Tesvor S4: Preiswerter Staubsaugerroboter mit Lidar im Test

| 7:22 Uhr | 0 Kommentare

Es gibt zwar viele preisgünstige Staubsaugerroboter, aber einen, der tatsächlich das Verhältnis zwischen Leistung und Erschwinglichkeit perfekt trifft, ist schwierig zu finden. Der Tesvor S4 Saugroboter will sich diesen Titel ersaugen und hat zumindest auf dem Papier allen Grund für den Optimismus. Für rund 260 Euro verspricht der Hersteller Tesvor einen Saugroboter mit einer Laser-Navigation und einer Leistung von 2200PA. Vor allem die neu entwickelte Tesvor-App soll vieles einfacher gestalten. Wir haben uns das Gerät genauer angeschaut und zeigen euch, ob der Tesvor S4 Saugroboter sein Versprechen einhält.

Lieferumfang

Der Tesvor S4 Saugroboter wird in einem kompakten und schlichten Karton geliefert, der zunächst an eine Verpackung eines Laptops erinnert. Auf Hochglanzfotos verzichtet der Hersteller. Die innere Halterung für den Transport wurde komplett aus Kartonage gepresst. Das ist durchaus erfreulich, da man hier auf Nachhaltigkeit setzt. Würde Tesvor noch auf den einen Schaumstoffschutz und die PE-Folie verzichten, wäre der Gedanke vollständig umgesetzt.

In der Verpackung befinden sich neben dem Saugroboter selbst auch eine Ladestation und das dazugehörige Netzteil (19 V / 0,6 A). Hinzu kommen vier Kehrbürsten – zwei davon als Ersatz – sowie ein HEPA-Ersatzfilter, eine Anleitung und eine kleine Reinigungsbürste. Erwähnenswert ist auch eine beiliegende Fernbedienung. So lässt uns Tesvor die Wahl zwischen der grundlegenden Bedienung per Fernbedienung oder dem verbesserten LiDAR-Navigationssystem und Slam-Algorithmen über die kostenlose Tesvor-App.

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  • Wie ist die Reinigung mit einer Lasernavigation: Der TESVOR S4 Novus wird, bevor die Reinigung...
  • Reinigungsfläche zu groß für den Akku: Der TESVOR S4 Novus zerstreut die Bedenken der Kunden,...

Design & Verarbeitung

Der S4 setzt auf die für Saugroboter typische zylindrische Form mit einem Durchmesser von rund 34 cm. Aus diesem ragt noch ein Turm heraus, in dem sich das rotierende Lidar-System befindet. Insgesamt hat der S4 eine Höhe von knapp über 10 cm. Das solltet ihr beachten, falls euer Sofa oder Schränke eine entsprechend niedrige Unterkante haben. Abgesehen vom Turm gibt es kaum weitere Besonderheiten auf der Oberseite des Staubsaugerroboters. Es gibt lediglich zwei Tasten und eine WLAN-Anzeige. Ein weiteres Bedienelement befindet sich an der Seite des Roboters: Der Netzschalter und eine Ladebuchse sind dort zu finden.

Spannender wird es auf der Unterseite des S4. Dort befinden sich die beiden Kontakte für die Ladestation, drei Räder, die Reinigungswalze, die Halterungen für die beiden Reinigungsbürsten und der Staubbehälter. Letzterer wird nicht von unten entnommen, sondern von der Seite: Man muss nur einen Knopf drücken und kann daraufhin den Staubbehälter herausziehen.

Alternativ kann man auch einen Wassertank anstelle des Staubtanks installieren und den S4 als Wischroboter verwenden. Der entsprechende Wassertank muss dafür allerdings separat erworben werden und kostet beim Hersteller derzeit 14 Euro.

Die Verarbeitungsqualität des S4 ist gut: Das Gehäuse ist stabil und verwindungssteif. Unser Testgerät hatte keine optischen Auffälligkeiten. Hinsichtlich der verwendeten Materialien setzen sowohl der S4 als auch die Ladestation weitgehend auf überwiegend mattschwarzen Kunststoff.

Einrichtung & Software

Der Einrichtungsaufwand des S4 hängt maßgeblich davon ab, für welchen Zweck der Roboter eingesetzt werden soll. Ist lediglich eine schnelle, spontane Reinigung ohne weitere Einstellungen geplant, ist die Einrichtung denkbar simpel: Der Staubsaugerroboter kann einfach eingeschaltet werden, woraufhin er selbstständig losfährt und den Raum reinigt.

Standardmäßig fährt der Roboter nach dem Einschalten zunächst geradeaus, bis er auf eine Wand trifft. Dann wird diese Wand komplett abgefahren und schließlich wird der Innenraum streifenweise gereinigt. Alternativ kann über die Fernbedienung ein anderes Reinigungsmuster gewählt werden, bei dem der Roboter einer Spiralbahn folgt. Die Rückmeldung über den aktuellen Status erfolgt über die Sprachausgabe, die nicht immer ganz stimmig und unserer Meinung nach nicht notwendig ist: Eine LED-Anzeige wäre hier ausreichend gewesen.

Den S4 an die gewünschte Stelle zu tragen und manuell einzuschalten, ist zwar gelegentlich sinnvoll, aber natürlich nicht der Hauptzweck eines Staubsaugerroboters. Vielmehr dürfte das Gerät von den meisten Nutzern zur regelmäßigen Reinigung eingesetzt werden, so dass er bestimmte Räume selbstständig reinigt und man sich nur um die Entleerung kümmern muss.

Damit der S4 dies übernehmen kann, ist es notwendig, eine zusätzliche Steuerungs-App zu installieren. Diese wird sowohl für Android als auch für iOS angeboten und kann für alle Tesvor-Geräte genutzt werden. Die Installation der Tesvor-App dauert nicht lange. Allerdings ist für den Betrieb eine Registrierung mit einer E-Mail-Adresse erforderlich, mit der ein entsprechendes Konto angelegt wird. Tesvor unterstützt auch die einfache Anmeldung mit dem Dienst „Mit Apple anmelden„. In der App selbst wird man von einer modernen Benutzeroberfläche erwartet. Die eine oder andere Übersetzung bietet zwar Verbesserungspotential, die Bedienung leidet darunter jedoch nicht.

‎Tesvor
‎Tesvor
Preis: Kostenlos

Sobald ein Staubsaugerroboter hinzugefügt wurde, kann er losgeschickt werden, um zu reinigen und gleichzeitig einen Raumplan aufzunehmen. Dieser wird in der App angezeigt und auch gleich in Räume unterteilt – das funktioniert sehr gut.

Anschließend kann man die Räume noch weiter konfigurieren und zum Beispiel bestimmte Bereiche aussperren. Es gibt auch kleinere Funktionen, wie einen manuellen Steuerungsmodus, ein akustisches Signal zum Auffinden des Gerätes und einen Automatikmodus. Mit letzterem kann man eine Funktion wie die Flächenreinigung abhängig von den Umgebungsbedingungen oder der Uhrzeit automatisch starten und so das Staubsaugen automatisieren.

Fotocredit: Tesvor

Die Bedienung der Tesvor-App ist gut umgesetzt: Die Benutzeroberfläche reagiert schnell und ist leicht verständlich. Auch der Funktionsumfang der App hat uns gut gefallen: Hier dürfte kaum ein Wunsch offen bleiben. Zudem unterstützt Tesvor Amazon Alexa und Google Home.

Leistung & Praxis

Eine einfache Einrichtung und ein vielfältiger Funktionsumfang sind bei einem Staubsaugerroboter natürlich wünschenswert, aber letztlich entscheidet auch die Praxis, ob das Gerät empfehlenswert ist. Mit anderen Worten: Wie gut reinigt der Roboter, und kommt er ohne Hilfe aus?

Der S4 realisiert die Bodenreinigung durch das Zusammenspiel mehrerer Komponenten. Die beiden Frontwischer sollen den Schmutz in die Mitte transportieren, wo er von der Walze in den Staubbehälter befördert wird, durch den gleichzeitig Luft angesaugt wird. Der eigentliche Saugbereich ist also recht klein. Das ist jedoch für Saugroboter nichts Ungewöhnliches. Die Roboter kompensieren den relativ geringen Saugbereich in der Regel mit Fleißarbeit.

In der Praxis hat uns die Lösung nicht enttäuscht: Der S4 konnte in unserem Test großflächige Staubschichten gut aufnehmen und reinigte auch die Kanten. Dank einer Saugleistung von 2200PA entfernt der S4 auf Hartböden sowie Teppiche bis zu einer mittleren Florhöhe Staub, Tierhaare, kleine Krümel oder andere, standardmäßige Schmutzpartikel. Grober Dreck wie kleinere Glasscherben sind dem Saugroboter jedoch zu schwer, deshalb sollten derart grobe Verschmutzungen lieber vorher entfernt werden. Allergiker werden sich über die „High-Performance-Filter“ freuen.

Was die Navigation betrifft, schneidet der S4 gut ab. Der Roboter fand sich mithilfe der Laserabtastung zuverlässig zurecht und navigierte zielstrebig durch die Räume. Der Saugroboter kann seine Umgebung wahrnehmen und die Umgebung während der Bewegung kartieren. Er kann also zunächst eine Karte seiner Umgebung erstellen und mithilfe des SLAM-Verfahrens seine Position innerhalb der Räumlichkeiten abschätzen. Auch die Stufenerkennung, die ein Herunterfallen des Roboters verhindert, und das Befahren von Erhebungen funktionierten gut. In unserem Fall überwand der S4 zum Beispiel zuverlässig Türschwellen mit einem Höhenversatz von ca. 15 mm.

Tesvor wirbt für den S4 auch mit seinem niedrigen Geräuschpegel. Der Hersteller gibt unter 58 dB an. Unsere (nicht professionelle) Messung ergab dann sogar nur 55 dB. Wir würden den Roboter jedoch nicht als besonders leise bezeichnen. Im gleichen Raum kann er als störend empfunden werden, befindet er sich jedoch in einem anderen Raum, ist er nicht zu hören.

Laufzeit

Der Tesvor S4 verfügt über einen Akku mit einer Kapazität von 2500 mA. Damit kann er mit voller Kraft etwa 120 Minuten lang saugen. Die Ladezeit beträgt anschließend vier bis sechs Stunden. Es gibt zwar Saugroboter, die sich länger am Stück der Hausarbeit widmen können, diese sind in der Regel jedoch auch deutlich teurer. Da sich der S4 merkt, wo er aufgehört hat zu putzen, kann er nach dem Ladevorgang genau dort weitermachen. Das ist unserer Meinung ein guter Kompromiss. Ohnehin sind 120 Minuten für kleine bis mittelgroße Wohnungen oft ausreichend. Das Aufladen erfolgt voll automatisch. Zuverlässig sucht der S4 seine Ladestation auf, sobald er merkt, dass der Akku bald erschöpft ist.

Die Kapazität des Staubbehälters beträgt 600 ml und möchte dementsprechend oft ausgeleert werden. Komfortabler wird es mit einer separat erhältlichen Absaugstation, die uns ein tägliches oder wöchentliches Entleeren ersparen kann. Mithilfe der Einrichtung schafft der Roboter, mehrere Wochen lang wartungsfrei zu reinigen.

Fazit

Der Tesvor S4 hat in unserem Test effizient und zuverlässig den Boden gereinigt, wenn es um alltägliche Verschmutzungen geht. Bei gröberem Dreck hatte er jedoch seine Schwierigkeiten. Für einen Saugroboter in dieser Preiskategorie hat er einen sehr guten Job erledigt. Auch die Wegfindung des S4 hat uns gut gefallen: Der Roboter fand sich im Testzeitraum zuverlässig zurecht und navigierte problemlos durch unsere Räume – selbst Engstellen wie Stuhlbeine waren kein Problem. Der Saugroboter ist also gut für die selbstständige Reinigung geeignet.

In unserem Test des Tesvor S4 haben wir einen Staubsauger kennengelernt, der gut funktioniert und nützliche, moderne Funktionen bietet. Mit schnellem Mapping, Einzelraumreinigung und einer sehr komfortablen Bedienung. Das freut vor allem fachlich ungeschulte Nutzer, die direkt loslegen können. Wir sind mehr als zufrieden mit dem Preis-Leistungsverhältnis und können die smarte Haushaltshilfe empfehlen.

Das Gerät ist unter anderem bei Amazon für derzeit 259,95 Euro erhältlich.

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Kategorie: Apple

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