Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant, und viele Unternehmen wetteifern darum, die Ersten zu sein. Aber wer Apple kennt, weiß, dass es dem Unternehmen nicht darum geht, der Erste zu sein – es will der Beste sein. Das hat Tim Cook kürzlich in einem Interview mit dem Wall Street Journal unmissverständlich klargestellt. Während andere Tech-Giganten KI-Funktionen scheinbar in Windeseile auf den Markt bringen, geht Apple einen anderen Weg – einen, der mit Geduld, Präzision und dem Fokus auf Qualität statt Schnelligkeit gepflastert ist.

Fotocredit: Apple
„Man muss sich um jedes Detail kümmern“
Apples Herangehensweise an KI, oder Apple Intelligence, wie das Unternehmen selbst sagt, dreht sich um eine Kernphilosophie: die bestmögliche Erfahrung für die Nutzer zu bieten. Cook gibt offen zu, dass Apple nicht der Erste war, der sich mit KI befasst hat, und offen gesagt, ist ihm das auch egal. Stattdessen ist es das Ziel, Lösungen zu entwickeln, die nicht nur funktionieren, sondern außergewöhnlich gut sind. „Es braucht viele Iterationen. Man muss sich um jedes Detail kümmern“, sagt Cook, und er macht deutlich, dass diese Liebe zum Detail oft bedeutet, dass man sich mehr Zeit nimmt, um es richtigzumachen. Aber für Cook und den Rest von Apple ist diese Zeit gut investiert.
Wenn man Apple über die Jahre verfolgt hat, weiß man, dass es sich hier nicht um eine neue Herangehensweise handelt, sondern um Apples Standardverfahren. Das Unternehmen war nicht der erste Hersteller von Smartphones, aber das iPhone definierte neu, was ein Smartphone sein kann. Auch bei den Smartwatches waren sie nicht die Ersten, aber die Apple Watch hat sich zum Goldstandard entwickelt. Mit Apple Intelligence verfolgt das Unternehmen nun den gleichen sorgfältigen, iterativen Ansatz, um KI auf eine Weise zum Leben zu erwecken, die sich nahtlos und sinnvoll anfühlt. Auch wenn man hierfür etwas länger brauchen wird.
Was verändert Apple Intelligence?
Cook gab einen Einblick, wie sich Apple Intelligence in seinem Arbeitsalltag bereits auswirkt. Er verwendet KI-gesteuerte E-Mail-Zusammenfassungen, die seiner Meinung nach den Umgang mit seinem Posteingang völlig verändert haben. Für jemanden wie Cook, dessen Posteingang täglich eine Lawine sein muss, ist das keine Kleinigkeit. „Über einen Tag, eine Woche, einen Monat hinweg summiert sich das zu etwas Außergewöhnlichem“, erklärt er. „Es hat mein Leben verändert. Das hat es wirklich.“
Was bedeutet das nun für den Rest von uns? Die Einführung von Apple Intelligence steckt noch in den Kinderschuhen, aber Cook ist überzeugt, dass die Technologie unser aller Leben grundlegend verändern wird. Stellt euch vor, euer iPhone, iPad oder Mac wäre nicht nur ein Werkzeug, sondern ein echter Assistent, der euch mit maßgeschneiderten Erkenntnissen und zeitsparenden Vorschlägen hilft, den digitalen Wust des Alltags zu bewältigen. Für Cook macht diese Hilfe bereits einen spürbaren Unterschied, und er ist zuversichtlich, dass dies erst der Anfang ist.
Apple Intelligence mag heute noch nicht revolutionär erscheinen, aber Cook glaubt, dass die Technologie mit der Zeit als ein Wendepunkt angesehen wird, der alles verändert. Es geht nicht darum, auffällige Schlagzeilen zu machen oder der Schnellste zu sein. Es geht darum, die Technologie so zu entwickeln, dass sie die Art und Weise, wie wir mit unseren Geräten interagieren, grundlegend verändert – und letztlich auch, wie wir unser Leben gestalten.
Wann kommt Apple Intelligence?
Die erste Welle der Apple Intelligence Funktionen wird voraussichtlich am 28. Oktober 2024 verfügbar sein, mit einer schrittweisen Einführung in allen Regionen. Die für Apple typische schrittweise Einführung ist ein kalkulierter Schachzug, um sicherzustellen, dass jedes Teil einwandfrei funktioniert, und um die Fallstricke überstürzter KI-Veröffentlichungen zu vermeiden, die bei Wettbewerbern manchmal nach hinten losgegangen sind. An diese Stelle sei kurz erwähnt, dass die Einführung für das iPhone und iPad in der EU erst nächstes Jahr startet, da Apple noch regulatorische Hürden überwinden muss.
Apple Intelligence unterstützt zum Start Englisch (USA) als Sprache und wird im Dezember auf andere Varianten der englischen Sprache für Australien, Kanada, Neuseeland, Südafrika und Großbritannien ausgedehnt. Unterstützung für weitere Sprachen, darunter Deutsch, Chinesisch, Französisch, Japanisch, Spanisch und weitere folgt im nächsten Jahr.
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