Apple hat die Türen seines Audio Labs geöffnet und gewährt einen seltenen Einblick in die Einrichtung. Bei der Gelegenheit zeigt das Unternehmen, wie die neuen Funktionen zur Hörgesundheit entstanden sind.

Fotocredit: Apple
Apples Audio Lab
Es kommt nicht jeden Tag vor, dass Apple der Öffentlichkeit einen Blick hinter die Kulissen seines Audio Labs gewährt. Das letzte Mal, dass Apple uns eine solche Möglichkeit gab, war im Jahr 2018 mit dem ersten Apple HomePod. Jetzt steht das Audio Lab in Cupertino wieder im Fokus und bietet einen Einblick in den Ort, an dem die Audio-Technik zum Leben erweckt wird – oder genauer gesagt, wo die neuen Funktionen der AirPods Pro 2 für die Hörgesundheit zum Einsatz kommen.
Apple zeigt, wie die neuen Hörgerät- und Hörtest-Funktionen entwickelt werden. Dabei handelt es sich nicht nur um Software-Optimierungen, sondern um das Ergebnis intensiver Entwicklungs-, Test- und Validierungsarbeiten in den speziellen Umgebungen des Audio Labs.
Damit Funktionen wie die neue Hörgeräte-Funktion möglich sind, hat Apple nicht einfach nur Zahlen in einen Algorithmus eingegeben. Stattdessen hat das Unternehmen selbst Hand angelegt, und das Ergebnis ist ziemlich beeindruckend.
In einer kontrollierten Umgebung hat Apple die Funktion mit einer großen Gruppe von Teilnehmern mit unterschiedlichem Hörvermögen getestet. Stellt euch eine Person vor, die auf einem Stuhl sitzt und von einer, wie Apple es nennt, „komplexen Geräuschkulisse“ umgeben ist – man denke an ein lautes Restaurant mit einem Dutzend Gesprächen. Die Person muss die Worte eines einzelnen Sprechers aus dem ganzen Gerede heraushören, und das ist der Kern des „Speech-in-noise“-Tests.
Das ist genau die Art von realer Herausforderung, die viele Hörgeräte zum Verhängnis werden lässt. Das Ziel von Apple ist klar: Die AirPods sollen nicht nur das Hören von Musik verbessern, sondern auch das Hören in alltäglichen Umgebungen erleichtern.
Und das war noch nicht alles. Die Apple Ingenieure haben sich mit Audiologen zusammengetan und in klinischen Audiometriekabinen gearbeitet. Tausende von Hörtests wurden in den Kabinen durchgeführt, komplett mit professioneller Ausrüstung, um sicherzustellen, dass die Funktionen wirklich das hohe Maß erfüllen, das in klinischen Validierungsstudien erfordert wird.
Räume, die den Klang formen
Apple stellt in seinem Newsroom-Beitrag noch einige weitere der Räume des Labors vor, die eine entscheidende Rolle im Entwicklungsprozess spielen:
Die echofreie Langwellenkammer
Dieser Raum klingt wie aus einem Science-Fiction-Film. Hierbei handelt es sich um eine Kammer, die durch Schwingungsdämpfer komplett vom Rest des Gebäudes isoliert ist. So bleiben die Schallmessungen von allen äußeren Einflüssen unbeeinflusst. In diesem Raum kann kein Echo oder Brummen die Tests stören – perfekt, um sicherzustellen, dass die Audioprodukte von Apple den höchsten Standards entsprechen.
In der Kammer misst eine speziell entwickelte Lautsprecher- und Mikrofonanordnung sogenannte „kopfbezogene Übertragungsfunktionen“. Dabei handelt es sich um die Art und Weise, wie der Klang mit dem menschlichen Körper interagiert.
Das Fantasia Lab
Auf der anderen Seite des Audio Labs befindet sich das Fantasia Lab – ein Name, der so fantasievoll ist wie der Raum selbst. Hier sind fünfzig Lautsprecher in einer perfekten kugelförmigen Anordnung aufgestellt, um Umgebungen zu simulieren: das Treiben in einem Einkaufszentrum, das gleichmäßige Brummen einer belebten Straße oder sogar die Umgebungsgeräusche eines Flugzeugs während des Flugs.
Die Idee dahinter? Die AirPods und andere Audioprodukte sollen unter realistischen Bedingungen getestet werden, damit sie unabhängig vom Einsatzort einen unverfälschten Klang liefern.
Neue Maßstäbe für Audio-Technik
Apples Einblick in das Audio Lab zeigt, wie viel Arbeit in der Technologie steckt, die wir oft als selbstverständlich ansehen. Dabei beschränken sich die Innovationen von Apple nicht nur auf die AirPods, sondern auch auf andere Produkte. Die Forschung im Audio Lab wirkt sich auf alles aus, vom iPhone bis zum HomePod. Egal, ob es darum geht, die Stimme von Siri natürlicher klingen zu lassen oder die Verständigung mit einem Freund über FaceTime zu verbessern.
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