Craig Federighi erklärt Apples KI-Rollout-Plan – keine großen Sprünge, sondern stetige Fortschritte [Video]

| 18:30 Uhr | 0 Kommentare

Apple Intelligence wird zusammen mit iOS 18.1, iPadOS 18.1 und macOS Sequoia 15.1 erscheinen. Anstatt in den Hype-Zyklus seiner Konkurrenten zu verfallen, hat Apple anscheinend einen konservativeren Ansatz gewählt, indem das Unternehmen einen vorsichtigen, kalkulierten Weg verfolgt. So werden nicht alle KI-Funktionen, die Apple bereits angekündigt hat, direkt zum Start zur Verfügung stehen. In einem neuen Interview mit dem Wall Street Journal hat nun Apples Software-Chef Craig Federighi den mehrstufigen Ansatz des Unternehmens bei der Einführung von Apple Intelligence Funktionen hervorgehoben.

Fotocredit: Apple

Der schrittweise Rollout von Apple Intelligence

Craig Federighi setzte sich diese Woche mit dem Wall Street Journal zusammen, um die gestaffelte Veröffentlichung von Apple Intelligence zu erklären, die mit iOS 18.1 (voraussichtlich am 28. Oktober) beginnt. In seinen Worten ist dies ein „großer Anstieg“, den es mit Bedacht zu meistern gilt. Übersetzung? Apple versucht nicht, etwas zu überstürzen. Stattdessen werden die Funktionen Schritt für Schritt eingeführt, wobei jede Phase darauf ausgerichtet ist, das Erlebnis genau richtig zu gestalten.

Die erste Version von Apple Intelligence wird sich auf grundlegende Funktionen konzentrieren, darunter Schreibwerkzeuge für die Textzusammenfassung, Zusammenfassungen von Benachrichtigungen und ein Werkzeug in Fotos zum Entfernen unerwünschter Objekte. Während der Großteil der Verarbeitung auf dem Gerät stattfindet, werden intensivere Aufgaben von Apples Private Cloud Compute System über verschlüsselte Server abgewickelt. Nutzerdaten werden für das KI-Training nicht gespeichert oder abgerufen – ein klassischer Schritt von Apple in seinem Bestreben nach Datenschutz. Die Konkurrenz stützt sich hingegen bei ihrer KI-Magie stark auf Cloud-Server und nutzt dabei die Eingaben der Nutzer zum späteren Training.

Praktische KI statt Poesie

Federighi war ziemlich deutlich: Apples KI-Ansatz besteht nicht darin, skurrile Gedichte über Quantenmechanik zu schreiben, sondern es geht um praktische Funktionalität. Das bedeutet, dass Apples Technologie nicht sofort ein Siri-ChatGPT-Mashup darstellen wird, sondern wir bekommen einige andere hilfreiche Verbesserungen, die alltägliche Interaktionen reibungsloser machen können.

Das soll natürlich nicht heißen, dass Siri nicht noch ein bisschen schlauer wird. Wir sprechen hier von einer Konvergenz, bei der die Fähigkeiten von Sprachassistenten und generativer KI zusammenkommen. Tatsächlich plant Apple eine tiefere ChatGPT-Integration mit Siri in iOS 18.2, das später in diesem Jahr erwartet wird.

Ein kleiner Vorgeschmack auf das, was noch kommt

Apropos iOS 18.2: Einige der kreativeren Funktionen sind noch auf dem Weg. Mit Image Playground könnt ihr Bilder im Cartoon-Stil erzeugen und personalisierte Emoji erstellen. Was Siri betrifft, erwarten wir bis iOS 18.4 (das etwa im März 2025 erscheint) einige wichtige Upgrades. Wir reden hier über Bildschirmwahrnehmung, kontextbezogene Befehle und besseres persönliches Verständnis – im Grunde genommen wird Siri mehr über eure Gewohnheiten wissen, aber auf eine sehr Apple-typische Weise: respektvoll, privat und, wir drücken die Daumen, tatsächlich nützlich.

Apples vorsichtige Herangehensweise an die Bildmanipulation

Ein besonders interessanter Hinweis von Federighi bezog sich auf Apples vorsichtige Haltung gegenüber Bildmanipulationen. Mit dem neuen Bereinigungswerkzeug in Fotos kann man zwar unerwünschte Elemente entfernen, aber man sollte nichts allzu Wildes erwarten, wie das Austauschen ganzer Hintergründe. Federighi wies darauf hin, dass die Menschen Fotos immer noch als vertrauenswürdige Repräsentationen der Realität ansehen, und Apple möchte, dass das auch so bleibt – keine KI-generierten Fantasielandschaften, nur ein kleiner Schubs in Richtung sauberer Aufnahmen.

Kurz gesagt

Apple Intelligence versucht nicht, die auffälligste KI auf dem Markt zu sein – zumindest noch nicht. Stattdessen strebt Apple eine stetige Weiterentwicklung von Funktionen an, die unsere Geräte ein bisschen intelligenter und unsere Interaktionen ein bisschen reibungsloser machen, ohne dabei die Privatsphäre zu gefährden oder halbgare Experimente zu veranstalten. Federighi beschrieb dies als einen „viele Jahre, ehrlich gesagt sogar Jahrzehnte dauernden Entwicklungsprozess“. Mit anderen Worten: Dies ist erst der Anfang, aber Apple wird sich die Zeit nehmen, um es richtig zu machen.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass Apple Intelligence zum Start nicht auf dem iPhone und iPad in der EU zur Verfügung stehen wird. Apple Intelligence kann allerdings auf dem Mac auch in Deutschland von Tag 1 an (wenn auch nur auf Englisch) genutzt werden.

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