Netflix: Werbe-Abo und Maßnahmen gegen Passwort-Weitergabe kommen noch dieses Jahr

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Netflix hat sich bisher davor gescheut, Werbung auf seiner Plattform zu zeigen, und bietet im Gegensatz zu manch anderen Streaming-Diensten kein günstigeres werbegestütztes Abo an. Das soll sich aber bis Ende des Jahres ändern. Etwa zur gleichen Zeit will der Streaming-Dienst auch das Account-Sharing unterbinden. Wenn ihr also bisher ein Netflix-Konto mit Freunden teilt, könnte Netflix hier bald einen Riegel vorschieben bzw. eine zusätzliche Gebühr verlangen.

Werbe-Abo könnte Netflix davor bewahren, weitere Abonnenten zu verlieren

Die New York Times berichtet, dass Netflix-Führungskräfte in einer internen Mitteilung an die Mitarbeiter bekannt gegeben haben, dass sie im letzten Quartal 2022 einen werbefinanzierten Bereich einführen wollen. Dies war notwendig, nachdem das Unternehmen im ersten Quartal dieses Jahres erstmals seit über zehn Jahren einen Rückgang der Abonnentenzahlen gemeldet hatte. Schlimmer noch: Das Unternehmen rechnet damit, dass es in den kommenden Monaten bis zu zwei Millionen Abonnenten verlieren wird.

Der Rückgang der Abonnentenzahlen ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen, vor allem aber darauf, dass Netflix Anfang 2022 die Preise für seine Abonnements in den USA erhöht hat. Das Basis-Abo, mit dem man Inhalte auf einem Gerät in Nicht-HD-Qualität ansehen kann, beginnt bei 9,99 US-Dollar, während das Standard-Abo mit HD-Streaming 15,49 US-Dollar kostet. Der Premium-Tarif mit 4K-Streaming und der Möglichkeit, Inhalte auf bis zu vier Geräten gleichzeitig zu sehen, kostet 19,99 US-Dollar und ist damit die teuerste Option unter den Streaming-Diensten.

Während der Telefonkonferenz zum 1. Quartal 2022 deutete Netflix Co-CEO Reed Hastings an, dass das Unternehmen eine werbefinanzierte Option prüft und dass das Unternehmen „in den nächsten ein bis zwei Jahren eine Lösung finden wird“. Die interne Notiz deutet jedoch auf einen sehr viel kürzeren Zeitplan für die Einführung eines werbefinanzierten Angebots hin.

Es gibt zwar keine Angaben darüber, wie viel Netflix für sein werbefinanziertes Abo verlangen wird, aber Hastings verglich das kommende Angebot mit dem seiner Konkurrenten und stellte fest, dass diese in der Lage waren, „starke Marken zu erhalten, während sie einen werbefinanzierten Service anboten“.

Maßnahmen gegen Account-Sharing kommen

Neben dem Wettbewerb sieht Netflix auch „eine große Anzahl von Haushalten, die sich Konten teilen“ als Grund für den verlangsamten Umsatzwachstum. Netflix schätzte zuvor, dass seine 222 Millionen zahlende Haushalte sich mit weiteren 100 Millionen Haushalten die Abos teilen, die somit nicht weiterführend monetarisiert werden können. Deswegen macht das Unternehmen in der aktuellen Mitteilung deutlich, dass sie schließlich gegen das Account-Sharing vorgehen werden.

Demnach beabsichtigt Netflix, für die gemeinsame Nutzung eines Netflix-Kontos eine Gebühr zu erheben, etwa zur gleichen Zeit, in der das werbefinanzierte Angebot eingeführt wird. Das Unternehmen hatte in Testmärkten bereits im März damit begonnen, eine zusätzliche Zahlung für diejenigen zu erheben, die ihr Netflix-Konto mit Personen außerhalb ihres Haushalts teilen. In den derzeitigen Testmärkten Chile, Costa Rica und Peru, können Kunden eine zusätzliche Gebühr zahlen, um ihr Konto mit zwei Personen außerhalb ihres Haushalts zu teilen.

Kategorie: App Store

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