Apple muss in Italien 10 Millionen Euro Strafe zahlen

| 15:33 Uhr | 0 Kommentare

Apple und Google wurden von der italienischen Wettbewerbsbehörde zu einer Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Euro verurteilt, weil sie angeblich Nutzerdaten ohne deren ausdrückliche Zustimmung für kommerzielle Zwecke verwendet haben, was einen Verstoß gegen das italienische Verbraucherschutzgesetz darstellt.

10 Millionen Euro Strafe für Apple

Die Behörde gibt an, dass sowohl Apple als auch Google Nutzerdaten, die sie über ihre Dienste sammeln, für Werbezwecke und wirtschaftliche Aktivitäten ohne die Zustimmung der Nutzer verwenden. Apple „nutzt den wirtschaftlichen Wert“ der gesammelten Nutzerdaten direkt aus, um „den Verkauf seiner Produkte und/oder den von Dritten über seine kommerziellen Plattformen (App Store, iTunes Store und Apple Books) zu steigern“, heißt es in einer Pressemitteilung der Aufsichtsbehörde.

Laut den Angaben haben weder Apple noch Google die Nutzer ausreichend und unmittelbar darüber informiert, dass ihre Daten zu kommerziellen Zwecken verwendet werden. Zudem heißt es in dem Schreiben, dass Apple den Nutzern keine Möglichkeit bietet, der Verwendung ihrer Daten für kommerzielle Zwecke zu widersprechen.

Die italienische Behörde erklärt, dass Apple bei der Erstellung einer Apple ID, die für den Zugang zu allen Apple-Diensten unerlässlich ist, „den Nutzer nicht unmittelbar und ausdrücklich auf die Erhebung und Verwendung seiner Daten für kommerzielle Zwecke hinweist“. Die Aufsichtsbehörde fügt hinzu, dass Apple den Nutzern nur mitteilt, dass ihre Daten zur Verbesserung und Personalisierung ihrer Erfahrungen verwendet werden, nicht aber, dass sie für kommerzielle Zwecke genutzt werden.

Die Behörde weist zwar zu Recht darauf hin, dass Apple nicht speziell erwähnt, dass die Daten für kommerzielle Zwecke verwendet werden, liefert aber keine Beispiele oder Beweise dafür, dass Apple an solchen Aktivitäten beteiligt ist. In den Datenschutzrichtlinien von Apple heißt es, dass das Unternehmen personenbezogene Daten zum Betrieb seiner Dienste, zur Einhaltung lokaler Gesetze, zur Betrugsbekämpfung und für Kommunikationszwecke verwendet. In den Datenschutzrichtlinien von Apple heißt es außerdem, dass personenbezogene Daten nur mit Zustimmung des Nutzers für andere Zwecke verwendet werden dürfen, um mögliche Unklarheiten zu beseitigen.

Die italienische Wettbewerbsbehörde hat Apple derzeit anscheinend generell im Visier. So verhängte die Behörde Anfang dieser Woche eine Geldstrafe von über 130 Millionen Euro gegen Apple wegen wettbewerbswidriger Praktiken bei Beats und Amazon. Die Geldstrafe war das Ergebnis einer Untersuchung, die ergab, dass Apple und Amazon den Verkauf von Beats-Produkten über Drittanbieter beschränkten, um den Wettbewerb zu beeinflussen.

Kategorie: Apple

Tags:

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.