung und Einstellung von Mitarbeitern, der Abbau zuvor bestehender Kommunikationsbarrieren, eine bessere Work-Life-Balance, eine bessere Integration bestehender Remote-Mitarbeiter und eine geringere Verbreitung von Krankheitserregern.

Weiterhin fordern die Mitarbeiter in dem Schreiben einige Neuerungen wie Mitarbeiterumfragen und einen „klar strukturierten und transparenten Kommunikations- / Feedbackprozess auf unternehmensweiter Ebene“.

Der Brief entstand Berichten zufolge in einem Apple-Slack-Kanal für „Remote Work Advocates“ mit rund 2.800 Mitgliedern. Bis zu 80 Mitarbeiter sollen an der Erstellung und Bearbeitung des Schreibens beteiligt gewesen sein. Den kompletten Brief könnt ihr bei the Verge einsehen.

Kategorie: Apple

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7 Kommentare

  • Gast1

    Im HO leidet die Sicherheit ,Kreativität und die Arbeitsmoral stark.
    Deshalb verstehe ich gut das Apple so schnell wie möglich zur Normalität
    zurück will.
    Das Angestellte das nicht so gern wollen ist klar , kann ja nicht schöner sein
    als auf seiner Terrasse oder im Park seine Arbeit zu machen , zu 50-70%.
    Unkontrolliert dahin werkeln macht auch mehr spass.

    07. Jun 2021 | 10:57 Uhr | Kommentieren
    • Gast2

      Klassischer Kommentar von jemandem der Mitarbeiter als “Ausbeuter” der Firma betrachtet, sie deshalb kontrollieren möchte andererseits von Mitarbeitern Vertrauen in die Leitung fordert, dass diese besser weiß was gut für die Mitarbeiter sei, aber gegenüber von Mitarbeitern Vertrauen nicht entgegenbringt.

      07. Jun 2021 | 12:23 Uhr | Kommentieren
    • Peter

      und bei Apple gibts sicherlich GUTES Geld! Ich finde das auch ne Frechheit wie sich manche jetzt hier verhalten.

      07. Jun 2021 | 12:49 Uhr | Kommentieren
  • Chad Kruski

    Die von Gast 1 niedergeschriebene Aussage geht von einer negativen Grundannahme aus, welche diese Art von Innovation verhindert.

    „Bist Du morgen im HomeOffice oder arbeitest Du?“

    Wenn man die Mitarbeiter nach Zielen und Aufträgen führt und nicht nach Kontrolle der Anwesenheit, so ist es völlig egal wo, wie und zu welcher Zeit dies erreicht wird. Hauptsache das (realistische) Ziel wurde pünktlich erfüllt. Die einen brauchen eher Freiheiten um dies noch effektiver/effizienter zu erfüllen, die anderen mehr Vorgaben und Struktur. Die einen persönliche Onsite-Kontakte, und bei anderen reichen mehr virtuelle aus. Dies den Mitarbeitern individuell zu ermöglichen zeigt eine zeitgemäße Mitarbeiterführung. Wenn uns eines die Corona-Pandemie gezeigt hat, so ist es, dass Wissensberufe keinerlei echte Kontakte benötigt um dennoch produktiv zu sein. Bei physischen Berufen (Produktion, Herstellung etc.) ist dies natürlich anders. Es gäbe so viele Branchen, vor allem solch konservative Branchen wie Versicherungen, Banken etc., welche hier mehr Möglichkeiten den Mitarbeitern geben könnten. Dies setzt jedoch vor allem Vertrauen voraus. Vertrauen zu seinen Mitarbeitern!
    Trotz der Krise und dem gezwungenem Vertrauen scheint es leider nicht in alle Köpfe durchgedrungen zu sein und viele Führungskräfte tendieren wieder zu alten Verhaltensweisen. Daher bleibt nichts anderes übrig, als dass das Home-Office die Regeln sein sollte und im Einzelfall eine OnSite- oder Teil-Home-Office-Regelung durch den Arbeitgeber begründet werden muss…ah ja: alleine nur Führungskraft zu sein ist m.E. keine ausreichende Begründung!

    07. Jun 2021 | 13:03 Uhr | Kommentieren
    • Chris

      Ich lese hier immer Vertrauen, Vertrauen, Vertrauen…
      Das ist ein Arbeitsverhältnis und muss bis zu einem gewissen Grad kontrolliert werden!
      Stell dir doch mal vor, wir würden uns jeden Morgen in der Bahn auf dem Arbeitsweg treffen, ab und zu unterhält man sich aber hat privat nichts miteinander zu tun. Kommt schon ganz dicht an ein Arbeitsverhältnis dran. Jetzt komme ich und will von dir 10.000 Euro geborgt haben und verspreche dir, das ich es dir bald wiedergebe und du kannst mit vertrauen! Doch wirklich!!! Du kannst mir vertrauen! Ich arbeite wirklich hart um es dir wiederzugeben. Aber die nächsten Monate bin ich im Homeoffice und schicke dir ab und zu mal 50-100 Euro und sage immer dazu, ich arbeite wirklich hart daran die alles wiederzugeben! Du kannst mir vertrauen! Vertrau mir da!!! Vertrauuuueennnn!!!
      Merkst du etwas….

      07. Jun 2021 | 17:23 Uhr | Kommentieren
  • Chris

    Homeoffice wäre das Schlechteste was in der Zukunft passieren könnte. Nahezu alle Berufe leben von Teamarbeit und direktem Austausch. Dazu zählt auch zu einem gewissen Teil der soziale Druck real anwesender Mitarbeiter. Jeder der im Homeoffice arbeiten will, weiß schon ganz genau wieso. Immer nur arbeiten wenn man will und List darauf hat. Spontan sagen zu können, ich will jetzt nicht arbeiten sondern lieber in der Sonne liegen und relaxen… das mag vielleicht eine Zeit lang gehen, jedoch wird das Mittelfristig zu schleichender Faulheit führen und die Produktivität mindern. Klar gibt es da Ausnahmen! Jedoch werden diese recht selten sein. Ein besseres Konzept wäre da die Arbeitszeiten gleitend zu gestalten. 40 Arbeitsstunden in der Woche anwesend sein aber keine festen Zeiten vorschreiben, da wo es möglich ist.
    Und alle die Homeoffice so toll vergöttern, schaut mal auf die Länder wo die Disziplin nicht so ernst genommen wird und wie da die Wirtschaftliche Lage aussieht…
    Ein weiterer Aspekt ist die Gleichberechtigung der Menschen. Wie erklärt jemand der im Homeoffice arbeitet bei 60-70% seiner normalen Leistung jemanden der vielleicht in der Produktion, Pflege oder jeglichem anderen Beruf wo Homeoffice nicht möglich ist, das gerade er oder sie Homeoffice verdient haben aber erwartet das seine Mutter vor Ort und nicht über Skype gepflegt wird oder das die Regale im Supermarkt immer voll sind und da kein IPad steht mit dem Produktbildern. Ich könnte hier noch 1000de mehr Sätze schreiben wieso Homeoffice schlecht für ein Unternehmen und die Gesellschaft ist. Die die Homeoffice so verfechten sollten mal darüber nachdenken und nicht nur egoistisch an sich denken, denn nur wenn ich egoistisch denke und nur auf mich bezogen sehe ich individuelle Vorteile im Homeoffice.

    07. Jun 2021 | 17:14 Uhr | Kommentieren
  • Manuel

    @Chris:
    Du hast schon ein sehr seltsames Menschenbild: Menschen sind generell faul und arbeiten nur wenn man sie dazu zwingt und kontrolliert. Das passt eher Richtung 19. Jahrhundert.
    Jemand der nicht arbeiten will, arbeitet im Betrieb genauso wenig. Da gibt es wunderbar Schwätzchen mit Kollegen in der Kaffeküche den ganzen Tag.
    Viele Mitarbeiter haben durch die gewonnene Flexibilität Vorteile (z.B. wohnen und arbeiten außerhalb der überteuerten Ballungszentren um nur ein Beispiel zu nennen). Und wenn der Job vorher schon überwiegend am Rechner durchgeführt wurde, sehe ich nicht, was dagegen spricht, den Laptop aben mitzunehmen und die Arbeit von zu Hause zu machen.
    Ich sehe Homeoffice aber unter dem Strich eher als Gewinngeschäft für das Unternehmen. Weniger Büroflächen, weniger Büroutensilien, die angeschafft werden müssen und vor allem weniger Krankheitstage der Mitarbeiter.

    Zum Punkt „Gleichberechtigung“: Du träumst von einer Welt, die zu 100% fair ist. Das gab es noch nie und wird es auch nie geben. Das fängt beim Gehalt an und hört bei den verschiedenen Facetten der Arbeitswelt auf. Die einen Jobs eigenen sich für Homeoffice, die anderen eben weniger.

    Mir kommt es so vor, dass du mit dem Wandel in der Arbeitswelt nicht klar kommst. Die Welt dreht sich aber weiter und du und viele Firmenlenker der alten Schule werden diesen Wandel nicht aufhalten können.

    09. Jun 2021 | 15:07 Uhr | Kommentieren

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