Intel-Marktanteil könnte wegen Apple Silicon im nächsten Jahr auf neues Tief fallen

| 11:27 Uhr | 3 Kommentare

Der Prozessor-Marktanteil von Intel könnte im nächsten Jahr auf einen neuen Tiefstand fallen, was zum großen Teil auf die Entscheidung von Apple zurückzuführen ist, in seinen Mac-Computern keine Intel-Prozessoren mehr zu verwenden, sondern stattdessen Apple Silicon einzusetzen.

Intel verliert Marktanteile

Apple kündigte letztes Jahr an, dass das Unternehmen in einem zweijährigen Prozess alle seine Mac-Computer, sowohl Desktops als auch Laptops, auf die Verwendung eigener Prozessoren umstellen wird. Nachdem letztes Jahr mit dem M1-Chip die neue Mac-Generation eingeläutet wurde, wird erwartet, dass die Umstellung im nächsten Jahr abgeschlossen wird.

Die neuen Apple Silicon Macs sind Intel ein Dorn im Auge. Bereits der M1 lehrt dem Chip-Hersteller das Fürchten. In naher Zukunft wird Apple zudem eine leistungsfähigere Version des hauseigenen SoC (System on a Chip) an den Start bringen. Dieser Chip wird Intel leistungstechnisch womöglich gar keine Chance mehr geben. Doch nicht nur im Leistungsvergleich droht Intel eine Niederlage – Apples Wechsel zu eigenen Chips wird Intel voraussichtlich wertvolle Marktanteile kosten.

Als Folge der ersten vier M1-Macs und der kommenden Veröffentlichungen wird Intel laut DigiTimes in diesem Jahr 50 Prozent seiner Aufträge von Apple verlieren. Schließlich soll der Verlust aller Aufträge von Apple dazu führen, dass Intels Notebook-Marktanteil im Jahr 2023 unter 80 Prozent fallen wird. So heißt es in einer Marktanalyse:

„Es wird erwartet, dass Apples selbst entwickelte Arm-basierte Prozessorserie die Schlüsselrolle dabei spielen wird, einen großen Teil von Intels Anteil im kommenden Jahr zu übernehmen, so die Quellen.

Es wird erwartet, dass Intel im Jahr 2021 fast 50 Prozent seiner Aufträge von Apple verlieren wird und schließlich keine Aufträge mehr von dem Kunden erhalten wird. Durch den Verlust von Apples 10 Prozent Marktanteil und den Verbleib von AMD mit weiteren 10 Prozent wird Intels Anteil am Notebook-Markt im Jahr 2023 wahrscheinlich unter 80 Prozent fallen, so die Quellen.“

Intel attackiert Apple

Intel ist sich den Auswirkungen, die Apple Silicon auf sein Geschäft haben wird, offenbar bewusst. So bemühte sich der Chip-Hersteller in mehreren Werbekampagnen, Apples M1-Chip als schlechteren Prozessor darzustellen. Dabei versuchte Intel sich in den wenigen Kategorien, wo man sich noch im Vorteil sieht, hervorzuheben. Der Erfolg hielt sich jedoch in Grenzen.

Letztendlich veranschaulichten inkonsistente Testplattformen, wechselnde Argumente und ausgelassene Daten einen leichten Hauch von Verzweiflung. Spätestens beim M1-Nachfolger könnte es dann für Intel noch mühsamer werden, sich positiv zu vergleichen. Fest steht, dass die kommenden Apple Silcon Macs Intels Job noch viel schwieriger machen werden.

Kategorie: Mac

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3 Kommentare

  • Gast1

    Ja nun , wenn man sich ausruht und nur noch das Nötige macht kommt jemand von hinten und zeigt wie es geht.
    Intel hat über Jahre seine Marktposition ausgenutzt und bekommt nun den Denkzettel.
    Die Versorgung mit Chips von Intel für Apple kann man schlicht und einfach als Frechheit bezeichnen.

    19. Jun 2021 | 11:46 Uhr | Kommentieren
  • Gast1

    So wie macerkopf es im Artikel beschreibt ist es noch , wie ich finde , sehr harmlos dargestellt.
    Ich glaube es wird Intel viel härter treffen als gedacht.
    Desktop : Hier hat Intel mit seinen Chips bei der Geschwindigkeit noch eine kleinen Vorteil
    den sie aber nicht mehr lange haben werden. Im Bezug auf Effizienz hängen sie schon
    deutlich hinterher.
    Laptop: Weit abgeschlagen was Geschwindigkeit , Laufleistung und die Wärmeentwicklung betrifft.
    Hier hat Apple ganz klar die Nase vorn und es sind nicht nur die Chips die Apple früher abgenommen hat
    dessen Umsatz Intel verliert , sondern Apple hat seine Verkaufszahlen stark erhöht , zum Teil über
    30%.
    Server und PowerPC: Hier hat Intel noch klar die besseren Karten , was sich aber auch bald ändern dürfte.
    Da die Applerechner so schnell und gleichzeitig Wärmeeffizient arbeiten würde ich mich nicht wundern wenn
    Serverfarmen schon ein Auge auf die Geräte geworfen haben. Hier kann man ordentlich Geld sparen ,
    allein die Kühlleistung die hier gespart wird.

    Keine alternativen in der Schublade und so eine Konkurrenz dürfte sich sehr schnell auswirken. Ich glaube
    an 35-40% weniger Umsatz schon zum Jahreswechsel 21-22.
    Denn der M2 kommt im Sommer und dürfte so einige erschrecken.

    19. Jun 2021 | 12:07 Uhr | Kommentieren
    • Robert

      Ihr vergesst Microsoft- die wollen auch stark in die ARM Richtung gehen.
      Ein ARM Windows das auf dem neuen Stand ist und INTEL hat noch ein viel größeres Problem.
      Dell, HP und die Asiaten werden sofort auf SOC umstellen – und dann ist Intel im Segement Notebokk tot.

      20. Jun 2021 | 7:52 Uhr | Kommentieren

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