Apple warnt vor „großen Gefahren“ durch Sideloading unter iOS

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Apple hat einen neuen Nutzerleitfaden veröffentlicht, der detailliert beschreibt, wie das Leben für iOS-Nutzer aussehen würde, wenn das Unternehmen gezwungen wäre, das Sideloading von Apps unter iOS zu erlauben. Sideloading bezieht sich auf die Installation von Apps von einer Quelle außerhalb des offiziellen App Store, wie einer Webseite oder einem App Store eines Drittanbieters. Passend hierzu gab Apples Leiter der Abteilung für Benutzerdatenschutz, Erik Neuenschwander, ein Interview, in dem er auf das Risiko weiter eingeht.

Fotocredit: Apple

Sideloading als Gefahrenquelle

Inmitten der anhaltenden Diskussionen über die strenge Kontrolle der App-Verteilung auf iOS-Geräten hat Apple heute seine Argumentation ausführlich dargelegt. Der zugehörige Leitfaden trägt den Titel „Building a Trusted Ecosystem for Millions of Apps“ (Aufbau eines vertrauenswürdigen Ökosystems für Millionen von Apps) und beschreibt Apples Ansicht, wie wichtig es ist, dass ein kuratierter und verwalteter App Store die einzige Möglichkeit ist, neue Apps auf iOS-Geräte herunterzuladen.

In dem Bericht zitiert Apple eine Studie, in der es heißt, „dass Geräte, die Android verwenden, 15-mal mehr Infektionen durch Schadsoftware aufweisen als das iPhone.“ Ein Hauptgrund sei dafür, dass Android-Apps von fast überall heruntergeladen werden können, während der normale iPhone-Nutzer Apps nur aus einer Quelle herunterladen kann: dem App Store.

In dem Bericht nimmt Apple die Leser mit auf eine Führung durch die potenziellen Gefahren, die drohen, wenn das Ökosystem geöffnet wird. Dass das iPhone durchaus ein beliebtes Ziel ist, veranschaulicht Apple anhand von Maßnahmen, die man im Jahr 2020 ergreifen musste, um Nutzer und auch Entwickler zu schützen:

  • 100.000 neue Apps und Updates werden im Durchschnitt jede Woche von einem Team von über 500 Experten überprüft.
  • Fast eine Million problematischer neuer Apps und eine ähnliche Anzahl von Updates wurden abgelehnt oder entfernt.
  • Apple stoppte über 1,5 Milliarden Dollar an potenziell betrügerischen Transaktionen.
  • Apple schloss 470.000 Teams aus dem Apple Developer Program wegen betrugsrelevanter Gründe aus.
  • 205.000 Anmeldeversuche von Entwicklern wurden aufgrund von Betrugsbedenken abgelehnt.
  • Apple deaktivierte 244 Millionen Kundenkonten aufgrund von betrügerischen und missbräuchlichen Aktivitäten.

Unsicherheit beim Kunden

Passend zu dem 16-seitigen Essay erklärte Apples Datenschutz-Chef Eric Neuenschwander gegenüber Fast Company, dass eine Öffnung des iOS-Ökosystems nicht nur zu Sicherheitsrisiken führt.

Während Befürworter von alternativen App Stores von einer größeren Auswahl für die Nutzer sprechen, schlägt Neuenschwander vor, dass genau das Gegenteil der Fall ist. So erklärte er im Interview, dass Nutzer vermehrt verunsichert sein könnten, bei dem Download von Apps. In dem Zusammenhang argumentierte er, dass Nutzer zum Sideloading von Apps verleitet werden könnten, ohne es zu merken. Die Gefahren und Unsicherheit würden die Nutzer letztendlich einschränken.

Neuenschwander fuhr fort, den Unterschied in der Nutzung zwischen dem iPhone und Mac zu erklären, wo es alternative Download-Möglichkeiten gibt. Laut Neuenschwander neigen Nutzer auf dem Mac dazu, nur einige wenige Programme herunterzuladen, die sie für ihre Arbeit benötigen und sich nicht mit anderen Anwendungen zu beschäftigen. Im Gegensatz dazu laden iPhone-Nutzer kontinuierlich Apps herunter, was das Sideloading gefährlicher macht, so der Apple-Manager.

Neuenschwander sagte schließlich, dass iOS nicht die Plattform für Anwender ist, die Apps per Sideload laden wollen, und schlug vor, dass diese Nutzer zu Android wechseln sollten.

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