Matter statt AirPlay? Neuer Smart-Home-Standard unterstützt auch Streaming

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Über den kommenden Standard Matter haben wir schon des Öfteren berichtet. Im Jahr 2019 kündigte Apple eine Zusammenarbeit mit Samsung, Amazon, Google und der Zigbee Alliance an, um einen offeneren und sichereren Standard für Smart-Home-Zubehör zu schaffen. Wie The Verge berichtet, könnte Matter langfristig auch proprietäre Streaming-Lösungen wie Apple AirPlay und Google Cast ersetzen.

Neuer Smart-Home-Standard umfasst auch Video- und Audio-Streaming

Der neue Smart-Home-Standard Matter macht viele große Versprechungen. Vor allem geht es darum, das derzeitige Interoperabilitätsproblem zu lösen und Apple, Samsung, Google sowie Amazon dazu zu bringen, miteinander zu sprechen. Das sind große Ziele. Aber es geht auch um einen der anderen Schlüsselfaktoren im vernetzten Zuhause: die Steuerung von Mediengeräten.

Ein Teil des neuen Konnektivitätsprotokolls ist eine Spezifikation für Fernsehgeräte und Streaming-Video-Player. Das bedeutet, dass Matter eine weitere Möglichkeit zur Steuerung von Inhalten in unseren Haushalten sein könnte. Mit seinem Versprechen, plattformunabhängig zu sein, hat Matters TV-Spezifikation das Potenzial, proprietäre Casting-Systeme wie Apples AirPlay oder Googles Cast zu ersetzen.

Matter TV, wie wir es in Ermangelung eines offiziellen Namens nennen, ermöglicht die Steuerung der Kernfunktionen eines Fernsehers – Lautstärke hoch/runter, Kanalwechsel, Steuerung der Ein- und Ausgänge und Umschalten zwischen HDMI-Anschlüssen. „Aber wichtig ist, dass man auch Casting machen kann“, verrät Chris DeCenzo, Principal Software Development Engineer bei Amazon Lab126, gegenüber The Verge.

„Das ist ein Bereich, in dem es heute mindestens fünf proprietäre Protokolle gibt“, erklärt DeCenzo. „Das Ergebnis ist ein kompletter Chancenverlust für alle.“ Ganz zu schweigen von den großen Kopfschmerzen für die Nutzer, die sich damit herumschlagen müssen, welcher Sprachassistent diese Inhalte abrufen kann und welche Fernbedienung den Streaming-Stick steuert. Amazon ist federführend bei der Definition der Spezifikation für Matter – was nicht überrascht, da das Unternehmen derzeit der einzige große Akteur ist, der keine eigene Methode hat, um Inhalte von einem Smartphone auf einen Fernseher zu übertragen.

In der Spezifikation von Matter TV wird die Sprachsteuerung zwar nicht ausdrücklich erwähnt, aber die Idee dahinter ist die Standardisierung. Ein Protokoll für die gesamte Gerätekommunikation, alles wird mit allem anderen in der gleichen Sprache sprechen, unabhängig davon, wer es hergestellt hat.

Wenn Matter im Jahr 2022 auf den Markt kommt, wird die Matter-TV-Spezifikation eine App-zu-App-Kommunikation verwenden, zumindest bis die Fernseher und Streaming-Video-Player Matter-fähig werden. Die Spezifikation unterstützt das Casting von einem Matter-Client (z. B. einer Fernbedienung, einem Smart Speaker oder einer Smartphone-App) an eine App, die auf einem Matter-fähigen Fernseher oder Videoplayer läuft, erklärt DeCenzo. Das System unterstützt auch URL-basiertes Casting, was bedeutet, dass ein Matter-Client auch dann an einen Fernseher übertragen kann, wenn es keine App für diesen Client gibt, sofern der Fernseher Dynamic Adaptive Streaming (DASH, ein internationaler Standard für Streaming) oder HLS-DRM-Streams unterstützt. HLS ist ein von Apple entwickeltes Video-Streaming-Protokoll, das von Android-Geräten und Browsern weitgehend unterstützt wird.

Apple und Google müssen die Matter-TV-Spezifikation nicht übernehmen, wenn sie das nicht wollen (aber wenn sie es tun, müssen sie alles übernehmen, einschließlich Casting). LaPré sagt, dass beide Unternehmen dies als Teil der Spezifikation „abgesegnet“ haben. Somit besteht zumindest die Chance, dass wir bald auch ein einheitliches Streaming Protokoll erhalten.

Kategorie: Apple

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