Epic und WhatsApp kritisieren Apples neue Kindersicherheits-Tools

| 8:44 Uhr | 1 Kommentar

Seit Apple die neuen Schutzfunktionen für die Sicherheit von Kindern vorgestellt hat, gehen die Meinungen auseinander. Während einige glauben, dass dies eine großartige Sache ist, um Kinder zu schützen, glauben andere, dass es nur eine Hintertür für Regierungen schafft, um auf die iPhones der Menschen zu kommen. Nun melden sich auch einige der üblichen Gegner von Apple zu Wort, darunter Epic Games CEO Tim Sweeney und WhatsApp CEO Will Cathcart.

Fotocredit: Apple

Apples Schutzfunktionen für Kinder

Apple hat vor kurzem eine neue Initiative vorgestellt, die dem Schutz von Kindern dienen soll. Die Initiative „Expanded Protections for Children“ (Erweiterter Schutz für Kinder) besteht aus mehreren Elementen, die jeweils in die wichtigsten Apple-Plattformen integriert werden. Zunächst wird die Nachrichten-App auf dem iPhone, iPad und Mac eine neue Funktion zur Kommunikationssicherheit erhalten, die Kinder warnt, wenn sie sexuell anstößige Fotos empfangen oder versenden.

Eine weitere Funktion soll die iCloud-Fotobibliotheken auf kinderpornografische Inhalte (CSAM, Child Sexual Abuse Material) untersuchen. Wie Apple erklärte, ist das System auf den Datenschutz bedacht. Anstatt Bilder in der Cloud auf bestimmte Merkmale zu scannen, wird das System einen Hash-Abgleich mit einer Datenbank bekannter CSAM-Bilder durchführen. Die Hash-Technologie, NeuralHash genannt, analysiert ein Bild und wandelt es in eine eindeutige Nummer um, die für dieses Bild spezifisch ist. Die Werte werden anschließend verglichen. So lassen sich die gesuchten Bilder erkennen, ohne dass sie auf bestimmte Merkmale untersucht werden.

Epic CEO kritisiert Apple

Eine der häufigsten geäußerten Bedenken betrifft die Frage, was passieren könnte, wenn Regierungen versuchen, dieses System für andere Zwecke zu nutzen. Apple bekräftigte seine Bemühungen, dieses neue System ausschließlich als Mittel zur Erkennung von CSAM zu verwenden, und nicht mehr.

Nun widmet sich auch Epic-Chef Tim Sweeney, der mit seiner Firma gerade in einem großen Rechtsstreit mit Apple steckt, dem Thema. Wie gewohnt kann sich Sweeney nicht mit Apples Handlungen anfreunden. Sweeney schreibt auf Twitter:

„Ich habe mich bemüht, die Sache aus der Sicht von Apple zu sehen. Aber es ist unausweichlich, dass es sich um Spionageprogramme der Regierung handelt, die von Apple auf der Grundlage einer Schuldvermutung installiert werden. Obwohl Apple den Code geschrieben hat, besteht seine Funktion darin, persönliche Daten zu scannen und sie an die Regierung zu melden. Das ist etwas völlig anderes als ein System zur Inhaltsmoderation in einem öffentlichen Forum oder einem sozialen Medium. Bevor der Betreiber beschließt, die Daten öffentlich zu hosten, kann er sie auf alles prüfen, was er nicht hosten möchte. Aber das sind die privaten Daten der Menschen.“

Sweeney erhält in den sozialen Medien sowohl Zuspruch als auch Gegenwind. Insbesondere, dass seine Firma zu 40 Prozent dem chinesischen Tech-Giganten Tencent gehört, lässt ihn bei vielen nicht allzu glaubwürdig wirken. Tencent hat zuvor angeblich mit der chinesischen Regierung zusammengearbeitet, um nicht-chinesische Nutzer seiner WeChat-Messaging-App zu überwachen. Es wurde vermutet, dass die Überwachung im Jahr 2020 dazu diente, Inhalte für in China registrierte Nutzerkonten besser zu zensieren.

WhatsApp CEO ist kein Fan von Apples Maßnahmen

Auch WhatsApp CEO Will Cathcart schließt sich denjenigen an, die glauben, dass die neuen Kindersicherheits-Tools von Apple eine schlechte Auswirkung haben könnten. Auf Twitter erklärt er unter anderem:

„Apple sollte schon lange mehr zur Bekämpfung von CSAM tun, aber der Ansatz, den das Unternehmen verfolgt, bringt etwas sehr Bedenkliches in die Welt. Anstatt sich darauf zu konzentrieren, es den Menschen einfach zu machen, Inhalte zu melden, die mit ihnen geteilt wurden, hat Apple eine Software entwickelt, die alle privaten Fotos auf Ihrem Telefon scannen kann – sogar Fotos, die Sie mit niemandem geteilt haben. Das ist kein Datenschutz.“

Wie Cathcart angibt, würde WhatsApp etwas Ähnliches nie in sein System aufnehmen. Allerdings sollte man an dieser Stelle bedenken, dass Facebook Berichten zufolge in der Lage sein will, die Nachrichten der Nutzer auf WhatsApp zu lesen, um gezielte Werbung schalten zu können.

Kategorie: Apple

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1 Kommentare

  • Bananarama

    Lustig, wenn ausgerechnet diese Typen die Klappe aufreissen. Der Eine, Timmy the sponger, ist CEO eines Unternehmens, das zu fast 50% einem chinesischen Telekommunikationskonzern gehört, welcher Teil des Überwachungssystems des chinesischen Regimes ist. Und der Andere gehört zu Facebook, einer der größten Datenkraken auf diesem Planeten.
    Scheinheiligkeit, dein Name ist Sweeney. Oder Cathcart. Oder Sweencart. Oder Cathney. LOL

    09. Aug 2021 | 18:24 Uhr | Kommentieren

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