Mobilfunk-Netztest 2025: Die Telekom bleibt vorne, 1&1 wagt den Einstieg

| 22:33 Uhr | 0 Kommentare

Jedes Jahr kämpfen die Mobilfunkanbieter um den Titel des besten Netzes, und auch 2025 hat sich einiges getan. Die CHIP hat wie gewohnt eine umfassende Netzabdeckungstest-Runde gedreht – mit beeindruckenden 8.000 Kilometern im Auto, 2.300 Kilometern mit der Bahn und ausgiebigen Spaziergängen in Innenstädten. Dabei zeigt sich: Die Zeiten, in denen das deutsche Mobilfunknetz international belächelt wurde, sind zwar noch nicht ganz vorbei, doch die Fortschritte der letzten Jahre sind nicht zu übersehen. Vor allem 5G hat die Netze auf ein neues Level gehoben, auch wenn manche Schwächen weiterbestehen.

Fotocredit: Deutsche Telekom

5G ist angekommen

Inzwischen hat sich 5G als fester Bestandteil der Mobilfunknetze etabliert, besonders in städtischen Gebieten. Hier sorgt die Technologie für Entlastung, indem sie Lastspitzen an belebten Orten wie Fußgängerzonen abfängt. Die großen Netzbetreiber Telekom, Vodafone und O2 können alle eine wachsende Nutzung der 5G-Technologie vorweisen – Vodafone berichtet sogar von einer Verdoppelung der 5G-Nutzerzahl im Vergleich zum Vorjahr. Doch trotz der Fortschritte zeigt der CHIP-Netztest auch: Gerade in ländlichen Gebieten oder in den Zügen der Deutschen Bahn kann 5G bisher wenig zur Verbesserung der Empfangsqualität beitragen. Hier bleibt das Problem der Funklöcher weiterhin bestehen.

Telekom bleibt die Nummer eins

In der Gesamtwertung setzt sich die Deutsche Telekom erneut an die Spitze – sowohl im Hinblick auf die Netzqualität als auch bei der 5G-Leistung. Mit einer Gesamtnote von 1,2 und einer herausragenden Bewertung im 5G-Bereich (Note 1,1) bleibt die Telekom weiterhin die erste Wahl für all jene, die auf eine stabile und leistungsstarke Verbindung angewiesen sind. Besonders in schlecht versorgten Gebieten sowie in den Zügen der Deutschen Bahn schneidet die Telekom besser ab als die Konkurrenz. Vodafone liegt knapp dahinter mit einer Note von 1,4, während O2 sich mit einer guten Bewertung von 1,6 zufriedengeben muss.

Interessant ist, dass O2 in diesem Jahr am stärksten aufgeholt hat. Dennoch verpasst das Netz der Telefónica-Tochter erneut knapp eine sehr gute Bewertung, was auch daran liegt, dass die Anforderungen an Mobilfunknetze heutzutage weiter gestiegen sind. Die Menschen erwarten schlichtweg, dass das Mobilfunknetz immer funktioniert – Ausfälle und langsame Verbindungen werden kaum noch akzeptiert.

Alltagsperformance: Telekom führt, aber Vodafone überrascht in der Stadt

Für typische Alltagsaufgaben wie das Surfen im Netz oder das Streamen von YouTube-Videos bietet die Telekom die stabilste Leistung. Vor allem bei Geschwindigkeiten von 5 MBit/s und mehr, die für ruckelfreies Video-Streaming notwendig sind, liegt die Telekom mit 99,1 Prozent klar vorne, dicht gefolgt von Vodafone mit 98,7 Prozent. O2 bleibt hier etwas zurück mit 95,5 Prozent.

Spannend wird es in den Innenstädten: Hier zeigt Vodafone eine starke Performance und überzeugt durch eine hohe Erfolgsquote bei Datentransfers und Telefonaten an belebten Orten wie Einkaufszentren und Bahnhöfen. Wenn es um echte Highspeed-Verbindungen geht (100 MBit/s und mehr), schiebt sich jedoch wieder die Telekom nach vorne.

Problemzone: Deutsche Bahn

Auch im Jahr 2025 bleibt der Empfang in Zügen der Deutschen Bahn eine der größten Herausforderungen für die Mobilfunkbetreiber. Die Telekom zeigt hier zwar noch die beste Leistung, doch die Konkurrenz holt auf: O2 punktet beim Telefonieren, Vodafone verbessert sich beim Internetzugang. Insgesamt bleibt die Mobilfunkversorgung in den Zügen jedoch weiterhin deutlich hinter den Erwartungen zurück.

Bis Initiativen wie das „Gigabit-Train“-Projekt, das eine durchgehende 5G-Versorgung zwischen Hamburg und Berlin ab 2026 vorsieht, im großen Umfang umgesetzt werden, bleibt der aktuelle Mobilfunk-Zustand der Zugverbindungen ernüchternd.

1&1 als neuer Herausforderer: Netz im Aufbau

Der neue Anbieter 1&1 wurde ebenfalls in den Netztest aufgenommen, doch das eigene Netz ist noch in der Aufbauphase und lässt sich daher nicht sinnvoll mit den etablierten Anbietern vergleichen. In den kommenden Jahren dürfte der Eintritt von 1&1 jedoch für Bewegung auf dem Markt sorgen und vielleicht auch einige neue Impulse geben. Aktuell spielt der neue Anbieter im Test jedoch noch keine große Rolle.

Wie wurde getestet? Millionen von Datenpunkten im Einsatz

Um ein umfassendes Bild der Netzqualität zu bekommen, nutzte CHIP zwei Hauptquellen: Messungen vor Ort durch Techniker und Crowdsourcing-Daten von über 1,9 Millionen Handynutzern. Diese Daten geben einen detaillierten Einblick in die Performance der Netze im Alltag und erlauben es, auch schwer zugängliche Gebiete zu erfassen.

Rund 11.000 Kilometer wurden für den Test quer durch Deutschland zurückgelegt, mit Messungen in 35 Städten sowie entlang von Autobahnen und im Zug. Das Testergebnis spiegelt daher die realen Erfahrungen der Nutzer wider – im Zug, auf der Straße und in der Stadt.

Fazit: Fortschritte ja, aber noch Luft nach oben

Der von CHIP durchgeführte Netztest 2025 zeigt klar: Die deutsche Mobilfunklandschaft hat sich weiterentwickelt, vor allem dank des 5G-Ausbaus, der in städtischen Gebieten inzwischen eine solide Grundlage bietet. Die Telekom bleibt führend, vor allem wenn es um flächendeckend hohe Qualität und Highspeed geht. Vodafone zeigt Stärken in den Innenstädten, während O2 insgesamt am meisten Boden gutmacht. Der neue Anbieter 1&1 steckt noch in den Anfängen, könnte aber in den kommenden Jahren für Veränderungen sorgen.

Doch es gibt nach wie vor einige Schwachstellen: Vor allem auf dem Land und in den Zügen der Deutschen Bahn bleibt noch viel zu tun. Bis der Gigabit-Train tatsächlich rollt und ländliche Funklöcher gestopft sind, wird es sicher noch eine Weile dauern. Für all jene, die auf Highspeed auch abseits der großen Städte angewiesen sind, bleibt die Telekom momentan die beste Wahl.

Kategorie: iPhone

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