Deal geplatzt: Nvidia kauft doch nicht Arm

| 18:00 Uhr | 0 Kommentare

Der Milliardendeal zur Übernahme des Chipdesigners Arm durch Nvidia ist geplatzt. Es wäre der bisher größte Verkauf in der Halbleiterindustrie gewesen, aber die Aufsichtsbehörden waren nicht begeistert davon. SoftBank, das japanische Unternehmen, das derzeit Eigentümer von Arm ist, beabsichtigt nach wie vor, das Unternehmen im Rahmen eines Börsengangs zu verkaufen. Zudem erhält SoftBank eine Entschädigung von Nvidia.

Nvidia bläst Arm-Übernahme ab

Ende 2020 gab Nvidia bekannt, dass das Unternehmen Arm von SoftBank für fast 40 Milliarden Dollar in bar und in Aktien kaufen würde. Die Nvidia-Aktien sind seitdem im Wert gestiegen, so dass das Geschäft heute etwa 66 Milliarden Dollar wert gewesen wäre. Nvidia-CEO Jensen Huang sagte, der Schritt würde „enorme Vorteile für beide Unternehmen“ bringen.

Es gab jedoch Befürchtungen, dass die Übernahme den gegenteiligen Effekt für die vielen Unternehmen haben würde, die auf Arm-Technologie angewiesen sind – darunter Apple, Samsung und Qualcomm. Deshalb reichte die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) Ende letzten Jahres eine Klage ein, um die Übernahme zu verhindern.

Die FTC warnte, der Schritt würde „die Anreize von Arm auf den Chipmärkten verzerren“ und es beiden Unternehmen ermöglichen, „Nvidias Rivalen auf unfaire Weise zu untergraben“. Die FTC wollte mit ihrer Klage „verhindern, dass ein Chipkonglomerat die Innovationspipeline abwürgt“.

Auch andere Aufsichtsbehörden in den USA und Europa hatten Bedenken gegen die Fusion. Nvidia versuchte, die Bedenken zu entkräften, blieb aber weitgehend erfolglos, weswegen man nun den Rückzieher bevorzugt. Das ist jedoch nicht ganz billig. So wird das Unternehmen an SoftBank aufgrund einer Vertragsklausel 1,25 Milliarden Dollar als Entschädigung für die Absage zahlen.

Die FTC hat mit ihrer Klage also ihr Ziel erreicht. SoftBank plant jedoch immer noch, Arm dieses Jahr zu verkaufen. Da es aber unwahrscheinlich ist, dass ein Verkauf an ein anderes großes Technologieunternehmen zustande kommt, plant SoftBank stattdessen einen Börsengang.

(via Business Wire)

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