Apple setzt Foxconn-Werk in Indien nach Protesten „auf Bewährung“

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Nachdem ein Foxconn-iPhone-Werk in Indien aufgrund schlechter Arbeitsbedingungen vorläufig schließen musste, hat Apple seinem Auftragsfertiger mitgeteilt, dass das Werk „auf Bewährung“ sei, bis sich die Bedingungen für die Arbeiter nachweislich verbessert haben.

Apple fordert bessere Arbeitsbedingungen

Die einwöchige Schließung des Foxconn-Werks in Sriperumbudur in Südindien war bereits auf mindestens zehn Tage verlängert worden. Die Schließung durch die örtliche Regierung erfolgte nach Protesten der Arbeiter sowie Fällen von Lebensmittelvergiftungen und wird voraussichtlich am 30. Dezember 2021 enden.

Dann darf Foxconn nicht mit seinen regulären 17.000 Arbeitern wieder öffnen, sondern muss mit nur 1.000 Arbeitern an den Fließbändern beginnen. Nach Angaben von Reuters hat Apple Foxconn nun mitgeteilt, dass das Werk unter einen sogenannten Bewährungsstatus gestellt wird.

Apple hat weder definiert, was Bewährung bedeutet, noch was die Kriterien für ihre Aufhebung sind. Ein Apple-Sprecher erklärte jedoch gegenüber Reuters, dass das Unternehmen Prüfer entsandt habe, um die Schlafsäle der Arbeiter zu bewerten, „nachdem es in letzter Zeit Bedenken hinsichtlich der Lebensmittelsicherheit und der Unterbringungsbedingungen gab“.

Laut der lokalen Publikation The Hindu sagte Apple zudem, dass „wir mit dem Zulieferer zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass eine umfassende Reihe von Verbesserungsmaßnahmen schnell umgesetzt wird.“

Foxconn gibt derweil an, dass der Konzern sein lokales Managementteam umstrukturiert. Foxconn teilte außerdem mit, dass alle Mitarbeiter weiterhin bezahlt werden, während das Unternehmen die erforderlichen Verbesserungen an den Arbeitsbedingungen vornimmt.

Das Unternehmen hat weder angegeben, um welche Verbesserungen es sich dabei handelt, noch hat es Einzelheiten darüber genannt, was Apples Bewährung in der Praxis bedeutet. Apple hat das Konzept der Bewährung jedoch schon einmal verwendet, und zwar als Reaktion auf die Unruhen in der indischen Fabrik von Wistron im Dezember 2020.

Damals teilte Apple Wistron mit, dass die Bewährungsfrist bedeute, dass das Unternehmen keine neuen Aufträge von Apple erhalten würde, bis „Verbesserungsmaßnahmen“ bezüglich der Arbeitsbedingungen erfolgreich umgesetzt wurden.

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