Test: iPhone 13 Pro Max

| 9:00 Uhr | 4 Kommentare


iPhone 13 Pro Max im Test. Nachdem Apple am 14. September die neuen 2021er iPhone-Modelle vorgestellt hatte, befinden sich diese mittlerweile im Handel. Wir haben natürlich zugegriffen und uns in den letzten Tagen bereits intensiver mit den neuen Modellen beschäftigt. Dabei stand zunächst das iPhone 13 Pro Max im Fokus. Dieses Modell löst das bisherige iPhone 12 Pro Max als unseren täglichen Begleiter ab.

Wir bringen euch noch einmal ganz kurz auf Ballhöhe. Die 2021er iPhone-Familie besteht aus dem iPhone 13 mini, iPhone 13, iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max. Diese vier Modelle stellen die direkten Nachfolger des iPhone 12 mini, iPhone 12, iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max dar. Keine Sorge, wir wollen euch sicherlich nicht weiß machen, dass Apple mit den iPhone 13 Modelle die Smartphonewelt neu erfunden oder revolutioniert hat. Gleichwohl sind wir davon überzeugt, dass die iPhone 13 Modelle in jedem Fall mehr als ein „S“-Upgrade darstellen. Im Rahmen unserer iPhone 13 Pro Max Tests werden darauf näher eingehen.

Test: iPhone 13 Pro Max

Allgemein

Als Steve Jobs das Original-iPhone im Jahr 2007 vorstellte, kehrte er drei Funktionen besonders heraus. Er sprach von einem Smartphone, einem iPod und einem Internetgerät. Sind diese drei Aspekt in ihrer Priorität noch zeitgemäß? Wir machen es kurz: „Nein“. Natürlich verkörpert das iPhone 13 (Pro) weiterhin ein Smartphone, einen iPod und einen Internet Communicator. Allerdings sind diese drei Funktionen nicht mehr mit der Bedeutung zu kennzeichnen, wie es vor 14 Jahren der Fall war.

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Wenn ihr uns fragt, so ist das Kamerasystem der Geräte mittlerweile an allen anderen Funktionen vorbeigezogen. Was sich bei der Kameraqualität, egal ob bei Foto oder Videos, seit dem Original iPhone getan hat, ist phänomenal. Auch in diesem Jahr konnte Apple das Kamerasystem der neuen Modelle im Vergleich zum Vorjahr wieder deutlich verbessern. Es fühlt sich nach zwei Schritten nach vorne an. Wenn man sich allein die zugehörige Apple Pressemitteilung zum iPhone 13 Pro (Max) anguckt, so merkt man schnell, dass Apple einen Großteil der Meldung dem Kamerasystem widmet. Klar, der Hersteller geht auch auf den A15-Chip, das ProMotion-Display, die Akkulaufzeit 5G etc. pp. ein, den Großteil der Pressemitteilung widmet sich Apple jedoch den Foto- und Videomöglichkeiten.

Größe / Haptik / Handling

Das iPhone 13 Pro Max misst 160,8mm x 78,1mm x 17,65mm (H x B x T). Damit sind Höhe und Breite im Vergleich zum iPhone 12 Pro Max absolut identisch. Bei der Tiefe ist das neue iPhone 13 Pro Max „satte“ 0,25mm dicker. Merkt man das? Nein nicht wirklich. Allerdings dürfte sich das etwas dickere Gehäuse positiv auf die Akkulaufzeit auswirken. Dazu später jedoch mehr. Mit seinem 238g ist das neue Modell zudem 12g schwerer als sein Vorgänger. Merkt man das? Wenn man es weiß und sich einbildet, dann vermutlich ja. Ansonsten liegen die Geräte identisch in der Hand.

Klein ist das „Max“ nach wie vor nicht und eine Einhandbedienung ist – sollte man kein Riese sein – nach wie vor nicht möglich. Nichtsdestotrotz genießen wir das große Display und die beste Akkulaufzeit innerhalb der iPhone 13 Familie. Das sind zwei Aspekte, auf die wir nicht mehr wirklich verzichten möchten. Im letzten Jahr lag auch noch ein Unterschied im Kamerasystem zwischen Pro und Pro Max. Einen solchen gibt es zwischen dem iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max nicht mehr. Ansonsten sind wir im vergangenen Jahr rund um das iPhone 12 Pro Max etwas intensiver auf die Punkte „Größe / Haptik / Handling“ eingegangen. Darauf verzichten wird dieses Mal. Es hat sich nicht wirklich etwas verändert.

Kamerasystem

Sprechen wir über das Kamerasystem des iPhone 13 Pro Max. Während es im letzten Jahr einen Unterschied zwischen dem Kamerasystem des iPhone 12 Pro und iPhone 12 Pro Max gab, macht Apple in diesem Jahr keinen Unterschied zwischen dem Kamerasystem. Sprich: Im vergangenen Jahr musste man das iPhone 12 Pro Max kaufen, um das beste iPhone-Kamerasystem in den Händen halten. In diesem Jahr habt ihr die Wahl zwischen dem Pro und Pro Max.

Vereinfacht ausgedrückt, könnte man sagen, dass der Hersteller im letzten Jahr bei den Pro-Modelle auf drei Objektive gesetzt hat und auch in diesem Jahr ein Ultraweitwinkel-, Weitwinkel- und Teleobjektiv verbaut. Hat sich doch nicht viel verändert, oder? Ganz im Gegenteil. Wenn man die Summe der Anpassungen nimmt, dann geht Apple beim Kamerasystem nicht nur einen Schritt nach vorne, sondern zwei.

Blicken wir zunächst auf die Frontkamera und somit auf die TrueDepth-Kamera. Apple hat die Frontkamera neu konzipiert. Dies hat zum einen den Effekt, dass die Displayaussparung auf der Vorderseite (Notch) 20 Prozent schmaler und minimal höher geworden ist. Aber auch die eigentliche Frontkamera wurde verbessert. Apple setzt neuerdings auf Smart HDR 4 für Fotos, Fotografische Stile (Vorauswahl verschiedener Einstellungen), aber auch der Kinomodus für Video­aufnahme mit geringer Tiefenschärfe (1080p mit 30 fps) sowie ProRes Video­aufnahme bis zu 4K mit 30 fps (1080p mit 30 fps für 128 GB Kapazität) werden unterstützt. An dieser Stelle gilt jedoch festzuhalten, dass ProRes-Videoaufnahmen noch nicht zur Verfügung stehen. Augenscheinlich benötigt Apple mehr Zeit, um die Software anzupassen. Das Feature wird mit einem iOS 15.x Update im Herbst nachgereicht. Ähnlich hat es Apple z.B. beim Support von ProRaw im letzten Jahr auch gehandhabt. Auch eine HDR Video­aufnahme mit Dolby Vision bis zu 4K mit 60 fps ist bei der Frontkamera neu (zuvor waren Aufnahmen nur mit 30fps möglich).

Selfies und Videochats dürften für die meisten Nutzer der Hauptgrund sein, um auf die Frontkamera zuzugreifen. So auch in unserem Fall. Ob man damit Kinomodus-Aufnahmen fertigt, sei mal dahingestellt. Zumindest könnte man, wenn man wollte. Die Qualität der Selfies sowie bei Videochats (u.a. FaceTime) war in unserem Test überzeugend. Unser (geschultes) Auge konnte keinen Unterschied zwischen Smart HDR 4 und Smart HDR 3 feststellen. Welche Verbesserungen bringt Smart HDR 4 grundsätzlich mit? Smart HDR 4 nutzt die Power der Neural Engine für maschinelles Lernen, um individuelle Einstellungen für mehrere Personen in einer Szene anzuwenden. Die Software und unser Bildsignalprozessor stimmen auto­matisch den Kontrast, die Belichtung und die Hauttöne für jede Person ab.

Weiter geht es mit der rückwärtigen Kamera bzw. dem rückwärtigen Kamerasystem. Dieses dürfte bei Anwendern häufiger zum Einsatz kommen und genau bei diesem hat Apple in diesem Jahr einen ziemlich großen Schritt nach vorne gemacht. Gefühlt wurde an jeder Einzelkomponenten geschraubt, um die Qualität zu erhöhen, sei es bei normalen Foto, bei Nachtfotos, bei Video etc. pp.

Blicken wir zunächst auf die Eckdaten. Apple verbaut ein 12MP Pro Kamerasystem (Tele‑, Weitwinkel‑ und Ultraweitwinkel-Objektiv):

  • Tele‑Objektiv: ƒ/2.8 Blende
  • Weitwinkel: ƒ/1.5 Blende
  • Ultraweitwinkel: ƒ/1.8 Blende

Sind Tageslichtaufnahmen mit dem iPhone bereits seit einiger Zeit absolut überzeugend, kann man bei Nachtaufnahmen bzw. bei Aufnahmen mit schwierigen Lichtverhältnissen mehr herausholen. Genau darauf hat sich Apple beim iPhone 13 und iPhone 13 Pro konzentriert. Die Weitwinkel-Kamera hat jetzt eine größere Blende und einen größeren Sensor. Gleichzeitig nutzt die Kamera den LiDAR-Scanner für Nachtmodus Porträts. Das Ultra­weitwinkel-Objektiv bekommt eine größere Blende, einen schnelleren Sensor und einen ganz neuen Autofokus. Und das Tele‑Objektiv unterstützt jetzt ebenso den Nachtmodus.

Apple betont, dass die Weitwinkel-Kamera bis zu 2,2x mehr Licht erfasst. Bei der Ultraweitwinkelkamera sind es 92 Prozent mehr Licht. Ganz ehrlich? Wir können weder die 2,2x oder die 92 Prozent exakt nachweisen. Das, was wir allerdings mit Bestimmtheit sagen können, ist, dass Nachtaufnahmen ein ganzes Stück besser und weniger verrauscht geworden sind. Apple hat es geschafft, aus weniger Licht deutlich mehr Qualität herauszuholen. Probiert es selbst aus.

Ein Grund, warum wir in den letzten Jahren zum Pro-Modell gegriffen haben, ist schlicht und einfach das Teleobjektiv des Kamerasystems. Setzte Apple lange Zeit auf einen 2x optischen Zoom, kam im vergangenen Jahr beim iPhone 12 Pro Max (und nur beim iPhone 12 Pro Max) erstmals ein 2,5x optischer Zoom zum Einsatz. In diesem Jahr konnte Apple das Ganze auf einen 3x optischen Zoom steigern (sowohl beim 13 Pro als auch beim 13 Pro Max). Das neue Tele-Objektiv hat eine Brennweite von 77mm. Dies ermöglicht es euch, ein Objekt oder eine Person näher heranzuholen und einen stärkeren Bokeh-Effekt bei Porträtaufnahmen zu erzeugen. Auch wenn es nur nur 0,5x mehr als beim iPhone 12 Pro Max, wissen wir dies zu schätzen. Alles in allem spricht Apple von einem 6x optischen Zoombereich für das ganze System. Damit meint Apple die Bandbreite von 0,5x (Ultraweitwinkel) bis 3x (Teleobjektiv). „6x optischer Zoombereich“ klingt aus Marketingsicht zumindest besser als „3x optischer Zoom“.

Auf drei Aspekt rund um das Kamerasystem möchten wir noch einmal separat zu sprechen kommen. Diese wurden mit dem iPhone 13 bzw. 13 Pro eingeführt. Die Rede ist vom Kinomodus (Cinematic Mode), Makroaufnahmen und Fotografische Stile.

Kinomodus: Apple erklärt, dass der Kinomodus auf dem iPhone auf umfangreichen Studien zur Filmkunst und Schärfenverlagerung basiert – für Videoaufnahmen von Menschen, Tieren und Gegenständen mit einem wunderschönen Tiefeneffekt und automatischen Fokusänderungen. Es heißt, dass auf diese Art und Weise auch unerfahreneren Filmemachern kinoreife Aufnahmen gelingen. Der Kinomodus machte bei unserem Test enormen Spaß, er funktionierte vollautomatisch. Das Kamerasystem erkennt in Kombination mit dem A15 Bionic Chip sowie fortschrittlicher Algorithmen für maschinelles Lernen, worauf es den Fokus legen muss. Nichtsdestotrotz könnt ihr auch manuell eingreifen. Möchtet ihr ein anderes Objekt oder eine andere Person in den Fokus rücken, so könnt ihr während der Aufnahme auf das kleine weiße Kästchen rund um das Objekt bzw. die Person klicken und schon ändert sich der Fokus. Spannenderweise könnt ihr das auch noch nachträglich ändern, da im Video die Tiefendaten gespeichert werden. Ihr könnt das Bokeh-Level in der Fotos App und in iMovie für iOS anpassen, und bald auch in iMovie für macOS und Final Cut Pro. Für die zuletzt genannten Apps werden noch dieses Jahr entsprechende Updates erscheinen. Die Modelle sind somit die einzigen Geräte, mit denen sich der Tiefenschärfe-Effekt in einem Video auch nach der Aufnahme bearbeiten lässt.

Der Kinomodus bietet euch in jedem Fall vielschichtigere und kreativere Möglichkeiten für Videoaufnahmen.

Makroaufnahmen. Erstmals schafft die Makrofotografie den Sprung auf das iPhone. Die neuen Objektive sowie das Autofokus-System sorgen dafür, dass die Ultraweitwinkel-Kamera auf Motive fokussieren kann, die nur 2cm entfernt sind. Nähert man sich einem Objekt mit der Kamera, so wechselt das Kamerasystem von der Weitwinkel-Kamera automatisch bei einem Abstand von ca. 12cm bis 14cm zur Ultraweitwinkel-Kamera. Der Wechsel ist auf dem Display deutlich erkennbar und unserer Meinung hätte man diesen Wechsel etwas sanfter hinbekommen können. Wenn man sich mit dem iPhone beim Fotografien immer um diesen Abstand herumbewegt, springt die Kamera hin- und her. Erfreulicherweise hat Apple bereits zu verstehen gegeben, dass man diesen automatischen Wechsel mit einem kommenden iOS-Update deaktivieren kann. Eine Anzeige „Makro“ auf dem iPhone-Display ist zudem wünschenswert.

Wir haben in den letzten Tagen die ein oder andere Makrofotoaufnahme getätigt und sind begeistert. Es ist beeindruckend, wie nah man an Objekte heranrücken und noch scharf fokussieren kann. Exemplarisch haben wir mal Makroaufnahmen mit einem 10 Euro Schein durchgeführt. Wusstet ihr bzw. könnt ihr sehen, dass auf der Brücke Buchstaben stehen? Das iPhone 13 Pro und die Makrofotografie haben diesen sichtbar gemacht. Aber auch andere Gegenstände (Blüten, Insekten oder was auch immer) lassen sich so richtig gut festhalten. Übrigens: Auch Makrovideos sind mit dem neuen iPhone 13 Pro (Max) möglich, auch in Zeitlupe und mit Zeitraffer.

Weiter geht mit den Fotografischen Stilen. Fotografische Stile sind im Endeffekt nichts anderes als vorkonfigurierte Einstellungen für Farbton und Wärme. Anders als bei Filtern bleiben Hauttöne, Himmel etc. dabei natürlich. Ihr könnt zwischen den von Apple entwickelten Voreinstellungen Leuchtend, Kontrastreich, Warm oder Kalt wählen. Natürlich könnt ihr euch diese auch anpassen. Mögt ich es beispielsweise gerne kontrastreich, so wählt ihr diesen Stil standardmäßig aus und habt diesen jedes Mal vorausgewählt.

Super Retina XDR Display mit ProMotion

Apple verbaut beim iPhone 13 Pro ein „Super Retina XDR Display mit ProMotion“. Klingt besser als „120Hz-Display“. Unterm Strich ist es jedoch das selbe. iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max kommen laut Apple mit dem bisher fortschrittlichsten Display auf einem iPhone daher. Dieses unterstützt, eine adaptive Bildwiederholrate von 10 Hz bis 120 Hz. Dadurch liefert es bei Bedarf schnelle Bildwiederholraten und ist ansonsten energieeffizient. Das intelligente neue 6,1 Zoll bzw. 6,7 Zoll Display nutzt ein effizienteres OLED Panel, die neue Display-Engine des A15 Bionic Chips, schnellere GPU Performance und den immer aktiven Touch-Coprozessor.

Apple ist zwar nicht der erste Hersteller, der bei einem Smartphone-Display auf 120Hz setzt, allerdings setzt Apple die Technik ziemlich gut um. 12 unterschiedliche Bildwiederholraten kommen beim ProMotion-Display des iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max zum Einsatz. Je nach Bedarf bedient sich Apple an der passenden Bildwiederholrate. Animationen, Scrollen, Aktivitäten, Spielen etc. sind sichtbar flüssiger und sanfter geworden. Alles in allem wirkt es reaktionsschneller. Wenn man von einem iPhone 12 (Pro) umsteigt, erkennt man direkt den Unterscheid und weiß die Neuerung zu schätzen. Gleichzeitig kann Apple das Display so stark runtertakten, dass Storm gespart und die Akkulaufzeit gesteigert werden kann.

Mit 1000 Nits (maximale typische Helligkeit) ist es bis zu 25 Prozent heller im Freien. Das sorgt für gute Auflösung, Farben und Kontrast, egal ob beim Surfen im Web oder Anschauen von HDR Videos. Die maximale Helligkeit von 1.200 Hits bei HDR ist unverändert zum iPhone 12 Pro Max geblieben.

Durch die rund 20 Prozent kleinere Displayaussparung für die TrueDepth-Kamera ist der Displaybereich größer geworden. Dies ist zwar kein Unterschied wie Tag und nach, jedoch eine eine kleine aber feine Verbesserung.

A15-Chip

Genau wie der A14-Chip basiert auch der A15 Chip auf dem 5nm Fertigungsverfahren. Nichtsdestotrotz ist es Apple gelungen, die Leistungswerte zu steigern. Dabei sind ähnliche Sprünge zu verzeichnen, wie in den Jahren zuvor. Apple setzt dabei weiterhin auf eine 6-Core CPU (2 Performance-Kernen und 4 Effizienz-Kernen). Allerdings kommt erstmals eine neue 5-Core GPU (zuvor 4-Core) zum Einsatz. Dadurch konnte die Grafik-Performance deutlich gesteigert werden. Die neue 16‑Core Neural Engine führt bis zu 15,8 Billionen Rechen-Operationen pro Sekunde aus und ist die Basis für den Kinomodus, Smart HDR 4 und mehr.

Der A-Chip war noch nicht einmal beim iPhone eine Schwachstelle und genau dies setzt sich nun beim iPhone 13 Pro fort. Wir hatten in unserem Test nicht einmal das Gefühl, dass der Prozessor ansatzweise an seine Leistungsgrenze gekommen ist. Alles läuft schnell, flüssig und zuverlässig. Damit meinen wir nicht nur Fotos angucken, Musik hören oder im Web surfen, auch beim Spielen anspruchsvollerer Spiele und der Videobearbeitung konnten wir die Grenzen bislang nicht ausreizen. Dies impliziert, dass der A15-Chip zumindest für die nächsten Jahre gut gerüstet ist.

Wir verzichten an dieser Stelle, euch irgendwelche Benchmarks „runterzubeten“. Stattdessen haben wir ein paar App-Tipps für euch parat:

‎Genshin Impact
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Entwickler: miHoYo Limited
Preis: Kostenlos+
‎What Remains of Edith Finch
‎What Remains of Edith Finch
‎Seek by iNaturalist
‎Seek by iNaturalist
Entwickler: iNaturalist, LLC
Preis: Kostenlos
‎PeakVisor
‎PeakVisor
Entwickler: Routes Software SRL
Preis: Kostenlos+
‎Golfshot: Golf GPS + Caddie
‎Golfshot: Golf GPS + Caddie
Entwickler: Shotzoom Software
Preis: Kostenlos+
‎Canvas: Pocket 3D Room Scanner
‎Canvas: Pocket 3D Room Scanner
Entwickler: Occipital, Inc.
Preis: Kostenlos

Akku

Wenn man über den A15-Chip spricht, muss man zwangsläufig auch über die Akkulaufzeit sprechen. Dies möchten wir allerdings in einer separaten Kategorien tun. Warum? Für uns gehört die gesteigerte Akkulaufzeit zu den wichtigsten Verbesserungen bei der iPhone 13 (Pro) Familie.

Während der Keynote ist Apple bereits auf das Thema eingegangen. So hieß es dort, dass iPhone 13 mini und iPhone 13 Pro eine 1,5 Stunden längere Akkulaufzeit im Vergleich zum iPhone 12 mini und iPhone 12 Pro aufweisen. Beim iPhone 13 und iPhone 13 Pro Max sprach Apple von einer Steigerung von 2,5 Stunden im Vergleich zum iPhone iPhone 12 und iPhone 12 Pro Max.

Klingt erstmal nicht nach viel und wird vermutlich ein Wert sein, den Apple unter Laborbedingungen bei einer „gewöhnlichen Benutzung“ des Gerätes festgestellt hat.

Blickt man etwas genauer auf die Angaben, die Apple auf seiner Webseite macht, so wird deutlich, wie sehr die Akkulaufzeit gesteigert werden konnte.

  • Videowiedergabe: bis zu 28 Stunden (iPhone 12 Pro Max: bis zu 20 Stunden)
  • Videowiedergabe (gestreamt): bis zu 25 Stunden (iPhone 12 Pro Max: bis zu 12 Stunden)
  • Audiowiedergabe: bis zu 95 Stunden (iPhone 12 Pro Max: bis zu 80 Stunden)

Richtet man seinen Blick einzig und allein auf die Angaben zur Videowiedergabe (gestreamt), so konnte Apple die Akkulaufzeit beim iPhone 13 Pro Max mehr als verdoppeln. Ein solcher Sprung ist schon bemerkenswert. Doch wie kommt es zu der Verbesserung. Hier spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle. Das Gehäuse der Geräte ist minimal dicker geworden und zudem hat der Hersteller im Gehäuseinneren ein wenig umdisponiert. Dies hat unter anderem dazu geführt, dass Apple einen größeren Akku verbauen könnte. Auch der neue, energieeffizientere A15-Chip hat zur Steigerung der Akkulaufzeit beigetragen. Zum guten Schluss dürfte hier auch das ProMotion Display punkten. Die Bildwiederholrate kann im Bedarfsfall auf 10Hz gesenkt werden, was natürlich enorm Strom spart. Auf der anderen Seite sind die 120Hz natürlich auch stromfressender, allerdings wird das System bei normalen Gebrauch eher eine niedrigere als eine hohe Bildwiederholrate wählen.

Sonstiges

Was gibt es sonst noch zum iPhone 13 Pro (Max) zu berichten. 5G ist natürlich weiterhin an Bord. Apple setzt allerdings auf einen neueren Qualcomm 5G-Chip. Dieser sorgt prinzipiell für schnellere Verbindungen und ganz neue Möglichkeiten, Inhalte zu teilen und anzusehen. Der neue 5G-Chip unterstützt mehr 5G Bänder, so dass ihr 5G an noch mehr Orten einsetzen könnt. Apple spricht davon, dass sich bis Ende 2021 die Unterstützung von 5G weltweit auf dem iPhone verdoppelt (mit mehr als 200 Anbietern rund um den Globus und in 60 Ländern und Regionen). Dies sorgt natürlich für Vorteile an vielen Ecken und Kanten (verbessertes Videostreaming, SharePlay in 5G, flüssigeres Gameplay sowie grundsätzlich schnellere Up- und Downloads).

Hier muss man allerdings festhalten, dass das iPhone 13 (Pro) außerhalb der USA und somit auch in Deutschland „nur“ sub-6Ghz unterstützt. Der Support der schnellen 5G mmWave Frequenzen bleibt nach wie vor Anwendern in den USA vorbehalten. Ob die deutschen Netze überhaupt schon flächendeckend reif für mmWave sind, lassen wir mal dahingestellt. Grundsätzlich finden wir in Deutschland im Telekom-Netz mittlerweile in zahlreichen Regionen ein 5G-Netz vor. Das Bonner Unternehmen spricht von einer Bevölkerungsabdeckung von 85 Prozent. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass LTE zum Teil schneller ist als 5G.

Ab sofort sind die neuen Pro-Modelle mit bis zu 1TB erhältlich. Das iPhone 12 Pro war bei 512GB limitiert. Inwiefern ihr 1TB bei eurem Smartphone benötigt, müsst ihr selbst entscheiden. Insbesondere Anwender, die stark auf ProRAW und ProRes setzen, dürften über die 1TB Option nachdenken. Die überwiegende Mehrheit wird sich gegen 1TB entscheiden. Positiv ist, dass Apple zumindest die Möglichkeit geschaffen hat, das Gerät mit mehr Speicher zu konfigurieren. Die Konfiguration schlägt sich natürlich auch im Preis nieder.

Das iPhone 13 Pro Max ist nach wie vor wassergeschützt bis zu einer Tiefe von 6 Metern für bis zu 30 Minuten. Kompatibilität zu MagSafe ist weiterhin gegeben. Wenn ihr euer Gerät allerdings schnell aufladen möchtet, greift zu einem USB-C Netzteil (mindestens 20W) und einem USB-C auf Lighting-Kabel.

Das iPhone 12 Pro Max unterstützt Dual SIM (Nano-SIM und eSIM), mit dem neuen iPhone 13 und iPhone 13 Pro ist eine Dual eSIM-Unterstützung möglich.

Umwelt

In den letzten Jahren sind wir bei Apple Produkten dazu übergegangen, auf den Aspekt des Umweltschutzes zu blicken. Auch beim iPhone 13 und iPhone 13 Pro hat Apple hier wieder Hand angelegt. Das für Kunden vermutlich auffälligste ist, dass die iPhone-Verpackung keine Ummantelung mit einer Plastikfolio mehr hat. Stattdessen entfernt man einen kleinen Papierstreifen an der Verpackung und gelangt so an sein Gerät. Dadurch werden 600 Tonnen Kunststoff eingespart und Apple kommt seinem Ziel näher, bis 2025 vollständig auf Kunststoff in seinen Verpackungen zu verzichten.

Für Magnete, wie sie Apple beispielsweise bei MagSafe einsetzt, werden zu 100 Prozent recycelte Seltene Erden-Metalle verwendet. Auch das Zinn im Lötmittel der Hauptplatine und erstmals im Lötmittel der Batteriemanagementeinheit ist zu 100 Prozent recycelt. Bei beiden Modellen wird für die Plattierung der Hauptplatine und die Verdrahtung der Vorder- und Rückkamera ebenfalls zu 100 Prozent recyceltes Gold verwendet.

Fazit

Apple hat es geschafft, beim iPhone 13 Pro Max die drei derzeit wichtigsten Aspekte eines Smartphones zu verbessern. Mit dem Super Retina XDR Display mit ProMotion setzt Apple fortan auf ein Display mit adaptiver Bildwiederholrate von 10 Hz bis 120 Hz. Dies sorgt im Bedarfsfall für eine flüssigere Darstellung. Der zweite Aspekt betrifft das Kamerasystem. Sowohl die Frontkamera und – für uns wichtiger – die rückwärtige Kamera wurden aufgewertet. Die Nachtfotografie wurde stark verbessert und der neue Kinomodus sowie die Makrofotografie machen Spaß.

Als dritten wichtigen Punkt erachten wir die Akkulaufzeit. Diese konnte Apple nicht nur auf dem Papier steigern, sondern auch spürbar verbessern. Jeder Anwender hat vermutlich Tag für Tag ein ähnliches Verhaltensmuster, so dass man weiß, dass man abends zu einer bestimmten Uhrzeit oder beim ins Bett gehen noch XX Prozent Akku übrig hat. Bei den neuen Modellen hat man abends schlicht und einfach mehr „Saft“ übrig. Man kann morgens guten Gewissens mit einem vollgeladenen iPhone aus dem Haus gehen und weiß, dass man abends noch entsprechenden Rest-Akku vorfindet.

Ansonsten? Das iPhone 13 Pro ist weiterhin ein iPhone. Gut verarbeitet, hochwertig und edel. Man kauft nicht die Katze im Sack, sondern weiß, was einen erwartet. Und ja, auf dem Edelstahlrahmen der Pro-Modelle sind nach wie vor Fingerabdrücke erkennbar. Stört uns allerdings nicht, da wir eine Hülle verwenden.

Negatives? Gute Frage. Die Makrofotografie ist noch nicht ideal umgesetzt. Das geht vermutlich noch sanfter. Ein optionaler Schalter, um den automatischen Wechsel zum Makromodus bzw. zwischen den rückwärtigen Kameras zu verhindern, ist wünschenswert und bereits von Apple angekündigt. Hier und da verfügt iOS 15.0 noch über ein paar Bugs. Diese sind nicht wirklich störend, sollten aber mit einem kommenden iOS 15.1 Update beseitigt werden. In unserem Fall konnte die Apple Watch nach dem Wechsel auf das neue iPhone 13 Pro Max nicht gekoppelt werden. Warum auch immer, es kam immer eine Fehlermeldung, dass die Apple Watch nicht in der Nähe sei. Kurzerhand wurde die Apple Watch 6 von uns manuell beim alten iPhone entkoppelt und anschließend mit dem neuen iPhone gekoppelt. Hier konnten wir auf ein Backup zurückgreifen, so dass das Ganze nicht wirklich aufwendig war. Auch die Funktion „Mit Apple Watch entsperren“ funktionierte zunächst bei uns nicht. Mit der aktuellen iOS 15.0.1 hat Apple mittlerweile nachgebessert.

Unterm Strich hat Apple mit dem iPhone 13 bzw. iPhone 13 Pro in unseren Augen sehr viel richtig gemacht und die Modelle konsequent weiterentwickelt. Klar, mehr Akkulaufzeit oder eine noch bessere Kameras oder was auch immer, sind immer wünschenswert. Hardwareprobleme sind uns keine über den Weg gelaufen. Die wenigen Software-Stolpersteine dürften mit kommenden Updates ausgeräumt werden. Zukünftig finden mit SharePlay und ProRes auch noch zwei Funktionen Einzug, die Apple bereits angekündigt hat, die es aber nicht in die initiale Version von iOS 15 geschafft haben.

Wenn ihr ein iPhone der iPhone 12 Familie euer eigen nennt, dann gibt es sicherlich ein paar Gründe, um auf die iPhone 13 Familie zu wechseln. Aber seien wir mal ehrlich? Nur die allerwenigsten werden vom 12er auf das 13er Modell wechseln. Das iPhone 12 aus dem vergangenen Jahr ist nach wie vor ein Top-Gerät. Besitzer eines iPhone 11 (Pro) werden vielleicht etwas mehr ins Grübeln können. Nicht falsch verstehen, dass iPhone 11 (Pro) ist auch nach zwei Jahren ein überzeugendes Modell, die Verbesserungen, die die 13er Modelle mit sich bringen sind im Quervergleich allerdings durchaus beachtenswert. Wenn ihr mit eurem iPhone 11 (Pro) zufrieden seid, dann bleibt bei dem Gerät. Wenn es euch in den Fingern juckt, dann könnt ihr bedenkenlos upgraden. Ab dem iPhone XS (und älter) wird die Entscheidung in Richtung iPhone 13 (Pro) immer einfacher.

Preis & Verfügbarkeit

iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max sind in Graphit, Gold, Silber und Sierrablau sowie mit Speicherkapazitäten von 128 GB, 256 GB, 512 GB und 1 TB erhältlich. Ihr könnt das iPhone 13 Pro ab 1.149 Euro und das iPhone 13 Pro Max ab 1.249 Euro im Apple Online Store kaufen. Darüberhinaus erhaltet ihr das iPhone 13 (Pro) natürlich auch bei den deutschen Mobilfunkanbietern (u.a. bei o2).

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Kategorie: iPhone

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4 Kommentare

  • Besnik

    Sehr lesenswerter Artikel

    03. Okt 2021 | 20:34 Uhr | Kommentieren
  • Michael1969

    Die Makroaufnahmen sehen ziemlich vielversprechend aus. Werde ich auch die Tage mal ausprobieren, sobald beim iPhone 13 Pro da ist.

    04. Okt 2021 | 7:57 Uhr | Kommentieren
  • Mareike

    Danke 🙂 Artikel liest sich wirklicht gut. Ich schwanke noch zwischen dem 13 Pro und 13 Pro Max. Die längere Akkulaufzeit ist schon verlockend,

    04. Okt 2021 | 8:48 Uhr | Kommentieren
    • Dengo

      Ich weiß auch noch nicht ob pro oder pro max. Im Mediamarkt kann ich nicht genug testen durch die Diebstahlsicherung. Ich werde demnächst mal in ein Apple Store fahren und es ausprobieren und vergleichen.

      05. Okt 2021 | 6:46 Uhr | Kommentieren

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